Opernpremieren 2017/18

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 — 1791
LE NOZZE DI FIGARO

Opera buffa in vier Akten • 1786
Libretto von Lorenzo da Ponte

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Constantinos Carydis
Inszenierung Christof Loy
Bühne Johannes Leiacker
Kostüme Klaus Bruns
Licht Franck Evin
Chor Stellario Fagone
Dramaturgie Daniel Menne

• Il Conte di Almaviva Christian Gerhaher
• La Contessa di Almaviva Federica Lombardi
• Cherubino Solenn' Lavanant-Linke
• Figaro Alex Esposito
• Susanna Olga Kulchynska
• Bartolo Paolo Bordogna
• Marcellina Anne Sofie von Otter
• Basilio Manuel Günther
• Don Curzio Dean Power
• Antonio Milan Siljanov
• Barbarina Anna El-Khashem

Nationaltheater
Do, 26.10.17, 18:00 Uhr, Preise S   Premiere
Sa, 28.10.17, 18:00 Uhr, Preise L   Abo
Di,  31.10.17, 17:00 Uhr, Preise L   Abo
Sa, 04.11.17, 19:00 Uhr, Preise L   Abo
Di,  07.11.17, 19:00 Uhr, Preise L   Abo
Fr,   10.11.17, 19:00 Uhr, Preise L   Abo

So, 15.07.18, 19:00 Uhr, Preise L
Di,  17.07.18, 18:00 Uhr, Preise L

Preise in Euro
L 163 / 142 / 117 / 91 / 64 / 39 / 15 / 11
S 243 / 213 / 183 / 143 / 102 / 67 / 21 / 16

Premierenmatinee
So, 15.10.17, 11:00 Uhr
Karten € 10,– / € 0,–Drama Plus

Die Premiere wird live auf
BR-Klassik übertragen.

Viel wird davon gesprochen, dass es in Mozarts Le nozze di Figaro um erotisches Begehren geht. Aber ist nicht eine viel wichtigere Triebfeder für die Figuren in dem Stück die Angst, überhaupt nicht geliebt zu werden? Wie lächerlich machen sich die Menschen und wieviel Grausamkeiten fügen Sie sich wegen dieser Furcht, die fast mit Eitelkeit gleichgesetzt werden kann, zu! Mozart legt im Figaro den ganzen Unverstand der Geliebt-werden-Wollenden offen. Von seiner Großzügigkeit und seinem Mitleid mit diesen Marionetten des Lebens, die man Menschen nennt, versuche ich zu lernen. Christof Loy

Preview: Le nozze di Figaro

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Giacomo Puccini 1858 — 1924
IL TRITTICO

Drei Opern in je einem Akt • 1918

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Kirill Petrenko
Inszenierung Lotte de Beer
Bühne Bernhard Hammer
Kostüme Jorine van Beek
Licht Alex Brok
Chor Sören Eckhoff
Konzeptionelle Beratung Peter te Nuyl
Dramaturgie Malte Krasting

IL TABARRO 
Libretto von Giuseppe Adami

• Michele Wolfgang Koch 
• Luigi Yonghoon Lee
• Il Tinca Kevin Conners 
• Il Talpa Martin Snell
• Giorgetta Eva-Maria Westbroek
• La Frugola Heike Grötzinger
• Ein Liedverkäufer Dean Power

SUOR ANGELICA 
Libretto von Giovacchino Forzano

• Suor Angelica Ermonela Jaho
• La zia principessa Michaela Schuster
• La badessa Heike Grötzinger
• La suora zelatrice Helena Zubanovich
• La maestra della novizie Jennifer Johnston
• Suora Genoveva Anna El-Khashem

GIANNI SCHICCHI
Libretto von Giovacchino Forzano

• Gianni Schichi Ambrogio Maestri
• Lauretta Rosa Feola
• Zita Michaela Schuster
• Rinuccio Pavol Breslik
• Gherardo Dean Power
• Nella Selene Zanetti
• Betto di Signa Christian Rieger
• Simone Martin Snell
• Marco Sean Michael Plumb
• La Ciesca Jennifer Johnston
• Maestro Spinelloccio Donato Di Stefano
• Ser Amantio di Nicolao Andrea Borghini
• Pinellino Milan Siljanov
• Guccio Boris Prýgl

