Michael Simon

Michael Simon (Foto: Jochen Quast)

Michael Simon (Foto: Jochen Quast)

Michael Simon, geboren 1958 in Neumünster, begann nach seinem Bühnenbildstudium bei Jürgen Rose in Stuttgart als Performance- und Installationskünstler in New York, zeigte dort 1981 seine erste Theaterarbeit Memories Can’t Wait in der Performing Garage, SoHo.

1982 bis 1990 arbeitete er als Bühnenbildner und Lichtdesigner für den Choreographen William Forsythe beim Frankfurter Ballett und für verschiedene Regisseure an Schauspielhäusern in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Wien und Zürich. Mit dem Choreographen Jiří Kylián arbeitet er seit 1988 bis heute zusammen für Ballettcompagnien u.a. in Den Haag, Stuttgart, Paris, Tokio, New York, Madrid, Montreal, Melbourne und München. Seit 1990 arbeitet er für die Oper Amsterdam mit dem Regisseur Pierre Audi, u.a. am Monteverdi Cycle, der in Sydney, New York und Los Angeles aufgeführt wurde. 2000 entstand in Zusammenarbeit mit Peter Greenaway und dem Komponisten Louis Andriessen die Oper Writing to Vermeer aufgeführt in Amsterdam, Adelaide und New York.Als letzte Bühnenbildarbeit in Amsterdam entstand im September 2011 das Bühnenbild zum Gluck-Doppelabend Iphigenie en Aulide und Iphigenie en Tauride mit Pierre Audi und im November 2011 Die Stadt der Blinden von Anno Schreier am Opernhaus Zürich inszeniert von Stephan Müller.

Erste Schritte als Regisseur und Autor machte Simon gemeinsam mit dem Komponisten Heiner Goebbels ab 1990 am Frankfurter Theater am Turm mit Newtons Casino und Römische Hunde.Darauf folgten Narrative Landscape für einen Sänger/Tänzer und Pferd und Real Life, einem a cappella Stück für 40 köpfigen Chor. Ab 1993 kamen Inszenierungen von Opernklassikern dazu wie Der fliegender Holländer, Lohengrin, Orfeo, Moses und Aaron aber vor allem zeitgenössische Musiktheaterarbeiten u.a. am Theater Basel Die Menschen von Detlef Müller-Siemens, an der Bonner Oper Narcissus von Beat Furrer, von dem er auch Die Blinden in Aachen inszenierte. Dort entstand auch Woyzeck kehrt zurück von Helmut Oehring. 2004 inszenierte er die Uraufführung von L'Espace Dernier von Matthias Pintscher an der Opéra Nationale de Paris und 2008 Fashion von Giorgio Battistelli an der Düsseldorfer Oper. Im Mai 2012 hatte The Outcast von Olga Neuwirth am Nationaltheater Mannheim unter Protesten der Komponistin die Uraufführung.

Im Schauspiel sorgte seine Inszenierung The Black Rider in Dortmund 1994 für Furore und wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Es folgten Regiearbeiten an der Berliner Volksbühne, dem Wiener Burgtheater, am Staatsschauspiel München und an der Schaubühne Berlin, in Hannover, Dresden und Düsseldorf, wo er zwischen 2000 und 2005 regelmäßig arbeitete und Karlsruhe, wo zwischen 2003 und 2011 vier Inszenierungen entstanden. 2006 choreographierte Simon an der Staatsoper München In the country of last things, eine Arbeit für 4 Tänzer, Raum und Licht mit Musik von Heiner Goebbels. Seitdem arbeitete er in Köln, Nürnberg, Brüssel und Peking. Am Schauspiel Frankfurt inszenierte er 2010 Cabaret und 2011 Orphée nach Cocteau. Simons Interesse an Shakespeare zeigt sich an seinen Inszenierungen von Macbeth, Hamlet, Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum und Richard der Dritte (zuletzt 2010 am Theater Basel). Die Beschäftigung mit Texten Elfriede Jelineks fing 2005 an mit der Inszenierung der Prinzessinnendramen und setzte sich fort mit Ulrike Maria Stuart, der Winterreise und 2012 Rechnitz am Schauspielhaus Graz.

Simons Lehrtätigkeit umfasst eine Professur für Szenographie von 1998 bis 2004 an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, Dozententätigkeit an der TTPR Singapur 2003 und an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater 2005 und 2007. Seit 2008 leitet er das Profil Bühnenbild Master of Arts in Theater an der ZHdK; Zürcher Hochschule der Künste.

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