Die unmögliche Enzyklopädie für zu Hause | #BSOfürzuhause

Die limitierten Aufführungsmöglichkeiten an Theatern in Deutschland aufgrund der aktuellen Situation verändern auch die Grundsituation der dramaturgischen Veranstaltungsreihe der Unmöglichen Enzyklopädie. Sie wird allerdings nicht unterbrochen, sondern wechselt nur das Medium: online – von Fall zu Fall als Video oder rein zum Hören.


Die Unmögliche Enzyklopädie Nr. 56: Zerstreuung

Sie opponiert gegen alles, was durchstrukturiert, ziel- und zweckgerichtet die Welt dominiert: die Zerstreuung. Innehalten, den Gedanken freien Lauf, das Fühlen zwanglos spielerisch treiben lassen, all das kann Zerstreuung sein, wenn sie nicht stumpf die Sinne betört und verstopft. Erzwingen kann man kreative Zerstreuung nicht, zulassen aber sehr wohl. Das galt für Giovanni Boccaccio, als er Geschichten in seinem Dekameron sammelte, die sich Menschen bei ihrem Entfliehen vor der Pest erzählen. Das gilt für Thomas Mann, der in seinem Zauberberg über die Zeit sinniert – und es gilt für Johann Sebastian Bach. Seine Goldberg-Variationen sind pure Lust am Spiel, geschrieben für die Nacht, wenn die Pflichten des Tages nicht mehr wichtig sind.

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Die Unmögliche Enzyklopädie Nr. 54: Einsamkeit II

Seit dem 10. März wurde auf der Bühne des Nationaltheaters keine der geplanten Opern- und Ballettproduktion gezeigt. Das Publikum als unabdingbaren Gegenpart ist abhanden gekommen. In dieser Unmöglichen Enzyklopädie verfolgen wir den Weg einer einzigen Zuschauerin durch das Nationaltheater – in gewohnter Weise und doch völlig anders. Aus der Einsamkeit heraus beginnen wir, uns an die Klänge der Vergangenheit zu erinnern und hoffen darauf, dass die Kunst bald ihren gewohnten Platz in der Gesellschaft zurückbekommt und unseren Hunger nach sinnlicher Erfahrung wieder sättigen kann.

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Die Unmögliche Enzyklopädie Nr. 55: Zwischenzeit

Zwischenzeiten gehen scheinbar ungenutzt vorüber: mit Warten, Schlafen, Krank-Sein, Sich-von-einem-Ort-zum-anderen-bewegen. Die Zwischenzeit ist die Zeit, die man immer nur hinter sich bringen will. Aber sie macht dabei einen riesigen Teil des Lebens aus. Manchmal, zum Beispiel in Krisenzeiten, wird die Zwischenzeit zur Zeit, und das, was man eigentlich nur schnell hinter sich bringen möchte, wird zu dem, was ist. Grund genug, die Zwischenzeit nicht nur näher zu betrachten, sondern in sie einzutreten.

Mit Beiträgen von: Marie-Janine Calic Professorin für ost- und südosteuropäische Geschichte an der LMU München; Gregor Jotzu, Physiker am Max Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg; Judith Kasper, Professorin für Komparatistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; Marlis Petersen, Sopranistin. Sprecherin: Miriam Haltmeier.

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Nr. 55 Zwischenzeit

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Die unmögliche Enzyklopädie für zu Hause Nr. 53: Ernüchterung

Die jüngste Ausgabe in der Reihe der Unmöglichen Enzyklopädie beschäftigt sich mit dem Begriff Ernüchterung. Dazu haben sich auf der Großen Probebühne des Münchner Nationaltheaters Sängerinnen und Sänger aus Ensemble und Opernstudio der Bayerischen Staatsoper in Kleinstgruppen getroffen, um Werke zu diesem Thema zur Diskussion zu stellen. Als Gesprächsgast erläutert der psychologische Psychotherapeut Dr. Markos Maragkos seine Sicht; außerdem ist eine kurze Erzählung des begnadeten Feuilletonisten Victor Auburtin zu hören. Ergänzend gibt es einen Beitrag des Sprachwissenschaftlers Oswald Panagl zum Herunterladen als Lektüre.

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Nr. 53: Ernüchterung

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Essay: Wege zur Ernüchterung

von Oswald Panagl

Sprachgeschichtliche Betrachtungen über ein junges Wort mit langer Geschichte

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Die unmögliche Enzyklopädie für zu Hause Nr. 52: Reduktion (reduzierte Fassung)

Die Konzeption für die Unmögliche Enzyklopädie zum Thema „Reduktion“ begann bereits Anfang 2020. Die Veranstaltung konnte aus bekannten Gründen nicht mehr stattfinden, aber das Thema der Reduktion in der Kunst und im Leben war nicht nur interessant geblieben, sondern angesichts der sich überschlagenden Ereignisse in unerwarteter Weise dringlich geworden. Und so wird diese Folge der Unmöglichen Enzyklopädie in einer reduzierten und zugleich erweiterten Fassung erscheinen: Das Audioprogramm enthält fernmündlich geführte Gespräche mit den ursprünglich geladenen Gästen, Aufzeichnungen der geplanten künstlerischen Beiträge, aber auch viele neue Gedanken und Elemente, die aus der aktuellen Situation heraus entstanden sind.

Dem Topos „Reduktion in der Küche“ sollte sich die Veranstaltung mit einer Kochperformance und einem kleinen gemeinsamen Essen widmen. Nun kann das entsprechende Gericht während des Zuhörens selbst zubereitet werden, angeleitet durch Vorderhausmanager Charles Maxwell, der sich im Verlauf des Programms mit den einzelnen Zubereitungsschritten zu Wort melden wird.

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Nr. 52: Reduktion (reduzierte Fassung)

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Die unmögliche Enzyklopädie für zu Hause Nr. 51: Sinn

Die Entdeckungsreise anhand aktueller Themen und Fragestellungen verfolgt auch weiterhin das schier unmögliche Unterfangen der französischen Enzyklopädisten, das Wissen der Welt zu sammeln und auf den Begriff zu bringen. Auf der nun unbespielten Bühne vor leeren Zuschauerrängen wird angesichts der unerträglichen Situation der Stille und Leere gefragt, ob und wie trotzdem Sinn entstehen kann, selbst wenn der Spielplan nicht mehr gemeinsam in einem Raum zu erleben ist.

Ein Gespräch mit Armin Nassehi, Professor für Soziologie an der LMU München, und dem Dramaturgen Rainer Karlitschek

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