Information

Sunday, 07. July 2013
07:30 pm – 10:30 pm
Nationaltheater

Duration est. 3 hours · 1. Akt (est. 07:30 pm - 08:10 pm ) · Interval (est. 08:10 pm - 08:25 pm ) · 2. Akt (est. 08:25 pm - 08:55 pm ) · Interval (est. 08:55 pm - 09:25 pm ) · 3. Akt (est. 09:25 pm - 09:55 pm )

Prices G

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Cast

Musikalische Leitung
Myron Romanul
Choreographie und Inszenierung
Terence Kohler
Raum, Kostüme
rosalie
Licht
Christian Kass
Musik
Lera Auerbach
Musik
Alfred Schnittke

Prometheus
Lukáš Slavický
Epimetheus
Ilia Sarkisov
Athena Parthenos
Emma Barrowman
Pandora
Katherina Markowskaja
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„To become a hero, one must be different. The deeds of a hero shall bring him glory, they can be of physical or intellectual nature: Courage, a willingness to make sacrifices and to stand up for ideals and fellow human beings. Heroes are the counterpart of villains and cowards – or so they should be.”

Helden/Heroes is a comprehensive theme: Kohler choses to focus in on the conflict between Epimetheus and Prometheus. According to mythology, the former assigned animals their character traits while the ladder brought fire down to earth - hence introducing culture to human kind which opens up doors to claim power. This might either be used to bring reason and useful items to humanity, or to surrender to the satisfying feeling of omnipotence which might ultimately become self-destructive. Terence Kohler extends this challenge to find reason into the here and now in search of hope for a better future ahead. The music for the 'symphonic ballet with a storyline' is composed of pieces by Alfred Schnittke and Russian-American composer Lera Auerbach who worked closely with Kohler, contributing original scores for his work. Stage-, object- and costume design is by rosalie.

 

Bevor wir die Welt retten, müssen wir uns selbst retten (Clair Sauran)

Terence Kohlers "Helden" ist mehr als ein Ballett über Helden, es ist eine choreographische Studie über menschliches Verhalten. Es geht um Ehrgeiz und Macht, Liebe und Verlust, und die Art und Weise wie diese vier Elemente sich verzahnen können.
Ursprünglich begann "Helden" als Ballett über Helden. In den frühen Entscheidungsphasen, welche Art von Held im Zentrum der Geschichte stehen sollte, wurde uns klar, dass die weit interessantere Frage war: was macht eigentlich eine Person zu einem Helden, eine andere zu einem Bösewicht? Schließlich ist der interessanteste Teil einer Heldensaga oft deren ursprüngliche Geschichte, denn dort findet die Entwicklung von gewöhnlich zu außergewöhnlich statt. Nach Abwägung aller Möglichkeiten kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass diejenigen, die im wirklichen Leben als Helden gelten, heute oft durch die Medien zu diesem Status erhoben werden. Ob zu Recht oder zu Unrecht, ist oft eine Frage von Einfluss, von Präsenz in der Öffentlichkeit, von effektiver Vermarktung. Jemand wird öffentlich als Held gepriesen und deshalb als Held bekannt, während ein anderer dasselbe oder Größeres leistet ohne diese Anerkennung zu erhalten.
In unserer heutigen Gesellschaft sind "Helden", die von den Generationen der Jugendlichen am höchsten respektiert und verehrt werden, oft Weltklasse-Athleten, populäre Sänger, Schauspieler und Berühmtheiten, die man auf Grund ihrer äußeren Erscheinung, ihres Images wegen ebenso, wenn nicht gar mehr anhimmelt als wegen wirklicher Taten. Während nun einige ihren hohen Status dafür nutzen, das Bewusstsein und die Sensibilität für den Zustand der Welt zu erhöhen, gibt es ebenso viele, die auf Podesten stehen, aber nichts tun, um die Welt sinnvoll zu verändern, sie besser zu machen. Interessanterweise finden die Menschen, die sich aktiv für einen Wandel in der Welt einsetzen, wie Forscher, Wissenschaftler, Erfinder, oder jene, die Tag für Tag ihr Leben aufs Spiel setzen um anderen zu helfen wie Feuerwehrmänner, Ärzte, Polizisten, selten öffentliche Anerkennung für ihre Helferrolle in der Gesellschaft ernten.
Offenbar ist in der heutigen Gesellschaft der Begriff des Helden austauschbar mit dem des Idols. Ist der Grund die fehlende Bereitschaft, zu akzeptieren, dass die Welt heute vielleicht mehr denn je Helden braucht, oder hat sich die Werteskala der modernen Gesellschaft so dramatisch verändert, dass wir wahre Helden längst durch Abziehbilder ersetzt haben?