Nationaltheater
So,  17.12.17, 18:00 Uhr, Preise S   Premiere
Mi,  20.12.17, 18:00 Uhr, Preise L   Abo
Sa,  23.12.17, 17:00 Uhr, Preise L   Abo
Mi,  27.12.17, 18:00 Uhr, Preise L   Abo
Sa,  30.12.17, 18:00 Uhr, Preise L   Abo
Mo, 01.01.18, 17:00 Uhr, Preise L   Abo

Sa,  14.07.18, 19:00 Uhr, Preise L
Mo, 16.07.18, 18:00 Uhr, Preise L

Preise in Euro
L 163 / 142 / 117 / 91 / 64 / 39 / 15 / 11
S 243 / 213 / 183 / 143 / 102 / 67 / 21 / 16

Premierenmatinee
So, 10.12.17, 11:00 Uhr
Karten € 10,– / € 0,–Drama Plus

Die Premiere wird live auf 
BR-Klassik übertragen.

Drei Opern, jede einzelne in sich abgeschlossen. Drei Geschichten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, drei Orte und drei Zeiten. Keine einheitliche Erzählung, keine durchgängigen Figuren, nicht einmal derselbe musikalische Stil. Oder doch? Was Puccini in seinen drei Einaktern macht, die er unter dem der Kunstgeschichte entlehnten Begriff „Triptychon“ zusammengefasst hat, ist höchst modern – und sagt mindestens so viel über seine Zeit aus wie über Puccinis Fähigkeit, ihre Charakteristik zu erfassen. Denn die drei kurzen Opern Il tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi sind „Wirklichkeitsausschnitte“: An die Stelle der Behauptung, in einer großen Oper wie in einem großen Roman die Welt als Ganzes abbilden zu können, treten drei historische Schlaglichter. Puccini siedelt die Stücke in drei verschiedenen Epochen an, und zwar rückläufig – beginnend um 1910 und endend im frühen Mittelalter. Er blickt von oben auf die Vergangenheit und erzählt uns die Geschichte der Menschheit anhand von drei scheinbar zufällig ausgewählten Begebenheiten. Doch in der Art, wie er die Ereignisse entfaltet, nutzt er ganz spezifische Elemente von Zeit, Ort und Situation, in denen die Figuren zu sehen sind. Es ist, als würde er in einen kleinen Ausschnitt der Welt hineinzoomen und trotzdem eine universelle Perspektive gewinnen. Sie erinnert an einen riesenhaften schwarzen Tunnel, der existentiell gewendet ins Nirgendwo führt, oder an den Trichter, mit dem Walter Benjamin die Zeit als „Medium des Zwanges“ beschrieben hat, oder an jenen Tunnel, den Menschen mit Nahtoderfahrung beschrieben haben – verbunden mit Puccinis eigenem Erleben, während er dieses Werk schrieb. Der Tunnel entpuppt sich als Metapher des Lebens: Niemand weiß, wo er hergekommen ist noch wo er hingeht. Am Ende wird deutlich: Alle drei Teile von Il trittico handeln davon, wie die Menschen in ihrem Leben mit dem Tod umgehen, wie sie darum ringen, mit Verlusten fertigzuwerden, und wie ihr Verhalten dabei ihre Zukunft bestimmt. Der Tod und die Unfähigkeit der Menschen, mit der Sterblichkeit zurechtzukommen, prägen Puccinis Meisterwerk aus einer Zeit, die jeden Halt zu verlieren scheint. Es ist kein Zufall, dass dieses Stück geschrieben wurde, als der Erste Weltkrieg in Europa wütete. Und zugleich fällt es nicht schwer, die Verbindung ins Heute zu ziehen, denn gerade wegen seiner konkreten Ausarbeitung im Detail handelt es sich bei Il trittico um eine universell gültige Darstellung der conditio humana. 
Lotte de Beer

