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Composer Gioachino Rossini

Tuesday, 20. April 2010
07:00 pm – 10:10 pm
Cuvilliés-Theater

Duration est. 3 hours 10 minutes

Prices CE

Sold out

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Cast

Musikalische Leitung
Christopher Ward
Inszenierung
Árpád Schilling
Bühne und Kostüme
Márton Ágh
Licht
Christian Kass
Video
Silke Holzach
Produktionsdramaturgie
Miron Hakenbeck
Kinderchor
Stellario Fagone

Don Ramiro
Nam Won Huh
Dandini
John Chest
Don Magnifico
Il Hong
Clorinda
Laura Nicorescu
Tisbe
Evgeniya Sotnikova
Angelina (Cenerentola)
Angela Brower
Alidoro
Tareq Nazmi
Orchester
Bayerisches Staatsorchester
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Eine junge Frau wird zuhause von liebeshungrigen Halbschwestern und einem geldsüchtigen Stiefvater seelisch misshandelt und weggesperrt. Ein in der Liebe noch ganz unerfahrener Prinz auf der Suche nach einer Braut oder ersten Liebesabenteuern läuft ihr in fremden Kleidern direkt vor die Augen. Liebe auf den ersten Blick? Auf jeden Fall nutzt die junge Frau die einmalige Chance, aus ihrem tristen Alltag auszubrechen und verschafft sich trotz Verbots Zugang zum entscheidenden Fest. Dort verwirrt sie ihm dann die Gefühle – als maskierte Unbekannte. Bevor die beiden zueinander finden, muss er auf die Suche nach ihr gehen.

Die Figuren in Rossinis opera semiseria träumen unverschämt offen vom materiellen Aufstieg oder heimlich und leise von einem besseren Leben. Obwohl sie nie eine glückliche Kindheit hatte, bewahrt sich Cenerentola kindlich unbedarft den Glauben daran, dass sich für sie alles zum Guten wenden kann. So muss nur noch ein mysteriöser Besucher ihrem Glauben etwas nachhelfen.

Der ungarische Regisseur Arpád Schilling und der Dirigent Christopher Ward erkunden mit den jungen Sängerinnen und Sängern des Opernstudios die rhythmisch pulsierende Partitur von La Cenerentola aus dem Jahr 1817 und schaffen für das Cuvilliés-Theater eine eigene Version dieser vermeintlich bekannten Geschichte. Schillings Inszenierungen von Tschechows Die Möwe, W – Worker’s Circus (nach Büchners Woyzeck), Leonce und Lena und Home, my sweet Homeland (nach Büchners Dantons Tod) waren zu Gast in zahlreichen europäischen Theatern und auf internationalen Festivals. Neben einer aus den jeweiligen Grundkonflikten eines Stücks abgeleiteten Form beeindrucken an Schillings Theaterarbeiten die unmittelbare körperliche Präsenz der Darsteller.

 

Cenerentola ist als Waise mit ihrem Stiefvater und den beiden Halbschwestern Tisbe und Clorinda aufgewachsen. Ihre Mutter, eine Witwe hatte sie in eine zweite Ehe gebracht und ihrem zweiten Mann, Magnifico, zwei weitere Töchter geboren, bevor sie gestorben ist. Die junge Frau wird zuhause von ihrer Familie weggesperrt und seelisch erniedrigt. Alle drei Frauen sind im heiratsfähigen Alter, doch kommt im Haus ihres Vaters kaum ein Mann vorbei. So träumen Clorinda und Tisbe von einem möglichen Liebhaber und vertreiben sich die Zeit damit, sich um Kosmetik und Garderobe zu kümmern, während Cenerentola sich um das langsam verfallende Haus und den Haushalt sorgt. Magnificos Wunsch nach einem männlichen Erben hat sich nie erfüllt und so sieht er seine einzige Chance auf Aufstieg und Glück nur in der Möglichkeit, seine beiden leiblichen Töchter schnell an wohlhabende Männer zu verheiraten. Er verbringt die meiste Zeit des Tages im Bett und träumt sich in bessere Zeiten.

