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Composer Erich Zeisl / Jan Duszynsk

Monday, 21. July 2014
08:00 pm – 11:15 pm
Reithalle

Duration est. 3 hours 15 minutes

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Cast

Musikalische Leitung
Daniel Grossmann
Inszenierung
Miron Hakenbeck
Bühne und Kostüme
Philine Rinnert
Licht
Benjamin Richter
Video
Manuela Hartel
Chor
Elisabeth Löffler
Kinderchor
Stellario Fagone

Mendel
Chris Merritt
Deborah
Christa Ratzenböck
Mirjam
Mária Celeng
Jonas
Patrick Vogel
Schemariah
Wiard Witholt
Menuchim
Matthew Grills
Michael
Joshua Stewart
Mike/Kosak
Joshua Stewart
Kapturak
Peter Lobert
Wunderrabbi/Kosak
Rafal Pawnuk
Sameskin/Kosak
Leonard Bernad
Wirtin/Mädchen
Rachael Wilson
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Als der Schriftsteller Joseph Roth 1939 vereinsamt im Pariser Exil stirbt, führen Schauspieler des Reinhardt-Ensembles seinen Roman Hiob szenisch auf. Der Komponist Erich Zeisl, selbst nach Paris emigriert, schreibt Musik dafür. Roths Geschichte des „einfachen Mannes“ Mendel Singer, der nach Amerika auswandert, und den dort Schicksalsschläge an die Grenzen seines Glaubens führen, bis ihn ein Wunder von seinem Zweifel erlöst, lässt Zeisl nicht mehr los. Er gewinnt den befreundeten Dichter Hans Kafka für seine Idee zu einer Oper nach dem Roman. Ihr Projekt begleitet die beiden an die nächsten Stationen des eigenen Exils – New York, dann Los Angeles. Als Zeisl dort 1959 stirbt, ist nur die erste Hälfte der Oper vollständig komponiert und orchestriert. Wir führen die bestehende Musik erstmals vollständig auf und wagen die Forterzählung der Oper, in deren Hauptfigur sich die Biographien Roths, Hans (John) Kafkas und Erich Zeisls begegnen.

 

Mendel Singer, der in einem kleinen russischen Schtetl den jüdischen Jungen das Lesen der Bibel beibringt, begegnet den Widernissen des Lebens mit Gottvertrauen. Selbst, dass sich sein viertes Kind als zurückgeblieben erweist und seine gesunden Söhne zur Armee einrücken sollen, sieht er gleichmütig als gottgegeben an.

Als seine Tochter Mirjam wechselnde Liebesaffären mit Kosaken beginnt, entschließt sich Mendel zum ersten Aufbruch seines Lebens. Er folgt seinem ältesten, vor der Armee geflohenen Sohn Schemariah und wandert mit Frau und Tochter nach Amerika aus. Den behinderten Menuchim muss er wegen der Einreisebestimmungen in Russland zurücklassen.

Obwohl es der Familie in Amerika finanziell besser geht, wird Mendel dort nicht heimisch. Ihn quälen Sehnsucht nach Menuchim und ein Gefühl großer Schuld. Dann zerbricht Mendels Glück: in Europa bricht der erste Weltkrieg aus, der Kontakt zum als Soldat dienenden Jonas und die Nach-richten über den Verbleib Menuchims reißen ab, Schemariah fällt als amerikanischer Soldat, die Tochter Mirjam wird an eigenen Schuldgefühlen wahnsinnig, Deborah geht an dem Verlust ihrer Söhne zugrunde.

Mendel, der sich sein ganzes Leben lang in sein Dasein gefügt hat, bricht angesichts dieser Schick-salsschläge mit Gott und versinkt in Resignation. Ein Wunder erlöst ihn aus seiner großen Verlas-senheit: Zu Beginn des Pessachfestes, an dem Mendel lustlos teilnimmt, taucht sein Sohn Menuchim auf, an einem Sederabend, einem Fest der Erlösung, bei dem der Prophet Elijah erwartet wird. Der verloren Geglaubte ist inzwischen erwachsen und geheilt – er hat die Musik für sich entdeckt und ist erfolgreicher Komponist geworden. Angesichts dieser Wiederbegegnung findet Mendel seinen Frieden mit sich und seinem Schicksal.

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Biographies

Daniel Grossmann, geboren in München, studierte in seiner Heimatstadt bei Dr. Hans-Rudolf Zöbeley, in New York bei Scott Bergeson sowie in Budapest bei Professor Ervin Lukács. 1997 debütierte er mit der Camerata Savaria in München (Pergolesis La serva padrona) und konzertierte in Folge mit Ensembles wie den Ungarischen Philharmonikern Debrecen, dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt und dem Failoni Kammerorchester der Ungarischen Staatsoper Budapest. 2004 gründete er das auf historische Aufführungspraxis spezialisierte Ensemble28. Er ist auch Gründer und künstlerischer Leiter des Orchesters Jakobsplatz München und engagiert sich hier für die deutsch-jüdische Gegenwartskultur durch die Aufführung von Werken verfolgter und vergessener jüdischer Komponisten.

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