Das 2. Akademiekonzert unter der Leitung von Vladimir Jurowski

Zu unserem 2. Akademiekonzert können Sie Vladimir Jurowski  am Pult des Bayerischen Staatsorchesters erleben: Gemeinsam mit Pianistin Sophie Pacini widmen sie sich Werken des jungen Dmitri Schostakowitsch. Freuen Sie sich auf selten gespielte Werke, welche die große stilistische Vielseitigkeit des jungen Komponisten präsentieren.

Der unbekannte Schostakowitsch

Rund um unsere Neuproduktion Die Nase gestaltet Vladimir Jurowski ein symphonisches Konzertprogramm, das Dmitri Schostakowitsch innerhalb von drei bis vier Jahren komponierte. Das Konzert beginnt mit einem Stück, das kurz vor der Oper Die Nase entstand und endet mit einem Stück, das der Komponist direkt danach kreierte. Diese selten zu hörenden Werke sind ein wesentlicher Teil seiner schöpferischen Persönlichkeit. Pianistin Sophie Pacini und Vladimir Jurowski verraten uns ein wenig über die Stücke, wie sich die beiden kennenlernten und was Sie im 2. Akademiekonzert erwartet.

Das Groteske in der russischen Kultur

Die Werke des aktuellen Konzertprogramms entstammen den Jahren 1923 bis 1929. Am Beginn dieser Zeitspanne absolvierte Dmitri Schostakowitsch sein Abschlussexamen am Konservatorium mit der Komposition seiner ersten Symphonie, begegnete dem Werk des avantgardistischen Regisseurs Wsewolod Meyerhold und verdiente sein Geld als Stummfilmpianist in Leningrader Kinos (wobei die Stadt 1923 noch Petrograd genannt wurde). Sieben Jahre später galt er als die vielleicht größte Begabung der sowjetischen Musik, sowohl im Klavierspiel wie in der Komposition, und hatte gerade seine erste Oper, Die Nase, vollendet. Die in diesem Programm versammelten, stilistisch so extrem unterschiedlichen Stücke geben einen Eindruck davon, von wie vielen Bereichen der Kunst sich der junge Komponist inspirieren ließ und wie experimentierfreudig er ästhetisch und formal seine kreativen Fähigkeiten anwandte – von Anverwandlungen und Arrangements alter wie aktueller Musik über virtuose Orchesterwerke bis hin zur Theater- und Filmmusik. In seiner Lust am Spiel mit Bedeutungsebenen, an Sinnverschiebungen, an Überraschungen steht er in einer wesentlichen Linie der russischen Kunst und Kultur insgesamt: der Groteske, die mal unterschwellig, mal ganz offenbar viele von Schostakowitschs Werken geprägt hat, auch weit über diese Frühzeit hinaus. Der Essay von Marina Davydova spürt der russischen Groteske der vergangenen zwei Jahrhunderte bis heute nach und erlaubt es, das ästhetische Koordinatensystem, in dem Schostakowitsch seine erste Oper entwarf, nachzuvollziehen.

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