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Music drama in three acts

Composer Richard Wagner · Libretto by Richard Wagner
German with German surtitles

Saturday, 08. July 2006
05:00 pm – 10:45 pm
Nationaltheater

Duration est. 5 hours 45 minutes · Intervals between 1. Akt and 2. Akt (est. 06:30 pm - 07:20 pm ) between 2. Akt and 3. Akt (est. 08:35 pm - 09:30 pm )

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Cast

Musikalische Leitung
Zubin Mehta
Inszenierung
Peter Konwitschny
Bühne und Kostüme
Johannes Leiacker
Licht
Michael Bauer
Produktionsdramaturgie
Werner Hintze
Chor
Sören Eckhoff

Tristan
John Treleaven
König Marke
Jan-Hendrik Rootering
Isolde
Waltraud Meier
Kurwenal
Alan Titus
Melot
Francesco Petrozzi
Brangäne
Mihoko Fujimura
Ein Hirte
Kevin Conners
Ein Steuermann
Christian Rieger
Ein junger Seemann
Ulrich Reß
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The most beautiful of all Wagner operas. Musical high erotic flair: two people, who still have a score to settle with one another, drink a love potion instead of poison. They are caught in flagrante, following which there is longing to the point of love-death. Careful: there's an addiction hazard here even for non-Wagnerians. "Drown – sink down!" Tristan in Munich's National Theatre, the site of its world première. The grand musical experience.

 

The background to the story

Tristan, the nephew and vassal of King Marke of Cornwall, killed a knight, Morold, the fiancé of the Irish king's daughter, Isolde, in battle and sent the head of the dead man to Isolde. Tristan was also wounded in the battle by a sword that had been dipped in poison by Isolde herself. He travelled to Ireland under the name of Tantris in order to be nursed back to health by Isolde. Isolde realised his true identity, as a splinter of metal which was lodged in Morold's head exactly fitted a small gap in Tristan's sword. She decided to be revenged on Tristan for Morold's death, but the moment she looked into Tristan's eyes her hate turned into love. Fully restored to health, Tristan travelled back to Cornwall, only to return a short while later to court Isolde in the name of his uncle, King Marke. Together Tristan and Isolde set sail for Cornwall.

Act One

Isolde feels that Tristan has betrayed her and orders her woman, Brangaene, to persuade Tristan to come to her so they can talk things out. He is very reluctant to do so. His servant, Kurwenal, declares that a hero can never be subservient to the maid whom he has courted in his uncle's name and he sings a satirical song about Morold's death. Isolde tells Brangaene about her first meeting with Tristan. Brangaene seeks to comfort her mistress and reminds her of the magic potions Isolde's mother gave her to take with her on the journey to Cornwall. Isolde is desperate at the thought of being so close to the man she loves while being forced to live as the wife of another. So she plans to die with Tristan. When the latter appears, Isolde demands that he should drink the poison with her as a penance for killing Morold. Assuming that they are both now about to die, Tristan and Isolde declare their love for each other. But the potion which Brangaene has given them was not the poison. Accompanied by cheering from the people, Tristan and Isolde reach Cornwall.

Act Two

King Marke has gone hunting at night with his retinue. Isolde is waiting in the garden for Tristan. Brangaene warns Isolde about Melot, Marke's liegeman, because she is convinced that he plans to betray the lovers to his master. Isolde does not heed her. Impatiently she extinguishes the torch at the door, that signal that she and Tristan have agreed on. Tristan and Isolde are delighted to be together without the danger of being disturbed and decide to quit this world, which does not allow them to love each other, and live only for their love. At dawn King Marke, who has been alerted by Melot, appears with his retinue. Disappointed at Tristan's betrayal of his trust and his friendship, he sees the existence of all moral values called in question. At this moment, Tristan's feeling of guilt and remorse is stronger than his love for Isolde; he agrees to fight a duel with Melot and runs into the latter's sword.

Act Three

Kurwenal has taken Tristan to his home, Kareol in Brittany. As Tristan's wound refuses to heal, Kurwenal has sent for Isolde to come and nurse his master back to health. A shepherd is keeping a look-out for her ship. He is to announce the arrival of the vessel by singing a merry song. Tristan's thoughts are dwelling on his origins and his childhood, which he had to spend without the love and support of his parents. His father died after he had been conceived, his mother died after he was born. When Isolde finally arrives, she is too late; Tristan has departed his earthly life in the moment of her arrival. Brangaene has also persuaded Marke to travel to Kareol so that he can offer the lovers his forgiveness. When the king and his retinue arrive, Kurwenal tries to stop them from seeing Tristan and Isolde. In the course of the ensuing struggle, Kurwenal and Melot kill each other. Isolde follows Tristan into another world.

