Die Münchner Opernfestspiele 2018

Zeig mir deine Wunde – so haben wir unsere Spielzeit überschrieben, weil die Kunst der Oper ein Ort ist, an dem sich der Mensch in seinem Streben, Sein und Hoffen als verletzlich offenbart und wodurch er letztlich erst zu sich selbst findet. Wagners Parsifal gehört zu den Festspielen 2018 genauso wie das Projekt der Festspiel-Werkstatt Zeig mir deine Wunder des Musiktheaterkollektivs Hauen und Stechen, das sich mythischen Stoffen von Wagner bis Rimsky-Korsakow widmet. Ebenso wird Haydns Orlando Paladino im Prinzregententheater sowie die Uraufführung Die Vorübergehenden von Nikolaus Brass nach Texten des Nobelpreisträgers Tomas Tranströmer in der Reithalle zu sehen sein.  Zum diesjährigen Festspiel-Gottesdienst erklingt erstmals eine Neukomposition des jungen Komponisten Samy Moussa, bevor sie von den Munich Opera Horns in der Herz-Jesu-Kirche nochmals aufgeführt wird.

Die Premieren der Festspiele 2018

Opernpremieren

Als Klingsor den heiligen Speer nach Parsifal wirft, bleibt die Waffe über dessen Haupt schweben – in dieser Schlüsselszene von Wagners Oper verschmelzen zwei zentrale Themen der Oper miteinander: Wunde und Wunder. Passend zum Spielzeitthema „Zeig mir Deine Wunde“ inszeniert Pierre Audi Wagners Bühnenweihfestspiel mit imposanten Bühnenbildern des Künstlers Georg Baselitz.

Richard Wagner
Parsifal
Premiere: 28. Juni 2018 im Nationaltheater
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Produktion: Pierre Audi
Mit Christian Gerhaher, Bálint Szabó, René Pape, Jonas Kaufmann, Wolfgang Koch, Nina Stemme

Tragisch-komisch geht es in der zweiten Festspielpremiere zu: In Joseph Haydns zu Lebzeiten erfolgreichster Oper Orlando Paladino wird der Titelheld zwischen nicht erfüllbarem Heldentum und unerfüllter Liebe zerrissen. Die Regie dieser skurrilen theatralen Charakterstudie übernimmt Axel Ranisch.

Joseph Haydn
Orlando Paladino
Premiere: 23. Juli 2018 im Prinzregententheater
Musikalische Leitung: Ivor Bolton
Produktion: Axel Ranisch
Mit Sofia Fomina, Edwin Crossley-Mercer, Mathias Vidal

Ballettpremieren

Nach dem Erfolg im letzten Jahr präsentiert das Bayerische Staatsballett erneut das Projekt Junge Choreographen, bei dem vier junge Nachwuchs-Choreographen für die Solisten und das Ensemble des Bayerischen Staatsballetts zeitgenössische Werke kreieren.

Junge Choreographen 2018
Uraufführung: 04. Juli 2018 im Prinzregententheater 

Premieren in der Festspiel-Werkstatt

In der Festspiel-Werkstatt feiern zwei Stücke ihre Uraufführung. Das Erste, Zeig mir deine Wunder, ist eine Anti-Heils-Geschichte nach der fantastischen Oper Snegurotschka (Schneeflöckchen) von Rimski-Korsakow. Den Mythos um das Mädchen Snegurotschka griff Rimski-Korsakow zeitgleich zu Wagners Parsifal auf.

Zeig mir deine Wunder
Uraufführung: 26. Juni 2018 in der Reithalle
Musiktheaterkollektiv HAUEN ∙ UND ∙ STECHEN

Ein Protagonist mit dem sprechenden Namen „Der Liebende“ wird auf der Reise namens Leben an unterschiedliche Erfahrungen und längst verdrängte Ereignisse erinnert. Der Umgang mit der eigenen Vergangenheit und die schonungslose Selbstbefragung stehen im Mittelpunkt von Nikolaus Brass’ Musiktheater - hier wird das Leben als Geflecht flüchtiger Begegnungen und unvollendeter Beziehungen erfahrbar.