Die Mädchen erreicht die Nachricht, dass ein junger Prinz auf Brautsuche die Häuser der Umgebung seines Schlosses abklappert, um alleinstehende junge Frauen persönlich auf ein Fest einzuladen. Diese Nachricht versetzt Clorinda und Tisbe in hysterische Vorfreude. Der Vater, als er von der Nachricht hört, fordert die Töchter auf, mit größtmöglichem Einsatz in diesen Heiratswettbewerb zu gehen. Ein junger, ungeschickter Mann, Ramiro, scheinbar Diener und Vorbote des Prinzen, betritt das Haus und stolpert Cenerentola in die Arme. Die beiden empfinden sofort große Zärtlichkeit füreinander. Der Prinz macht den Töchtern Magnificos mit Schmeicheleien den Hof und schleppt sie auf das Schloss ab. Cenerentola kommt dem aufbrechenden Stiefvater in die Quere und fleht ihn vor dem Prinzen und seinem Diener an, sie auch für eine Weile auf das Fest gehen zu lassen. Magnifico versucht vergeblich, sie mit Gewaltandrohungen zum Schweigen zu bringen.

Der Vertreter einer Behörde behauptet die schriftlich bewiesene Existenz einer dritten Tochter und verlangt, diese zu sehen. Magnifico erklärt das Mädchen für verstorben und bezeichnet Cenerentola auf die Fragen der Männer hin als Dienstmagd. Alle beargwöhnen Magnificos groben Umgang mit der jungen Frau, sind aber froh, irgendwann endlich zum Fest aufzubrechen. Der unbekannte Besucher in Zivil entpuppt sich als Bote des Himmels. Er spricht Cenerentola Mut zu und beschafft ihr die nötigen Mittel, auf das Fest zu gehen.

Auf dem Schloss bedient sich Magnifico mit Erlaubnis des Prinzen ungehemmt am Weinkeller. Der Prinz bedient sich derweil an den freigiebigen Töchtern Magnificos, verliert aber bald die Lust an ihnen und macht sich vor Ramiro über ihre Dummheit lustig. Uneingeladen erscheint eine verschleierte Unbekannte. Alle sind bezaubert von der Aura, die sie umgibt, erkennen aber Cenerentola nicht. Ramiro verliebt sich ein zweites Mal am gleichen Tag. Die Unbekannte scheint sich für ihn zu interessieren, bevor sie sich davonmacht, gibt sie ihm einen ihrer Schuhe und fordert ihn auf, nach ihr zu suchen.

Das Auftauchen der Unbekannten hat das ausschweifende Fest für eine Weile unterbrochen, aber beim Essen kommen alle recht schnell wieder in Stimmung.
Ramiro, der der eigentliche Prinz ist und nur für eine Weile mit seinem Diener Dandini die Rolle getauscht hatte, fühlt das erste Mal im Leben echte Liebe. Er beendet den Rollentausch, entscheidet, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen und begibt sich auf die Suche nach der Unbekannten. Dandini, eben noch Prinz und jetzt wieder Diener, enthüllt Magnifico das Spiel und nicht ohne Genugtuung wirft er alle aus dem Palast.

Als wäre der nächtliche Ausflug nur ein Traum gewesen, findet sich Cenerentola zuhause wieder. Sturm und Regen scheinen das verfallende Haus vollends zu zerstören. Cenerentola wünscht ein neues Wunder: der Sturm legt sich und gleichzeitig treffen all jene ein, die sich eben noch auf dem Schloss befanden: ihre Halbschwestern, ihr Stiefvater, der Prinz Ramiro und dessen Diener Dandini. Ramiro erkennt in Cenerentola die beiden Frauen wieder, in die er sich verliebt hat. Sie muss erkennen, dass der liebenswerte junge Mann vom Vortag ein Prinz ist. Ramiro macht Cenerentola einen Heiratsantrag, Cenerentolas Familie amüsiert der scheinbar gelungene Scherz, bis ihnen das Lachen vergeht. Cenerentola heiratet den Prinzen, sie vergibt ihrer Familie und bittet ihren Stiefvater und ihre Schwestern, ihr Glück zu teilen und weiter bei ihr zu leben.

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Biographies

Christopher Ward, geboren in London, studierte Musikwissenschaft an der Oxford University und Dirigieren u.a. bei John Carewe und Colin Metters. Er arbeitete als Dirigent und Repetitor an der Guildhall School of Music and Drama in London, außerdem mit der Oxford University Philharmonia, den Arcadian Singers, der Oxford Chamber Opera, dem Pierrot Ensemble und der New Chamber Opera. 2003 wirkte er als Stipendiat an der Scottish Opera und an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow. Nach seiner Tätigkeit am Internationalen Opernstudio Zürich wechselte er 2005 als Kapellmeister ans Staatstheater Kassel, seit der Spielzeit 2009/10 ist er an der Bayerischen Staatsoper engagiert, seit dieser Spielzeit als Erster Kapellmeister. Dirigate hier 2011/12: Prima la musica, poi le parole, Sigurd der Drachentöter, Das schlaue Füchslein.

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