Translation: Susan Bollinger
© Bayerische Staatsoper

Peter Konwitschny. Zwei Arten von Tod. Oder: Wagner, wir und die Bürde einer Interpretationsgeschichte

Tristan und Isolde ist für mich ein sehr hoffnungsvolles Stück. In dieser Oper wird das existentielle Sein in einer Welt, die Liebe nicht zuläßt, bis zur Neige ausgelitten. Darin spiegelt sich auch Wagners eigene Lebenssituation wider. Thema ist der nicht zu tötende Wunsch nach Nähe, nach Zusammensein, nach Sich-Lieben. Und dieser Wunsch existiert, seit es die Spezies Mensch, seit es Lebewesen überhaupt gibt.

Wir konstatieren im Tristan zwei Arten von Tod: Auf die erste stoßen wir im ersten Akt, wenn Tristan und Isolde glauben, sich zu vergiften. Sie können nichts mehr ertragen, wollen das Ende ihrer Schmerzen herbeiführen, also nicht mehr sein. Diese Art des Todes bestimmt auch das Ende des zweiten Aktes, wenn Tristan quasi die Nerven verliert und sich in Melots Schwert stürzt, weil er keine Hoffnung mehr hat. Die andere Bedeutung des Todes in Tristan ist nicht ein Daseins-Ende, sondern – im Gegenteil – der Beginn vom Eigentlichen. Dieser Erkenntnismoment bricht an, wenn Tristan und Isolde in ihrem großen Duett zu dem Entschluß kommen, aus dem System aussteigen zu wollen, weil die anderen für sie gestorben sind. Und das heißt für sie nun gerade nicht, daß sie Selbstmord begehen und dann tot sind. Diese Erkenntnis gilt besonders für den Schluß des Werkes.

Der Begriff Liebestod, der ja interessanterweise nicht von Wagner stammt, worauf man immer wieder mal hinweisen sollte, ist für mich sozusagen windschief. Ich höre aus der Schlußmusik eine unglaubliche, ja eine unbändige Freude heraus. Sie bringt für mich unüberhörbar zum Ausdruck, daß Tristan und Isolde es endlich nach großen Schwierigkeiten geschafft haben, sich allen Verstrickungen um sie herum zu entziehen, um von nun an erst wirklich zu leben. Und das heißt in erster Linie: um zu lieben.

Deshalb betrachte ich den Tristan als ein so hoffnungsvolles Stück. Es wird geradezu beispielhaft, daß hier zwei sich liebende Menschen das tun, wovon wir alle mehr oder weniger träumen. Ihr Problem, daß sie in ihrem Tun behindert werden durch sogenannte gesellschaftliche Verpflichtungen, hat sich für uns trotz anderer Kontexte, trotz einer Veränderung der Gesellschaft zumindest in der äußeren Form eher noch zugespitzt.

Damit wir heute diese Botschaft ebenso eindringlich erfahren können, muß man das Stück anders darstellen als vor hundertdreißig Jahren. Tristan und Isolde ist nicht als lähmende Tragödie gemeint, sondern – ganz im Gegenteil – beispielhaft und beflügelnd. Wagner will, daß wir diesem Wunsch nach Liebe von unserer Position aus, aber unter seiner Führung selbständig nachgehen.

Das wird zum Politikum. Denn unsere Kultur ist am Ende, steckt in einer Sackgasse: Liebe zu realisieren wird immer unmöglicher. Daran tragen nicht etwa einzelne Menschen die Schuld, Politiker zum Beispiel, sondern das liegt vielmehr in unseren kulturellen Voraussetzungen begründet: in der Körperfeindlichkeit, in der Frauenfeindlichkeit, in der Liebesfeindlichkeit. Uns ist Ordnung wichtiger als Liebe – dieses Ergebnis hat eine offizielle Umfrage ergeben. Zu den herausragenden Werten der Deutschen gehören Ordnung und Sicherheit. Die Liebe rangiert erst an dreizehnter Stelle.

Der Psychologe Siegfried Höfling ist davon überzeugt, daß, aufgrund einer zunehmenden Globalisierung und Nivellierung menschlicher Gefühlswerte in der heutigen Zeit, die Hauptaufgabe der Menschheit im 21. Jahrhundert in der Erziehung, besser noch: in der Entwicklung zur Liebesfähigkeit liegen werde; uns drohe andernfalls der Verlust der letzten Utopie. Es ist schlimm, wenn man als Utopie bezeichnen muß, worauf letztlich der Fortbestand unserer Gattung beruht. Wenn das ganzheitliche Fortpflanzen, das mit Seele, Körper, Sehnsucht, mit Erfüllung von Sehnsüchten, mit Wärme, Nähe, Geborgensein zu tun hat, ja letztlich mit der Aufhebung der Vereinzelung im Akt der Zeugung, wenn das abgespalten wird und nur noch zu einem nackten biologischen Fortpflanzungsaspekt degeneriert. In dem Stadium nämlich erweist sich der Mensch als unglaublich reduziert, dann entfremdet er sich von sich selbst, weil er verlernt, wer er ist. Der Mensch liegt brach. [...]