Preview: Il trittico

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Giuseppe Verdi 1813 — 1901
LES VÊPRES SICILIENNES

Oper in fünf Akten • 1855
Libretto von Eugène Scribe und
Charles Duveyrier

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Omer Meir Wellber (25.3.18: Stefan Soltesz)
Inszenierung Antú Romero Nunes
Bühnenbild: Matthias Koch
Kostüme Victoria Behr
Licht Michael Bauer
Chor Stellario Fagone
Dramaturgie Rainer Karlitschek

• Hélène Carmen Giannattasio
• Ninetta Helena Zubanovich
• Henri Bryan Hymel
• Guy de Montfort George Petean
• Procida Erwin Schrott
• Danieli Matthew Grills
• Mainfroid Galeano Salas
• Robert Callum Thorpe
• Thibaut Dean Power
• Le Sire de Béthune Alexander Milev
• Le Comte de Vaudemont Johannes Kammler

Nationaltheater
So, 11.03.18, 18:00 Uhr, Preise M   Premiere
Do, 15.03.18, 19:00 Uhr, Preise L   Abo
So, 18.03.18, 18:00 Uhr, Preise L   Abo
Do, 22.03.18, 19:00 Uhr, Preise L   Abo
So, 25.03.18, 18:00 Uhr, Preise L   Abo

Do, 26.07.18, 19:00 Uhr, Preise L
So, 29.07.18, 18:00 Uhr, Preise L

Preise in Euro
L 163 / 142 / 117 / 91 / 64 / 39 / 15 / 11
M 193 / 168 / 142 / 117 / 90 / 64 / 16 / 14

Premierenmatinee
So, 25.02.18, 11:00 Uhr
Karten € 10,– / € 0,–Drama Plus

Die Premiere wird live auf
BR-Klassik übertragen.

Verdi weiß: Liebe ist gnadenlos, nicht nur weil sie im positiven Sinne alle Ketten gesellschaftlicher Konventionen und Zwänge sprengen kann, sondern auch weil sie bedingungslose Loyalität einfordert. In seiner Oper Les Vêpres siciliennes beleuchtet der Komponist die Liebe aus drei verschiedenen Perspektiven, die allesamt Loyalität als Zentrum fokussieren und so schmerzhafte Konflikte mit sich bringen. Da steht zum einen die Besatzung der Franzosen in Sizilien, eine Herrschaft, die in aller Brutalität ausgetragen wird. Soldaten vergehen sich beispielsweise grausam an Frauen und Männern. Die Sizilianer sind zum Freiheitskampf herausgefordert, können sich aber nicht zum aktiven Widerstand durchringen. – Vaterlandsliebe? Ein junger sizilianischer Freiheitskämpfer namens Henri liebt die Herzogin Hélène, glaubt aber, sein niederer Stand verhindere eine Annäherung. Den widrigen Umständen zum Trotz entwickelt sich langsam eine Beziehung zwischen Hélène und Henri. – Partnerliebe? Zum anderen erzählt Verdi eine Vater-Sohn-Beziehung, die obsessiv von ihrer Unauflöslichkeit ausgeht, weil sie als gott- und menschengegeben betrachtet wird. Das gilt auch dann, wenn sich Vater und Sohn eigentlich nicht kennen und sich der junge sizilianische Freiheitskämpfer Henri als der Sohn des verhassten Gouverneurs Montfort herausstellt. Der Vater, der glaubt, sich auf das göttliche Recht des pater familias berufen zu können, nutzt seine Machtposition schamlos aus und fordert den Sohn auf, sich gegen Hélène zu entscheiden und sich öffentlich zu ihm zu bekennen. – Vaterliebe? Welche Loyalität gilt? Vaterliebe – Vaterlandsliebe – Partnerliebe. Alle drei fordern ihr Anrecht auf das Individuum ein, so als würden sie wie mythische Kräfte mit dem Leben der Menschen spielen, während sie lediglich die Wunden einer Welt vergrößern, die sich gegen den einzelnen Menschen richten.

