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Vorabend des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“ - 1869

Komponist Richard Wagner · Dichtung vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Münchner Opernfestspiele
Mittwoch, 30. Juni 2021
19.00 Uhr – 21.25 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 25 Minuten

Freier Verkauf

Preise L , € 163 / 142 / 117 / 91 / 64 / 39 / 15 / 11

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#BSOrheingold

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Besetzung

Musikalische Leitung
Valery Gergiev
Inszenierung
Andreas Kriegenburg
Bühne
Harald B. Thor
Kostüme
Andrea Schraad

Wotan
John Lundgren
Donner
Milan Siljanov
Froh
Matthew Newlin
Loge
Benjamin Bruns
Alberich
Johannes Martin Kränzle
Mime
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Fasolt
Christof Fischesser
Fafner
Ain Anger
Fricka
Daniela Sindram
Freia
Mirjam Mesak
Erda
Judit Kutasi
Woglinde
Elsa Benoit
Wellgunde
Samantha Hankey
Floßhilde
Jennifer Johnston
  • Bayerisches Staatsorchester

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Die unberührte Magie der Es-Dur-Klänge in den ersten Takten des Rheingold währt nicht lange. Stattdessen entsteht eine Welt, die fünfzehn Musikstunden später ihren eigenen Untergang nicht aufhalten kann. In dieser Welt verstößt man gegen die Natur und will sich nicht an Gesetze halten. Gier, Macht, Fluch herrschen vor. Alberich stiehlt den Rheintöchtern das Gold, knechtet seine Arbeiter und riecht die Weltmacht. Diese beansprucht Wotan für sich und raubt gemeinsam mit Loge Ring, Gold und Tarnhelm. Sein Bauprojekt will er mit der Existenzgrundlage für seine Götterfamilie bezahlen – die Gattin wehrt sich. Den verfluchten Ring muss Wotan den beiden Riesen überlassen, neiderfüllt bringt der eine den anderen um. Der Glanz der Götterburg erstrahlt erst nach dem Gewitter, für Loge liegt die Burg bereits auf dem Weg zum Ende.

Im 1869 am Münchner Nationaltheater uraufgeführten Vorabend der Tetralogie verstricken sich die Fäden, verliert das Wasser seinen Glanz und verdunkeln sich die Wolken.

 

1. Szene

Die Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde spielen selbstvergessen in ihrem Element. Nur Floßhilde erinnert an ihre Aufgabe, dass Rheingold zu bewachen.

Angezogen von ihrem vergnüglichen Spiel und getrieben von Sehnsucht nach Liebe nähert sich der Nibelung Alberich den dreien. Sie reizen und verführen ihn, um ihn dann spöttisch zurück zu weisen.

Alberich taumelt zwischen Ohnmacht, Wut und wachsender Begierde. Als er das im Sonnenlicht glänzende Rheingold gering schätzt, plaudert Wellgunde ein tieferes Geheimnis aus: Wer das Gold zum Ring schmiedet, macht sich zum Herrscher über die Welt. Zuvor muss er auf die Liebe verzichten. Alberich kommt ein unerhörter Einfall: Dank solcher Macht könnte er, wenn nicht Liebe, so doch Lust erzwingen.

Er tut das Undenkbare – verflucht die Liebe und raubt das Gold.

2. Szene

Wotan hat die Riesen Fasolt und Fafner mit dem Bau der Burg Walhall beauftragt, von der aus er die Welt künftig ordnen und beherrschen will. Als Lohn hat er den Riesen eine Frau versprochen: Freia, seine Schwägerin.

Die Burg ist fertig. Wotan beschwichtigt seine Gattin Fricka, die sich um ihre Schwester sorgt: Er hatte nie vor, diesen Preis wirklich zu zahlen. Wotan hält die Gläubiger hin, die auf die Einhaltung des Vertrages pochen.

Der Feuergott Loge, den Wotan in die Welt geschickt hat, ein Tauschobjekt für Freia zu suchen, kommt mit leeren Händen zurück: Niemand kenne Wertvolleres als das Glück an der Seite einer Frau. Ein Einziger allerdings, Alberich, hätte der Liebe entsagt, um sich aus dem Rheingold einen Ring zu schmieden. Mittels des Ringes habe er sich zum Herrn über sein Volk gemacht. Die Nibelungen gewönnen ihm immer neues Gold aus den Tiefen, mit dem Alberich nach der Weltherrschaft strebe.

