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Tragedia lirica in zwei Akten

Komponist Vincenzo Bellini · Libretto von Felice Romani
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Münchner Opernfestspiele
Mittwoch, 03. Juli 2019
18.00 Uhr – 21.15 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 3 Stunden 15 Minuten · 1. Akt (ca. 18.00 - 19.35 Uhr) · Pause (ca. 19.35 - 20.05 Uhr) · 2. Akt (ca. 20.05 - 21.15 Uhr)

Freier Verkauf

Preise M , € 193 / 168 / 142 / 117 / 90 / 64 / 16 / 14

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Besetzung

Musikalische Leitung
Andrea Battistoni
Inszenierung, Bühne, Kostüme und Lichtkonzept
Jürgen Rose
Choreographische Mitarbeit
Jo Siska
Licht
Michael Bauer
Dramaturgie
Peter Heilker
Chor
Stellario Fagone

Pollione
Riccardo Massi
Flavio
Freddie De Tommaso
Oroveso
Mika Kares
Norma
Sonya Yoncheva
Adalgisa
Angela Brower
Clotilde
Selene Zanetti
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper

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Medien

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Große Ausstattungsoper einerseits: Antikensaga! Krieg zwischen Römern und Galliern. Aber Norma ist "auch" psychologisches, feines Kammerspiel um eine höchst komplexe, in furchtbare Konflikte verstrickte Frau: Norma, Oberpriesterin der Druiden und Geliebte des römischen Statthalters Pollione. Betrogen will diese "Casta Diva", die "keusche Göttin" Rache nehmen. Es endet grausam: Liebestod auf dem Scheiterhaufen! Wahnsinn, Extase und Schönheit des Belcanto total!

 

Vorgeschichte

Gallien wird seit langem von den Römern belagert, deren Befehlshaber der römische Prokonsul Pollione ist. Dieser hat seit Jahren ein heimliches Liebesverhältnis mit Norma, der Oberpriesterin der Druiden und Tochter des Oroveso. Sie hat ihm zwei Kinder geboren.

1. Akt

Im Heiligtum des Gottes Irminsul warten Oroveso, das Oberhaupt der Druiden, und die Gallier erneut darauf, dass Norma ihnen den Willen des Gottes offenbaren und endlich das Zeichen zum Aufstand gegen die Römer geben möge.

Pollione und Flavio nähern sich auf ihrer regelmäßigen Patrouille dem Heiligtum. Dabei erzählt Pollione dem Freund, dass seine Liebe zu Norma erkaltet sei und er sich in die junge Novizin Adalgisa verliebt habe. Die Versammlung der Druiden fordert drohend von den Fremden, die Ruhe des Altars nicht weiter zu stören.

Norma erscheint und verkündet den ungeduldig Wartenden, dass die Zeit des Aufstandes noch nicht gekommen ist. Sie vollzieht die heilige Zeremonie und fleht die Mondgöttin um Frieden an, einen Frieden, den sie selbst, zerrissen zwischen Pflicht und Liebe, ersehnt. Sie mahnt die Gallier nochmals um Ruhe, bis sie den Ratschluss des Gottes verkünden und selbst zum Kampf aufrufen werde, eine Handlung, die sie bewusst immer wieder hinauszögert, weil sie das Ende ihrer Beziehung zu Pollione bedeuten würde.

Nach Beendigung der Zeremonie betritt Adalgisa den Tempelbezirk und fleht am Altar um Errettung aus ihren seelischen Nöten, da auch sie sich in den römischen Prokonsul verliebt hat. Er überrascht sie im Gebet und bestürmt sie leidenschaftlich, mit ihm nach Rom zu gehen. Nach anfänglichen Gewissensbissen erliegt sie seiner Faszination und seinen verführerischen Worten und verspricht, ihm zu folgen.

Norma ist in ihrer Wohnung bei ihren Kindern. Clotilde, die einzige Vertraute, die von ihrem streng gehüteten Geheimnis weiß und die Kinder kennt und betreut, ist bei ihr. Norma hat erfahren, dass Pollione nach Rom zurückbeordert werden soll. Sie spürt, dass ihre Liebesbeziehung getrübt ist, und ist sich nicht mehr sicher, ob Pollione sie und die Kinder mit sich nehmen wird. Sie kann die beiden gerade noch von Clotilde verbergen lassen, als Adalgisa bei ihr eintritt. Die junge Novizin vertraut sich ihr an. Sie schildert mit begeisterten Worten, wie ein Mann sich ihr zum ersten Mal genähert habe, wie sie sich in ihn verliebt habe und dass sie fest entschlossen sei, ihr Priesterinnengelübde zu brechen und ihre Heimat zu verlassen. Tief bewegt erinnert sich Norma, dass sie all das Geschehene genau so erfahren und erlebt hat. In Adalgisa erblickt sie ihr eigenes Spiegelbild. Sie ist bereit, sie von ihrem Gelübde zu entbinden – diese junge Frau soll glücklich sein und nicht das gleiche verhängnisvolle Schicksal erleiden wie sie.

