Mikhail Fokine

Mikhail Fokine

Mikhail Fokine

Mikhail Mikhajlowitsch Fokine wurde am 26. April 1880 in Sankt Petersburg geboren, studierte an der kaiserlichen Ballettakademie seiner Heimatstadt und trat 1898 dem kaiserlichen Ballett am Mariinskij-Theater bei, wo er einige Jahre später zum Solisten avancierte.

Aus Unzufriedenheit mit dem Ballett seiner Zeit, in dem für sein Gefühl die Musik zur reinen Begleitung verkommen war, Kostüme und Bühnenbild kaum noch etwas mit dem Thema zu tun hatten und der Tanz selbst nur noch die Demonstration virtuoser Technik darstellte, entwickelte er neue choreographische Konzepte, mit dem Ziel, alle Bereiche in ein harmonisches Gesamtwerk zu integrieren. Seine Hauptthese war, dass die Choreographie dem Sujet, der Zeit und der Musik entsprechen müsse. Tanz und Pantomime sollten dabei ganz dem dramatischen Ausdruck untergeordnet sein. Sein künstlerisches Credo, formulierte er 1914 in einem Brief an die Londoner Times.

Zu Fokines frühen Werken gehören Der sterbende Schwan (1907) für die Ballerina Anna Pawlowa, Chopiniana (1907; in der Neubearbeitung von 1909 Les Sylphides), und Le Pavillon d’Armide (1907). 1909 wurde Fokine von Serge Diaghilew nach Paris gerufen, um als Chefchoreograph für seine Ballets Russes zu choreographieren. Fokine kreierte für die Ballets Russes Choreographien zu Schumanns Le Carnaval, Igor Strawinskys Der Feuervogel und Rimski-Korsakows Shéhérazade (alle 1910), 1911 folgten Petruschka (Strawinsky) und Le Spectre de la Rose (Weber), 1912 Daphnis und Chloé zu Musik von Maurice Ravel. Nach Josephslegende (Richard Strauss) und Le coq d'or (Der goldene Hahn, Musik von Rimski-Korsakow) kam es 1914 zum endgültigen Bruch mit Diaghilew.1919 ließ er sich in New York nieder und wirkte von dort aus als Choreograph für die verschiedensten Ballettcompagnien auf der ganzen Welt, wobei er auch als hervorragender Tänzer noch lange Jahre aktiv war, nicht zuletzt als Partner seiner Frau Vera. Während seine großen Ballette aus der Diaghilew-Ära ins Weltrepertoire eingegangen sind, konnte er mit den späteren Kreationen nicht an die kreativen Erfolge seiner frühen Jahre anknüpfen. Er starb am 22.August 1942 in New York. Seine Erinnerungen, die allerdings nur bis zum Jahre 1914 reichen, erschienen 1961 posthum (Memoirs of a Ballet Master, deutsche Übersetzung: Gegen den Strom, 1974).

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