Preview: Les Vêpres siciliennes

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Leoš Janáček 1854 — 1928
AUS EINEM TOTENHAUS
(Z MRTVÉHO DOMU)

Oper in drei Akten • 1930
Libretto vom Komponisten nach
Aufzeichnungen aus einem Totenhaus
von Fjodor M. Dostojewski

In tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Simone Young
Inszenierung Frank Castorf
Bühne Aleksandar Denic
Kostüme Adriana Braga-Peretzki
Licht Rainer Casper
Video-Design und Kamera Andreas Deinert
Live-Schnitt Jens Crull
Chor Sören Eckhoff
Dramaturgie Miron Hakenbeck

• Alexander Petrowitsch Gorjantschikow
  Peter Rose 21. / 26. / 30. Mai / 3. / 5. / 8. Jun
  Peter Mikuláš 30. Jul
• Alej, ein junger Tatar Evgeniya Sotnikova
• Filka Morosow (im Gefängnis unter dem
  Namen Luka Kusmitsch) Aleš Briscein
• Der große Sträfling Manuel Günther
• Der kleine Sträfling Tim Kuypers
• Der Platzkommandant Christian Rieger
• Der ganz alte Sträfling Ulrich Reß
• Skuratow Charles Workman
• Tschekunow Johannes Kammler
• Der Koch Boris Prýgl
• Der Schmied Alexander Milev
• Der Pope Peter Lobert
• Dirne Heike Grötzinger
• Ein Sträfling in der Rolle des
  Don Juan und des Brahminen Callum Thorpe
• Kedril Matthew Grills
• Schapkin Kevin Conners
• Schischkow Bo Skovhus
• Tscherewin / Eine Stimme aus der kirgisischen
  Steppe Dean Power

Nationaltheater
Mo, 21.05.18, 18:00 Uhr, Preise M   Premiere
Sa,  26.05.18, 19:00 Uhr, Preise L   Abo
Mi,  30.05.18, 19:00 Uhr, Preise K   Abo
So,  03.06.18, 18:00 Uhr, Preise L   Abo
Di,   05.06.18, 19:00 Uhr, Preise L   Abo
Fr,    08.06.18, 19:00 Uhr, Preise L   Abo

Mo,  30.07.18, 19:00 Uhr, Preise L

Preise in Euro
K 132 / 115 / 95 / 74 / 52 / 30 / 14 / 10
L 163 / 142 / 117 / 91 / 64 / 39 / 15 / 11
M 193 / 168 / 142 / 117 / 90 / 64 / 16 / 14

Premierenmatinee
So, 13.05.18, 11:00 Uhr
Karten € 10,– / € 0,–Drama Plus

Die Premiere wird live auf
BR-Klassik übertragen.

Kein Ort scheint weiter entfernt von einem der Kunst gewidmeten Raum wie dem Opernhaus als die Szenerie in Leoš Janáčeks letzter Oper: ein sibirisches Zwangsarbeitslager mit seinen Insassen; Diebe, Totschläger, Mörder und politische Gefangene sowie ihre Bewacher, die ihre Macht bei jeder Gelegenheit auskosten. Zudem: Erniedrigung, Gewalt und Kalkül im täglichen Kampf um den eigenen Vorteil. Das Lager wirkt wie die Antithese und ist zugleich der blinde Fleck jeder sich zivilisiert wähnenden Gemeinschaft. Doch mitten hinein in diese Lagerwelt setzt Janáček einen Moment des Spiels: Am Feiertag spielen die Gefangenen füreinander und vor ihren Wächtern Theater. Ihre Vorstellung bietet seltene Ablenkung, eine Dosis Hoffnung in der täglichen Misere, ist Travestie der Verhältnisse und in seiner Derbheit Ventil erotischer Bedürfnisse. Und dabei doch vor allem Ausdruck dessen, wonach sich alle sehnen: dem Gefühl von Menschenwürde und Achtung vor der eigenen Existenz. Innerhalb der Gefangenschaft ist dieses Spiel die vielleicht größtmögliche Erfahrung jener Freiheit, die die Häftlinge mit ihren „Svoboda“-Rufen am Ende der Oper besingen. Fjodor Dostojewski, der als Anhänger antizaristischer Kreise selbst vier Jahre lang in Sibirien Zwangsarbeit ableisten musste, lieferte mit seinen Aufzeichnungen aus einem Totenhaus eine detaillierte Reportage über das soziale System des Straflagers und zugleich eine Studie über die Psychologie der Sträflinge. Janáček schuf nach Dostojewskis Roman 1928, wenige Jahre bevor eine ganze Maschinerie von Lagern die europäische Zivilisation Lügen strafte, ein singuläres Werk des Musiktheaters: eine Oper ohne Helden. Auch ohne eine auf Konflikte und Lösung setzende Handlung. Vor dem Hintergrund des immergleichen Lageralltags lässt er schlaglichtartig einzelne Sträflinge für einen Augenblick aus der Menge hervortreten. Sie erzählen zwischen Stolz, Bitterkeit und Reue von ihren Verbrechen, von durchkreuzten Lebensplänen, von gescheiterter Liebe – und zeugen so von der unverwechselbaren Identität jedes Einzelnen.