Die Vorübergehenden
Ein Auftragswerk für die Bayerische Staatsoper
Uraufführung: 13. Juli 2018 in der Reithalle
Musikalische Leitung: Marie Jacquot

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„Der Ring des Nibelungen“ dirigiert von Kirill Petrenko

Das Rheingold
Das Rheingold

2012 machte die Bayerische Staatsoper mit Andreas Kriegenburgs Neuinszenierung des Rings den Auftakt zum Wagner-Jubiläumsjahr. Nun kommt Der Ring des Nibelungen zurück auf den Spielplan – dirigiert von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko.

Richard Wagner
Der Ring des Nibelungen
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Produktion: Andreas Kriegenburg
Mit Wolfgang Koch, Markus Eiche, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, John Lundgren, Ekaterina Grubanova, Okka von der Damerau, Jonas Kaufmann, Ain Anger, Anja Kampe, Nina Stemme, Stefan Vinke, Hans-Peter König, Anna Gabler

Das Rheingold
Freitag, 20. Juli 18

Die Walküre
Sonntag, 22.07.18

Siegfried
Dienstag, 24.07.18

Götterdämmerung
Freitag, 27.07.18

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Neun weitere Opern in sechs Wochen

Le nozze di Figaro: Alex Esposito (Figaro)
Le nozze di Figaro: Alex Esposito (Figaro)

Neun weitere Opern stehen neben den beiden Festspielpremieren und den Ring-Vorstellungen auf dem Festspielrogramm. So sind alle Neuproduktionen der aktuellen Saison noch einmal in der Premierenbesetzung zu erleben: Leoš Janáčeks Aus einem Totenhaus, Mozarts Le nozze di Figaro sowie Puccinis Il trittico und Les Vêpres siciliennes von Verdi.

Außerdem sind Anja Harteros als Arabella und Angela Gheorghiu als Tosca zu erleben, Richard Wagners Der fliegende Holländer kehrt zurück auf den Spielplan sowie die Klassiker Lʼelisir dʼamore und La traviata mit Diana Damrau als Violetta.

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Zeitgenössisches Musiktheater und mehr in der Reithalle

Reithalle München
Reithalle München

In unserem Festspiel-Programm gehen wir stets auch auf die Suche nach Neuem und Ungewöhnlichem. Schauplatz dafür ist unsere Festspiel-Werkstatt, die in diesem Jahr wieder in der Reithalle stattfindet.

Eines der Projekte in dieser Saison ist Zeig mir deine Wunder, in dem das Musiktheaterkollektiv HAUEN ⋅ UND ⋅ STECHEN mythische Stoffe des Komponisten Nikolai Rimski-Korsakows in einer Performance entfesselt. 

Die Geister der Vergangenheit suchen den Protagonisten des Auftragswerks Die Vorübergehenden von Nikolaus Brass heim. Hier wird das Leben als Geflecht flüchtiger Begegnungen und unvollendeter Beziehungen erfahrbar.

Ein rasantes Konzert erwartet die Zuhörer von Match!. Zwischen semikonzertant und halbszenisch komponierte Mauricio Kageln ein fulminantes „Battle“ zwischen zwei Streichern kombiniert mit einem Schlagzeug als Schiedsrichter. Außerdem stehen zwei Werke für Cello von Ellen Reid und Benjamin Britten auf dem Programm.

Ein „Stilleben“ zwischen Mini-Oper und Kammerkantate wird mit Salvatore Sciarrinos Vanitas auf die Bühne gebracht – der Komponist beleuchtet in seinem Werk in mysteriöser Art die Symbolik der menschlichen Vergänglichkeit.

Detaillierte Informationen zur Festspiel-Werkstatt finden Sie hier.