Im Ballett Helden erkunden wir die Frage nach dem Wesen eines Helden, nach dem Unterschied zwischen einem Idol und einem Helden im herkömmlichem Sinn; und was steckt dahinter, dass die Gesellschaft gewisse Menschen als Helden anerkennt, andere aber nicht?
Auf Grund der verschiedenen immanenten Elemente und Vorstellungen haben wir uns beim Entstehen von „Helden“ dafür entschieden, eine Erzählstruktur zu finden, die keine wort-wörtliche Erklärung der Geschichte bietet, vielmehr dem Publikum die Freiheit eigener Wahrnehmungen und Folgerungen erlaubt. Die Vorstellung, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, rückte in den Mittelpunkt.
In diesem Ballett haben wir unterschiedliche Perspektiven eingesetzt, um die graduellen Unterschiede dreier Charaktere aufzuzeigen, von denen jeder zu gewissen Phasen des Balletts als heldenhaft angesehen werden kann. Jeder dieser Helden (oder Heldinnen) ist letztlich ein ganz normaler Mensch mit seinen Fehlern, der sich vom jeweils anderen durch seine Entscheidungsbereitschaft und seinen Willen zum Handeln unterscheidet.
Die Story des Balletts bedient sich dreier unterschiedlicher Perspektiven: der des Prometheus, des Epimetheus und der Athena Parthenos. Obwohl die Figuren in "Helden" die Namen großer Heroen der griechischen Mythologie tragen, haben wir deren idealisierte Charaktere, vorhersehendem Weitblick bei Prometheus, nachfolgender Einsicht und Weisheit dazu benutzt, neue Figuren zu schaffen, die in der heutigen Welt bestehen könnten.
Während in der griechischen Mythologie Prometheus und Epimetheus verbrüderte Titanen sind, sind sie zu Beginn des Balletts einander fremd. In gewisser Weise sind sie Bruder-Metaphern – jeder versucht, die Welt nach seinem Gutdünken auszurichten, aber sie sind auch wie die griechischen Heroen Gegenspieler. Prometheus handelt in all seinen Planungen logisch und überlegt bis die Technik, die er sich nutzbar gemacht hat, ihn überwältigt, er sich nicht mehr im Zaum halten kann und seinen Bruder Epimetheus ermordet. Epimetheus fehlt jegliches Voraussehen, er handelt im gegebenen Augenblick, plant nie im Voraus, lernt aber aus dem Vergangenen.
Die Geschichte thematisiert die Art und Weise, wie Menschen physisch, mental und emotional miteinander umgehen. Prometheus sieht die Möglichkeit, der Welt zu helfen, nutzt die Kraft der Natur und der Technik , um eine neue Form gesellschaftlichen Umgangs zu schaffen, die es den Menschen erlaubt, enger als je zuvor miteinander in Bezug zu treten. Er wird als Held gepriesen, weil er das Leben der Menschen grundlegend verändert, aber sie geraten sehr rasch in eine Abhängigkeit von seiner Technologie, werden vollständig von ihr beherrscht und werden einander und der sie umgebenden Welt völlig fremd.
Prometheus hat die Balance und natürliche Ordnung der Gesellschaft gestört und beraubt symbolisch die Welt aller ihrer (Natur)-schätze. Sein Tun bewirkt, dass die Menschen jede Authentizität einbüßen, sich tief in die virtuelle Welt zurückziehen, wo sie nicht mehr selbständig denken und fühlen müssen, und die wirkliche Welt für sie zu existieren aufhört.


Personal

PROMETHEUS, stets von großem Ehrgeiz geleitet, nutzt seine Kenntnisse, um mit einer technischen Erfindung den Menschen Fortschritt zu bringen. Obwohl er eigentlich gutes im Sinn hat und den Menschen helfen will, korrumpieren ihn bald Macht und Ruhm und bringen ihn vom rechten Weg ab.

EPIMETHEUS, der "Nachherbedenkende", lebt für den Moment und die Liebe zu Pandora. Er lehnt Veränderungen ab und misstraut dem Fortschritt - dies macht ihn zu Prometheus' Gegenspieler.

ATHENA PARTHENOS, eine überaus kluge Frau, die dank ihrer Empathie durch die Erfahrungen und Fehler anderer Lernt. Sie schreitet fort auf dem Wege der Aufklärung und antizipiert zukünftige Konflikte.

PANDORA ist die Geliebte Epimetheus'. Durch ihre unstillbare Neugier lässt sie sich leicht vom Ziel ablenken.

DIE MENSCHEN, die Prometheus und seinen Versprechen aus Angst vor der Zukunft viel zu lange Glauben schenken und die Warnungen, selbst ihre eigenen Vorahnungen, in den Wind schlagen, gesteuert von Hybris, Existenzangst und ungebändigtem Wissensdurst.

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Biographies

Myron Romanul was born in Baltimore and studied in Boston. Debut as piano Soloist with the Boston Symphony Orcherstra at age of 11.

Performed as a Soloist and member of Boston Symphony Orchestra and Boston Pops Orchestra with Seiji Ozawa, Kurt Mazur, Arthur Fiedler, John Williams and others. Won Grammy Award with New England Conservatory Ragtime Ensemble in 1973 for Best Classical Chamber Music.

Assistant Music Director, Boston Lyric Opera
Principal Conductor Boston Ballet
Conductor & Solo Pianist, Stuttgart Ballet, 1985-1990
2. Kapellmeister & Assistant GMD, Badische Staatstheater Karlsruhe, 1990-1994
1. Kapellmeister & Stellvertreter GMD, Staatstheater Mainz, 1994-1997
1. Kapellmeister, Aalto Theater Essen
Music Director, Fairbanks Summer Arts Festival, since 1985
Principal Guest Conductor, Central Massachusetts Symphony Orchestra, since 1985
Guest Conductor, Ankara State Theater, since 1999
Also plays Cimbalom (Hungarian dulcimer), performed with Pierre Boulez & Speculum Musicae, and recorded film score to Gorky Park

 

Guest Conductor at the Opéra national du Rhin and in Metz, both in France and at the His Majesty's Theater in Perth, Australia.

Myron Romanul has been conducting performances at both the Bayerische Staatsoper and the Bayerisches Staatsballett since 1987. At the Bayerisches Staatsballett Romanul conducted, amongst others, The Taming of the Shrew, Onegin, Don Quijote, Balanchines Brahms-Schönberg Quartett, Jacopo Godanis After DarkThe Nutcracker, Romeo and Juliet and La Bayadère. He also took over the musical direction of numerous premieres such as Die Silberne RoseBombana/Simon/Godani and Le CorsaireHelden, Der gelbe Klang and Le Sacre du printemps.

(Information as of April 2018)

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