Preview: Aus einem Totenhaus

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Richard Wagner 1813 — 1883
PARSIFAL

Ein Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen • 1882
Libretto vom Komponisten

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Kirill Petrenko
Inszenierung Pierre Audi
Bühne Georg Baselitz
Kostüme Florence von Gerkan
Licht Urs Schönebaum
Chor Sören Eckhoff
Dramaturgie Benedikt Stampfli

• Amfortas Christian Gerhaher 
• Titurel Bálint Szabó
• Gurnemanz René Pape
• Parsifal Jonas Kaufmann
• Klingsor Wolfgang Koch
• Kundry Nina Stemme
• Erster Gralsritter Kevin Conners
• Zweiter Gralsritter Callum Thorpe
• Stimme aus der Höhe Rachael Wilson
• Erster Knappe Elsa Benoit
• Zweiter Knappe Tara Erraught
• Dritter Knappe Manuel Günther
• Vierter Knappe Matthew Grills
• Blumenmädchen Golda Schultz, Elsa
  Benoit
, Selene Zanetti, Tara Erraught,
  Alyona Abramowa, Rachael Wilson

Münchner Opernfestspiele
Nationaltheater
Do, 28.06.18, 16:00 Uhr, Preise V   Premiere
So, 01.07.18, 16:00 Uhr, Preise U   Abo
Do, 05.07.18, 17:00 Uhr, Preise U
So, 08.07.18, 17:00 Uhr, Preise U   Oper für alle TV
Di,  31.07.18, 16:00 Uhr, Preise V

Preise in Euro
U 293 / 263 / 228 / 183 / 128 / 75 / 32 / 23  
V 343 / 313 / 272 / 213 / 154 / 82 / 35 / 25 

Premierenmatinee
So, 24.06.18, 11:00 Uhr
Karten € 10,– / € 0,–Drama Plus

Die Premiere wird live auf
BR-Klassik übertragen.

TV Die Vorstellung wird live auf
 www.staatsoper.de/tv übertragen.