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Das Bayerische Staatsballett bei den Festspielen

Anna Karenina: Ksenia Ryzhkova (Anna Karenina), Matthew Golding (Graf Alexej Wronski), Erik Murzagaliyev (Alexej Karenin)
Anna Karenina: Ksenia Ryzhkova (Anna Karenina), Matthew Golding (Graf Alexej Wronski), Erik Murzagaliyev (Alexej Karenin)

An drei Abenden im Juli stürmen Junge Choreographen die Bühne des Prinzregententheaters und öffnen die Tür zur Moderne. Mit rasantem Schwung  bedienen sie sich dabei stimmungsvoller Musik und Soundimpressionen vom Band: wunderbar groovig, formal gut strukturiert und stark bewegungsverspielt. 2018 ist unter anderem Menghan Lou vom Nederlands Dans Theater mit von der Partie.

Außerdem sind die beiden Ballett-Premieren der Saison nochmals auf der Bühne zu erleben: Christian Spucks Anna Karenina sowie das Portrait Wayne McGregor.

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Liederabende und Festspiel-Kammerkonzerte

Anja Harteros (Foto: Marco Borggreve)
Anja Harteros (Foto: Marco Borggreve)

Ein Sänger, ein Pianist: Für emotionale und wunderschöne Musik bedarf es nicht mehr. Unsere Liederabende zeigen das auf besondere, manchmal schon ganz intime Weise. Im Nationaltheater sind Anja Harteros, Rolando Villazón und Piotr Beczala zu hören. Günther Groissböck und Krassimira Stoyanova geben Liederabende im Prinzregententheater.

Außerdem sind zwei Abende besonderen Frauen gewidmet: Edita Gruberova feiert mit dem Bayerischen Staatsorchester ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum im Nationaltheater und Elisabeth Kulman leiht in ihrem Programm La femme c’est moi im Prinzregententheater so unterschiedlichen Frauenfiguren wie Bizets Carmen, Mozarts Pamina oder Weills Seeräuberjenny ihre Stimme.

Bekanntes und Unbekanntes, Lieblingsstücke und Raritäten: Die Festspiel-Konzerte sind auch dieses Jahr wieder äußerst vielfältig. Sie können Angela Brower oder Gerold Huber mit Musikern des Bayerischen Staatsorchesters  hören oder die Kontrabassisten des Bayerischen Staatsorchesters zusammen mit Andreas Martin Hofmeir an der Tuba. Die Festspielkonzerte bilden auf der Bühne des Cuvilliés-Theaters einen besonders schönen Abschluss der Konzertsaison während der Münchner Opernfestspiele. Finden Sie hier eine Übersicht aller Festspiel-Konzerte.

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„Oper für alle“

Oper muss/soll/kann für alle sein. Überzeugt davon laden wir auch diese Saison wieder gemeinsam mit BMW München an zwei Abenden zum Open-Air-Erlebnis Oper für alle am Max-Joseph-Platz und am Marstallplatz ein:

Am 8. Juli 2018 übertragen wir Richard Wagners Parsifal live aus dem Nationaltheater auf den Max-Joseph-Platz. Generalmusikdirektor Kirill Petrenko hat die musikalische Leitung dieser Neuproduktion inne, für deren Inszenierung Pierre Audi verantwortlich zeichnet. Mit dabei sind außerdem Jonas Kaufmann, Nina Stemme, René Pape, Christian Gerhaher, Wolfgang Koch und Bálint Szabó. Die Übertragung ist zudem online via STAATSOPER.TV zu verfolgen.

Zwei Wochen später folgt das Festspielkonzert „Oper für alle“  auf dem Marstallplatz. Das Jugendorchester ATTACCA eröffnet mit Brahms Tragischer Ouvertüre und im Anschluss ist das Bayerische Staatsorchester gemeinsam mit Sonya Yoncheva unter der Leitung von Michele Mariotti zu erleben.

Mehr Informationen und die Termine finden Sie hier.

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Hinweise für Festspielkarten

Hier finden Sie alle Informationen zum Vorverkauf der Festspielkarten und hier das Karten-Bestellformular.

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Weitere Informationen

Alle weiteren Termine im Überblick finden Sie in unserem Festspiel-Spielplan.

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