Tristan und Isolde begeben sich aus dieser Welt heraus. Aber in dem Moment stemmen sich ihnen die Verhältnisse entgegen: Was würde denn aus unseren Spielregeln, aus unserem System werden, wenn das alle machen würden? Dann bräche ja alles zusammen. An diesem Einspruch ist, vom Alltagsstandpunkt aus gesehen, auch durchaus etwas Wahres. Marke als keineswegs redseliger, sondern absolut auf der Höhe der Zeit stehender Mann vertritt diesen Standpunkt. Er sagt: Was wird denn aus unseren Werten wie Treue, was bedeutet noch Vertrauen, wenn zwei Menschen diese Grundmuster einfach ignorieren? Nichts ist folgerichtiger, als daß die Gesellschaft in dem Moment protestiert. Männer sind gegenüber diesen Fragestellungen viel anfälliger als Frauen. Tristan erwachsen deshalb natürlich ungleich größere Schwierigkeiten durch Markes Argumentation als Isolde, die in die Männerwelt und ihr Denken nicht so integriert ist. Deshalb schreit Tristan: "Melot, zieh dein Schwert". Er empfindet sich als Verräter an diesem System und will deshalb Schluß machen. Aber seine Reaktion ist gleichzeitig ein Verrat an Isolde, denn beide hatten ja anderes im Sinn, nämlich in den Tod als ein neues Leben zu gehen. [...]

Der Tod von Tristan ist kein wirklicher Tod, bzw. ein Tod im Sinne der Voraussetzung eines neuen Anbeginns. Und wie ist Tristans "Tod" komponiert? Ein merkwürdiger Harfenklang, weder Tonika noch Abgesang: So kann kein Held Tristan in die Ewigkeit eingehen. Das ist nur ein Schein-Ende, das ist in Wirklichkeit der Gestus einer echten Grenzüberschreitung. Tristan ist nicht nur noch da, sondern gibt sich jetzt sogar auch übermütig nach diesem schmerzhaften Prozeß der Selbsterkenntnis. Er stellt sich höchstens tot – oder wie auch immer. Isolde versteht das nicht sofort, sie erschrickt furchtbar, wird ohnmächtig und denkt zunächst: du Verräter, jetzt stirbst du. Aber dann erscheint das Motiv, das übersetzt bedeutet: Komm, wir gehen. Wenn Isolde das begriffen hat, kommt diese unbändige Freude auf, und das Singen hört nicht mehr auf. Sie spricht es für uns, die wir zurückbleiben, aus. Und ihre letzte Botschaft lautet: Tut es doch auch!

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Biographies

Zubin Mehta was born in 1936 and grew up in a musical family in his native Bombay. After first studying medicine for two semesters he concentrated on music in Hans Swarowsky's conducting class at the Vienna academy.

Zubin Mehta won the Liverpool International Conducting Competition in 1958 and was also a prize-winner at the Koussevitzky Competition in Tanglewood. By his mid-twenties he had already conducted both the Vienna and Berlin Philharmonic Orchestras and retains close ties with both.

Zubin Mehta was Music Director of the Montreal Symphony Orchestra from 1961 to 1967 becoming Music Director of the Los Angeles Philharmonic Orchestra in 1962, a post he retained until 1978. In 1969 he also became Music Adviser to the Israel Philharmonic Orchestra and was made Music Director of that orchestra in 1977. In 1981 he was made Music Director for life. Zubin Mehta has conducted nearly two thousand concert performances with this extraordinary ensemble on tours spanning five continents. In 1978 he became Music Director of the New York Philharmonic commencing a tenure lasting 13 years, the longest in the orchestra's history and, since 1985, he has been chief conductor of the Maggio Musicale in Florence.

Zubin Mehta made his debut as an opera conductor with Tosca in Montreal in 1964. Since then he has conducted at the Metropolitan Opera New York, the Vienna State Opera, the Royal Opera House, Covent Garden, La Scala Milan, and the opera houses of Montreal, Chicago and Florence as well as at the Salzburg Festival.

Zubin Mehta's list of awards and honours is extensive and includes the "Nikisch-Ring" from the Vienna Philharmonic as well as having been made, in 2001, an honorary member of the orchestra. He is an honorary citizen of both Florence and Tel Aviv and was made an honorary member of the Vienna State Opera in 1997. In 1999 Zubin Mehta was presented the "Lifetime Achievement Peace and Tolerance Award" of the United Nations by Lea Rabin. In April 2001 President Chirac created him "Chevalier de la Legion d'Honneur". In January 2004 the Munich Philharmonic Orchestra bestowed the title of "Honorary Conductor" on Zubin Mehta.

Zubin Mehta has been Music Director of the Bavarian State Opera and the Bavarian State Orchestra from 1998 to 2006. Quite apart from his commitments and responsibilities for the musical leadership of new productions, repertory performances and concerts associated with this position, he has also led the State Orchestra on two major European tours and the whole opera company on tours to Japan.

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