Aram Chatschaturjan

Aram Chatschaturjan (geboren 24.Mai / 6.Juni 1903 in Tiflis; gestorben 1. Mai in Moskau) war ein sowjetisch-armenischer Komponist. Seine Kompositionen sind beeinflusst von der armenischen-georgischen und kaukasischen Volksmusik. Er war einer der wichtigsten sowjetischen Komponisten der 1930er bis 50er Jahre. Eine Auswahl seiner Werke wurde im Jahr 2013 zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Aram Chatschaturjan wuchs in Tiflis als Sohn einer armen Buchbinderfamilie auf und war schon früh von der armenischen, georgischen und aserbaidschanischen Musik seiner Umgebung fasziniert. Während seiner Schulzeit spielte er Tenorhorn. Er erlernte die russische Sprache und ging 1922 nach Moskau, um dort Biologie zu studieren. Bereits nach wenigen Monaten wechselte er jedoch an das Musikpädagogische Gnessin-Institut und schrieb sich dort für das Instrument Cello ein. Nach drei Jahren wechselte er in die Kompositionsklasse und 1926 ging bereits seine erste Komposition in Druck. Dann wechselte er an das Moskauer Konservatorium und lernte dort bei Nikolai Mjaskowski und Michail Gnessin.

Mit seinem Klavierkonzert von 1937 begann er international bekannt zu werden, was sich mit seinem Violinkonzert von 1940, das er für David Oistrach schrieb, noch steigerte. Neben seiner Tätigkeit als Komponist dirigierte er ab 1950 im In- und Ausland Konzerte, vor allem mit eigenen Werken. 1951 wurde er zum Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium berufen, parallel dazu unterrichtete er auch am Musikpädagogischen Institut Gnessin. Außerdem war er lange Jahre Mitglied des Organisationskomitees des sowjetischen Komponistenverbandes. Weltruhm erlangte er mit seinem Klavierkonzert, dem Violinkonzert und mit den Balletten Gayaneh (mit dem Säbeltanz, der zum Welt-Hit wurde) und Spartacus. Er komponierte auch die Hymne der Armenischen SSR. Nachdem er bereits mit zahlreichen Orden und Ehrentiteln bedacht worden war, wurde er 1948 vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion auf einer Sitzung des Zentralverbands der sowjetischen Komponisten unter der ideologischen Führung Andrej Schdanows wegen "formalistischer“ Musik mehrfach gemaßregelt. Die Nennung seines Namens im Zusammenhang mit angeblichen „formalistischen“ und „anti-sowjetischen“ Tendenzen führte 1948 zu einer längeren Schaffenskrise. Auch andere berühmte Komponisten wie Dmitri Schostakowitsch oder Sergei Prokofjew waren betroffen. Erst mit dem Ballett Spartacus (1956) kehrte der Erfolg zurück.

Sein Stil ging von der russischen Musik des 19.Jahrhunderts und vom französischen Impressionismus aus und lehnte sich stark an die armenische Volksmusik an. Durch den persönlichen Stil, den er daraus entwickelte, gewann er für die Musik Armeniens große Bedeutung.

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