Ray Barra

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Ray Barra

Raymond Martin Barallobre Ramirez wurde am 3.1.1930 in San Francisco als Sohn spanischer Eltern geboren.

Wie so viele amerikanische Kids lernte er steppen, sah einen Film mit Fred Astaire und Gene Kelly und wusste, daß er Tänzer werden möchte. Nach dem Studium an der San Francisco School for Ballet und der American Ballet Theater School war er zunächst im San Francisco Opera Ballet engagiert. Im American Ballet Theater avancierte er zum Solisten und tanzte dann in Stuttgart unter Nicholas Beriozoff das gesamte klassische Repertoire. Als John Cranko 1961 Beriozoff ablöst, gehörte Barra zu der kleinen Gruppe von Tänzern, die in das neue Ensemble übernommen wurden. In so epochemachenden Balletten wie Crankos Romeo und Julia (1962), Schwanensee (1963), Feuervogel (1964) und Onegin (1965) kreierte er die Hauptrollen, aber auch in Las Hermanas (1963) und Das Lied von der Erde, das Kenneth Mac Millan für Stuttgart choreographierte.

Ray Barras Werdegang fiel mitten hinein in die zweite Hälfte des 20.Jahrhunderts, mitten in die Ära Balanchine, in der das klassische Ballett seine neoklassische Ausweitung erfuhr; eine Epoche, in der sich – nach langer Anfeindung – schließlich das klassische Ballett und Modern Dance gegenseitig befruchteten. Und nicht zuletzt wurde Barra Zeuge, Instrument, ja sogar kreativer Mitwirkender bei Crankos Erneuerung des traditionellen Handlungsballetts.

1966 beendete ein Probenunfall, eine gerissene Achillessehne, abrupt Ray Barras Tänzerlaufbahn. Ein schmerzhafter Einschnitt in einem bis dahin erfolgreichen, aber auch menschlich reichen Leben. Mit einem starken Lebenswillen fing sich Barra jedoch wieder, wurde Ballettmeister unter MacMillan an der Deutschen Oper Berlin (1966-70), dann in Neumeiers Ballett der Hamburgischen Staatsoper (1973-76).

Als Choreograph hatte Barra sich schon Mitte der 60er Jahre im Rahmen der legendären Matineen der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft profiliert. Später choreographierte er in Stuttgart, Berlin, Frankfurt, München, Wien und San Francisco für Oper, Operette und Musical-Produktionen.

1985 holte ihn Maria de Avila, damals Direktorin des Madrider Ballet Nacional de Espana-Clásico, als Gastchoreographen. Barra nahm nach anfänglichem Zögern schließlich auch die von de Avila angebotene Position des künstlerischen Leiters an. Nach fünf Jahren wurde er wieder freischaffend und konnte Choreographie-Angebote annehmen wie Don Quijote (1991) und Schwanensee (1995) beim Bayerischen Staatsballett. 1994 folgte er einem Notruf seines alten Freundes Götz Friedrich, des Intendanten der Deutschen Oper Berlin, und übernahm dort bis 1997 die Ballettdirektion. Seitdem wohnt Barra mit seinem langjährigen Lebensgefährten Massimo Barra wieder im spanischen Marbella. Von Zeit zu Zeit kehrte er für besondere Herausforderungen in die Theaterwelt zurück. 2001 erarbeitete er mit der Münchner Erstaufführung von Raymonda seine dritte Klassikerneufassung fürs Bayerische Staatsballett. Fürs Griechische Nationalballett kreierte er zunächst Canto General nach Gedichten von Pablo Neruda und zur Musik von Mikis Theodorakis und 2010 eine revidierte Fassung seiner Berliner Schneekönigin zur Musik von Glasunow. Eine abendfüllende Version von Carmen entstand 2007 für das Ballett des Staatstheaters Karlsruhe unter der Direktion von Birgit Keil. Im Januar 2012 leitete er die Münchner Neueinstudierung von Kenneth MacMillans Las Hermanas, einem Meisterwerk, das kurz nach seiner Uraufführung 1963 mit Barra in der von ihm kreierten Hauptrolle auch fürs englische Fernsehen verfilmt wurde.

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