„O, wunden-wundervoller heiliger Speer!“ – der Gralsritter Gurnemanz weiß, dass der Verlust der Waffe seinem König Amfortas und der Gralsgemeinschaft eine fatale Wunde zugefügt hat. Inbrünstig hofft er, dass die übersinnliche und rätselhafte Kundry ihm weiterhelfen kann. Vergebens. Es muss also ein anderes Wunder geschehen, damit Amfortas’ Wunde geschlossen werden kann. Zu Beginn von Richard Wagners letztem Musikdrama, dem Bühnenweihfestspiel Parsifal, deutet nichts darauf hin, dass der draufgängerische Jüngling, der soeben mit Pfeil und Bogen einen heiligen Schwan geschossen hat, Wunden heilen und Wunder vollbringen wird. Von der Außenwelt isoliert aufgewachsen, ist sein Wissen und Erfahrungsschatz rudimentär, selbst seine Herkunft kennt er kaum. Erst als dieser „reine Tor“ auf Kundry trifft, erkennt er sein Schicksal und unmittelbar nachdem sie ihn lange und innig geküsst hat, wird er durch die Erfahrung unerschöpflichen Mitleids zum Wissenden. „Amfortas!“, schreit Parsifal auf und beschwört unmittelbar danach empathisch die Wunde, die nun auch in ihm brenne. Seine Bestimmung, mit dem heiligen Speer A mfortas’ Wunde zu heilen, ist nun offenbar. Klingsor, der Zauberer und abtrünnige Gralsritter, will den Auserwählten von seiner Berufung abhalten und schleudert daher den heiligen Speer nach ihm, doch die Waffe bleibt über Parsifals Haupt schweben. Hier verschmelzen zwei zentrale T hemen der Oper miteinander: Wunde und Wunder. Durch ein Wunder verwundet der Speerwurf Parsifal nicht. Nach einer Irrfahrt auf der Suche nach Amfortas kommt es zur Krönung Parsifals, der während den Gesängen „Höchsten Heiles Wunder!“ und durch den Speer dessen Heilung vollbringt.

Preview: Parsifal

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Joseph Haydn 1732 — 1809
ORLANDO PALADINO

Dramma eroicomico in drei Akten • 1782
Libretto von Nunziato Porta

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Ivor Bolton
Inszenierung Axel Ranisch
Dramaturgie Rainer Karlitschek

• Angelica Sofia Fomina
• Rodomonte Edwin Crossley-Mercer
• Orlando Mathias Vidal
• Medoro Dovlet Nurgeldiyev
• Licone Guy de Mey
• Eurilla Hélène Guilmette
• Pasquale David Portillo
• Alcina Tara Erraught

Münchner Opernfestspiele
Prinzregententheater
Mo, 23.07.18, 19:00 Uhr, Preise PA   Premiere
Mi,  25.07.18, 19:00 Uhr, Preise PB
Fr,    27.07.18, 19:00 Uhr, Preise PB
So,  29.07.18, 17:00 Uhr, Preise PB

Preise in Euro
PA 161 / 125 / 89 / 47 / 35
PB 132 / 104 / 76 / 42 / 32

Premierenmatinee im Prinzregententheater
So, 15.07.18, 11:00 Uhr 
Karten € 10,– / € 0,–Drama Plus

Die Premiere wird live auf
BR-Klassik übertragen.

Dieser Ritter ist kein Kriegsheld, weil er über seiner Liebe das Kämpfen vergessen hat. Orlando, der durch Ariosts Versroman Orlando furioso berühmte Kreuzritter, ist in die bereits vergebene Angelica verliebt und in seinem Liebeswahn so unfreiwillig komisch wie tragisch zugleich. Als Dramma eroicomico hat Joseph Haydn seine zu Lebzeiten international erfolgreichste Oper von 1782 bezeichnet; sie zeigt schon in der Gattungsbezeichnung, woran der Komponist in seinem Opernlabor auf Schloss Esterházy interessiert war: nämlich den Menschen mit all seinen Brüchen ernst zu nehmen und musikalisch auszuloten, selbst wenn es skurril wirkt. In der Oper verbinden sich ernste und komische Charaktere, eine logische Handlung scheint sich nicht zu entwickeln. Aber die einzelnen Szenen sind kleine Charakterstudien, die klar werden lassen, dass Individuen nicht immer im großen Bogen über ihr Handeln nachdenken, aber dennoch eine tiefe Wahrhaftigkeit an den Tag legen. Orlandos eigentliche Bestimmung beispielsweise, für die Ehre des Abendlandes zu kämpfen, ist ihm völlig abhandengekommen. Ausgerechnet seine größte Gegenspielerin, die Zauberin Alcina, hat alle Fäden in der Hand und befreit – ohne ihn zu verführen – den Paladin von seinem Wahn, freilich um den Preis der Liebesfähigkeit. Ob der Kampf als Kreuzritter da ein guter Ersatz ist, bleibt fraglich.

Preview: Orlando Paladino

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