Die Kunde vom Gold und dem Ring weckt bei allen Interesse. Fafner schlägt einen Handel vor: Wotan solle Freia mit Alberichs Goldschatz lösen. Die Riesen geben Wotan einen kurzen Aufschub. Als sie mit Freia als Pfand davon ziehen, beginnen die Götter zu verfallen: Die von Freia gehegten Äpfel hatten ihnen ihre ewige Jugend verliehen. Wotan muss handeln. Mit Loge steigt er nach Nibelheim hinab.

3. Szene

Angetrieben von Alberichs Gewalt fördern die Nibelungen mehr und mehr Gold und häufen es zu einem riesigen Hort an. Seinen Bruder Mime hat Alberich einen Tarnhelm schmieden lassen, mit dem er sich in jede Gestalt verwandeln kann.

Unsichtbar wird Alberich zum Schrecken der Unterjochten. Wotan und Loge treffen auf einen geprügelten Mime; der vertraut sich den Fremden an und gibt redselig das Geheimnis des Tarnhelms preis. Alberich präsentiert den ungebetenen Besuchern siegesgewiss seine Zukunftspläne: Mit seinem Gold werde er alle Welt verführen und sich so auch die Götter unterwerfen.

Listig kommt Loge auf den Tarnhelm zu sprechen. Als er an dessen Wirksamkeit zweifelt, gibt Alberich mit einer Vorführung seiner Künste an: Er verwandelt sich erst in eine Riesenschlange, dann in eine Kröte. In dieser Gestalt wird er von Wotan und Loge überwältigt und aus Nibelheim entführt.

4. Szene

Um sich frei zu kaufen, muss Alberich Wotan den Nibelungenhort ausliefern. Doch Wotan gibt sich nicht zufrieden und fordert auch den Ring. Den will Alberich nicht um sein Leben geben.

Wotan reißt den Ring gewaltsam an sich. Freigelassen stößt Alberich einen Fluch auf den Ring aus: Jeder solle ihn voller Neid begehren, doch einem jeden Besitzer werde er statt Nutzen nur Sorge, Unglück und Tod bringen.

Der Nibelungenhort wird gegen Freia aufgewogen. Die Riesen aber wollen von Freia nicht lassen, solange nicht auch der Ring in ihren Besitz geht. Wotan verweigert dies auch auf das Drängen der anderen Götter hin. Da taucht aus der Tiefe die weise Urgöttin Erda auf und redet ihm ins Gewissen: Sie warnt vor dem fluchbeladenen Ring und raunt geheimnisvolle Dinge vom Ende. Verstört von ihrer Erscheinung händigt Wotan den Ring aus und kauft Freia frei. Im Streit um den Ring schlägt Fafner seinen Bruder tot.

Mit Wetterzauber vertreiben Freias Brüder Donner und Froh die bedrückte Stimmung. Feierlich ziehen die Götter in Walhall ein. Loge sieht bereits ihr Ende voraus. Die in der Tiefe nach Gerechtigkeit rufenden Rheintöchter werden kaum mehr gehört.

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Biografien

Andreas Kriegenburg wurde nach einer handwerklichen Ausbildung am Theater Magdeburg 1991 Hausregisseur an der Volksbühne Berlin. 1996 wechselte er ans Staatstheater Hannover und 1999 ans Burgtheater Wien. Von 2001 bis 2009 war er Oberspielleiter am Thalia Theater Hamburg und von 2009 bis 2014 Chefregisseur am Deutschen Theater Berlin. An den Münchner Kammerspielen führte er Regie u. a. bei Der Prozess und Maria Stuart. Nach seinem Operndebüt 2006 in Magdeburg folgten weitere Arbeiten an den Opernhäusern in Dresden, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Barcelona, Paris und Tokio. Bei den Salzburger Festspielen führte er 2017 Regie bei Lady Macbeth von Mzensk sowie 2019 bei Simon Boccanegra. 2014 wurde seine Inszenierung von Die Soldaten an der Bayerischen Staatsoper von dem Magazin Opernwelt zur Produktion des Jahres gewählt. Des Weiteren inszenierte er hier Wozzeck und Der Ring des Nibelungen. (Stand: 2019)

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