Wolfgang Oberender

Wolfgang Oberender (Foto: Sascha Kletzsch)

Wolfgang Oberender (Foto: Sascha Kletzsch)

Stellvertreter des Ballettdirektors

Wolfgang Oberender wurde in Esslingen am Neckar geboren. Seinen ersten Hochschulabschluss absolvierte er in Germanistik und Geschichte an der Universität Stuttgart, eine Studienzeit, die mit den letzten Jahren des Wirkens von John Cranko beim Stuttgarter Ballett zusammenfiel, die ihn bis heute geprägt haben.

Es folgte ein Diplomstudium Musiktheaterregie in Hamburg bei Götz Friedrich und August Everding. In diese Zeit fielen Regieassistenzen an großen Theatern Europas, darunter auch ein Regie-Praktikum bei Herbert von Karajan, die sein Verständnis von Musik und Theater nachhaltig beeinflussten. Sein erstes Theater-Engagement hatte er als Dramaturg und Pressereferent am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, wechselte später nach Essen, arbeitete als Produktionsdramaturg für Heinz Spoerli in Basel, wo er für dessen Tanzdrama Belle vie Handlung und Struktur entwarf sowie seine erste Version von Don Quijote dramaturgisch betreute. Danach wirkte er drei Jahren als Dramaturg und Pressesprecher am Theater Regensburg. Hier widmete er sich darüber hinaus vor allem der Konzeption einer Reihe programmatischer Tanzgastspiele und literarischer Programme.

1992 kam Wolfgang Oberender ans Bayerische Staatsballett als künstlerischer und organisatorischer Mitarbeiter der Direktion und übernahm später auch die Leitung der Presseabteilung. 2001 berief ihn Ivan Liška, zusammen mit Bettina Wagner-Bergelt, zum Stellvertreter des Ballettdirektors. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen vor allem bei der Klassik, wo er u.a. für die Neufassung von La Bayadère dramaturgisch verantwortlich zeichnete. Er gründete die Reihe Ballett extra, in der er durch viele Vorträge über das klassische Repertoire auch selbst zu erleben war. Das von ihm konzipierte und geleitete Petipa-Symposium zum Thema "Überlieferung von Choreographie" war sein aufwendigstes Projekt innerhalb der Serie. In enger Zusammenarbeit mit Ballettdirektor Ivan Liška versuchte er, für die einzelnen Terpsichore-Gala-Abende jeweils programmatische Schwerpunkte zu entwickeln, die dem traditionellen Gala-Verständnis ebenso Gerechtigkeit widerfahren lassen wollten wie sie auf einer künstlerisch verantwortungsvollen Zusammenstellung bestanden. Mit Erreichen des Pensionsalters zog sich Wolfgang Oberender im April 2016 ins Privatleben zurück. Zusammen mit Ivan Liška und Bettina Wagner-Bergelt erhielt er 2016 den Tanzpreis der Stadt München.

Vergangene Termine mit Wolfgang Oberender

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