Als sie erfahren muss, dass der Geliebte Adalgisas Pollione ist, schlägt ihre Liebe zu ihm in erbitterten Hass um. Im Augenblick ihrer größten Raserei wird sie durch den heiligen Gong zur Zeremonie in den Tempel gerufen. Was wird ihr der Gott jetzt eingeben?

2. Akt

Norma ist entschlossen, sich und ihre Kinder zu töten. Die widersprüchlichsten Gefühle toben in ihr. Einerseits möchte sie die Kinder vor Strafe oder Schande bewahren, andererseits will sie alles auslöschen, was mit Pollione zusammenhängt, und ihn durch den Tod seiner Kinder zutiefst treffen. Doch über alle Verzweiflung siegt ihre Mutterliebe. Sie ruft Adalgisa zu sich, enthüllt ihr das ganze Geheimnis ihres Doppellebens und vertraut ihr die Kinder an. Sie soll sie, wenn sie Pollione nach Rom folgen wird, mit sich nehmen und ihnen eine Mutter sein. Adalgisa will jedoch zu Pollione gehen und ihn bewegen, zu Norma zurückzukehren. Die beiden unglücklichen Frauen verbünden sich gegen den Mann, den sie beide lieben und der ihnen beiden unendliches Leid zugefügt hat, in aufrichtiger Freundschaft.

Die Gallier warten immer noch auf ein Zeichen, endlich gegen die Römer vorgehen zu dürfen. Man hat gehört, dass Pollione nach Rom zurückkehren wird. Oroveso berichtet, dass er von einem noch härteren Nachfolger abgelöst werden soll. Doch noch hat der Gott das Zeichen zum Kampf nicht gegeben. Deshalb mahnt Oroveso erneut zur Verstellung, um die Römer in Sicherheit zu wiegen.

Der Freundschaft Adalgisas restlos vertrauend, wartet Norma auf die Rückkehr Polliones. Doch Clotilde meldet ihr das Gegenteil: Pollione ist nicht bereit, auf Adalgisa zu verzichten, sondern sogar entschlossen, sie gewaltsam vom Altar des Gottes zu entführen.

Jetzt hat der Gott Irminsul für Norma gesprochen. Sie schlägt selbst dreimal auf den heiligen Gong und verkündet Oroveso und den Galliern, dass die Stunde des Krieges und des Blutvergießens gekommen ist.

Zuvor muss dem Gott noch ein Opfer gebracht werden. Norma gerät in Bedrängnis, das Opfer zu benennen. In diesem Moment stürzt Clotilde herein und berichtet, dass ein Römer in den heiligen Bezirk der Novizinnen eingedrungen ist. Man schleppt Pollione herbei. Oroveso fordert Norma auf, ihn zu töten. Doch sie sucht einen Grund zum Aufschub und verlangt, eine Unterredung mit dem Gefangenen allein zu führen.

In einem letzten verzweifelten Versuch, Pollione umzustimmen, verspricht Norma ihm sein Leben, wenn er Adalgisa für immer entsagt. Als er ablehnt, droht sie sogar mit dem Tod ihrer beider Kinder. Als auch das nichts nützt, kennt ihre Raserei keine Grenzen mehr. Nicht nur allen Römern schwört sie Vernichtung, auch Adalgisa soll mit dem Tod auf dem Scheiterhaufen büßen.

Als Pollione sich selbst töten will, ruft Norma die Gallier zurück. Sie verkündet, dass eine meineidige Priesterin, die ihr Gelübde gebrochen habe, das geforderte Opfer sein wird. Im Bewusstsein ihrer eigenen Schuld nennt sie jedoch nicht Adalgisas Namen, sondern klagt sich selbst an. Sie bekennt sich rückhaltlos zu ihrer Liebe zu Pollione, die für sie auch durch den Tod nicht vergehen kann. Pollione erkennt zu spät ihre Größe und seine Schuld und bittet um Vergebung.

Normas letzte Gedanken gelten nicht mehr Pollione, sondern ihren Kindern, die sie dem Schutz ihres Vaters anvertraut. Nach anfänglichem Entsetzen lässt sich Oroveso von ihren Bitten rühren und verspricht, ihren Wunsch zu erfüllen, während die Gallier unerbittlich bleiben und Norma noch auf ihrem Gang in den Tod verfluchen.

© Jürgen Rose / Bayerische Staatsoper

Premiere von Vincenzo Bellinis "Norma" am 21. Januar 2006 im Nationaltheater

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Biografien

Jürgen Rose, geboren in Bernburg/Saale, studierte an der Berliner Akademie der Bildenden Künste. Von 1961 bis 2001 war er als Bühnen- und Kostümbildner an den Münchner Kammerspielen tätig. Ab 1970 entwarf er Opernausstattungen in Wien, Hamburg, Stuttgart, Berlin, London, Paris, Mailand und New York sowie bei den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Von 1973 bis 2000 war er Ordentlicher Professor für Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 1996 realisiert er als Regisseur auch eigene Operninszenierungen. Inszenierungen an der Bayerischen Staatsoper: Werther, Norma. Bühnen- und Kostümbild u. a für Werther, Le nozze di Figaro, Die Zauberflöte, Così fan tutte.

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