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Oper in fünf Akten

Komponist Giuseppe Verdi · Libretto von Eugène Scribe und Charles Duveyrier
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Neuproduktion

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Alle Besetzungen

Musikalische Leitung
Omer Meir Wellber (11.03.2018, 15.03.2018, 18.03.2018, 22.03.2018, 26.07.2018, 29.07.2018) , Stefan Soltesz (25.03.2018)
Inszenierung
Antú Romero Nunes
Bühne
Matthias Koch
Kostüme
Victoria Behr
Choreographie
Dustin Klein
Licht
Michael Bauer
Dramaturgie
Rainer Karlitschek
Chöre
Stellario Fagone

Hélène
Rachel Willis-Sørensen
Ninetta
Helena Zubanovich
Henri
Bryan Hymel
Guy de Montfort
George Petean
Procida
Erwin Schrott
Danieli
Matthew Grills
Mainfroid
Galeano Salas
Robert
Callum Thorpe
Thibaut
Long Long
Le Sire de Béthune
Alexander Milev
Le Comte de Vaudemont
Johannes Kammler
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

SOL Dance Company (Leitung: Eyal Dadon)

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Mehr dazu

Wo bleibt die Liebe, wenn sie von zwei Seiten bedrängt wird – zum einen von der Politik, zum anderen von der Loyalität im Namen des Blutes? Und was, wenn beides auf schicksalhafte Weise unentwirrbar verknüpft ist? In seiner Grand Opéra Les Vêpres siciliennes geht Giuseppe Verdi schonungslos diesen Fragen nach und zeigt, wie die beiden Liebenden Hélène und Henri noch während des Läutens der Hochzeitsglocken aufgrund der unüberbrückbaren Feindschaft von Sizilianern und französischen Besatzern Opfer eines Massakers werden. Liebe entfaltet keine utopische Kraft.

Und dennoch entwickelt Verdi mit seiner packenden Musik einen Sog, der den Zuschauer wie ein Krimi mitreißt.

Erwin Schrott ist Procida...
... und spricht im Kurzinterview über Giuseppe Verdis Freiheitskämpfer.

aus: MAX JOSEPH No. 2: Offenbaren, Spielzeit 2017/18

MAX JOSEPH Herr Schrott, Sie singen so unterschiedliche Figuren wie den Verführer Don Giovanni, den Nihilisten Méphistophélès oder den Quacksalber Dulcamara aus L’elisir d’amore. Alle hochgradig individuell. Procida in Giuseppe Verdis Les Vêpres siciliennes ist wieder anders. Wie passt er in diese Reihe?
ERWIN SCHROTT Procida ist Widerständler, Rebell oder vielleicht noch ein Agitator des Verstands. Er ist eiskalt darin, Menschen zu verführen und aufzustacheln – wobei es ihm letztlich nicht um Verführung geht, sondern um Rache dafür, dass die Franzosen Sizilien besetzt haben. In Procida brodeln Leidenschaft und Zorn. Er möchte Freiheit für sein Land und seine Gegner brennen sehen.
MJ Ist er dann ein Freiheitsheld oder eher Fanatiker?
ES Beides. Es ist nie leicht, da zu unterscheiden. Procida hat Überzeugungen und folgt ihnen kompromisslos. Das ist auch für die Interpretation herausfordernd. Auch gesangstechnisch betrachtet ist die Partie sehr komplex. Ich bin froh, dass ich mir dafür Zeit gelassen und meiner Stimme bis dahin viel Gelegenheit gegeben habe, sich zu entwickeln. Ich muss mich in einer Partie komplett wohlfühlen, muss die Musik in meinen Körper hineinbekommen, sie mir regelrecht einverleiben – selbst bei einem so widersprüchlichen Menschen wie Procida.
MJ Die Bayerische Staatsoper stellt die aktuelle Spielzeit unter das Motto „Zeig mir deine Wunde“. Sie wirken auf der Bühne sehr stark und robust. Darf man fragen, ob auch Sie ein verletzlicher Mensch sind? Haben Sie Wunden?
ES Wunden? Habe ich wie jeder andere Mensch. Ich beschwere mich nicht, denn ich erlebe trotz allem so viel Glück. Ich habe in meinem Leben reichlich hart gearbeitet: Schon mit acht Jahren habe ich meinem Vater in seinem Restaurant geholfen, das war in den frühen 1980er Jahren in Uruguay. Ich habe viel geschuftet und jede Nacht nur vier oder fünf Stunden geschlafen.
MJ Was haben Sie getan? Abgewaschen, serviert?
ES Alles, auch Gitarre gespielt und gesungen. Ich habe auch diese Arbeit mit Leidenschaft getan, aber es waren harte Zeiten – und wer weiß, wo die Wunden noch verborgen liegen. Im Vergleich dazu fällt es mir heute schwer, von einem Job zu sprechen – es ist eher meine Freude. Ich bin glücklich, und das nicht nur an der Oberfläche. Ich schöpfe meine Energie aus der Familie, von der Opernbühne und aus meiner Charity-Arbeit. Wobei ich sagen muss: Diese Wohltätigkeit heilt nicht nur Wunden, sie kann auch welche öffnen.
MJ Wie meinen Sie das?
ES Ich bin bei meinen Charity-Aktivitäten immer in toller Stimmung, weil ich mich freue, dass ich helfe. Es kann aber passieren, dass dabei alte Wunden aufgerissen werden – wenn ich Menschen begegne, die einen Teil meines Lebens widerspiegeln. Natürlich freue ich mich sehr, wenn es mir gelungen ist, für ein Projekt rund 100.000 Euro zu sammeln. Aber nach der Spendenübergabe gehe ich heim, und es leiden weiterhin unzählige Menschen Not.

Das Interview führte Christoph Irrgeher.

 

 

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Biografien

Omer Meir Wellber studierte an der Jerusalem Academy of Music and Dance. In den vergangenen Jahren dirigierte er u. a. beim Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestra Sinfonica della RAI Turino, dem Israel Philharmonic Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra. Außerdem ist er regelmäßiger Gastdirigent u. a. an der Semperoper Dresden, am Teatro La Fenice in Venedig und an der Israeli Opera in Tel Aviv. Von 2010 bis 2014 war er Music Director am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Seit 2009 ist er Musikdirektor des Raanana Symphonette Orchestra. Er ist Initiator des Education-Projekts Sarab – Strings of Change, welches jungen, benachteiligten Beduinen in Israel mit musikalischer Ausbildung neue Perspektiven eröffnen soll. An der Bayerischen Staatsoper übernahm er bisher die musikalische Leitung von u. a. La traviata, Carmen, Mefistofele und Andrea Chénier. (Stand: 2017)

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