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Borderlands / Kairos / Kreation

Choreographie Wayne McGregor · Komponist Joel Cadbury, Kaija Saariaho, Paul Stoney, Max Richter | Neuproduktion

  • Partner des Bayerischen Staatsballetts

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Musikalische Leitung
Koen Kessels (14.04.2018, 15.04.2018, 28.04.2018, 18.05.2018, 23.06.2018, 10.07.2018) , Geoffrey Paterson (11.05.2018, 12.06.2018)
Choreographie
Wayne McGregor


Borderlands

Choreographie
Wayne McGregor
Musik
Paul Stoney, Joel Cadbury
Bühne
Wayne McGregor, Lucy Carter
Kostüme
Wayne McGregor
Licht
Lucy Carter


Kairos

Choreographie
Wayne McGregor
Musik
Max Richter
Kostüme
Moritz Junge
Bühne
Idris Khan
Licht
Lucy Carter


Kreation

Choreographie
Wayne McGregor
Musik
Kaija Saariaho

  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester
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Mediathek

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Ein abenteuerlustiger Experimentierer, ein von Neugier getriebener Geist, der in seiner Arbeit am liebsten die technologischen Entwicklungen aller Gebiete in die Kunst integrieren will – um zu zeigen, wie sich das Leben und die Welt, wir und nicht zuletzt die Kunst selbst durch diese Entwicklungen verändern. Das ist Wayne McGregor.

1970 im britischen Stockport geboren, entdeckte er, inspiriert von Filmen wie Grease und Saturday Night Fever, früh seine Liebe zum Tanz. Er studierte zunächst Choreographie und Semiotik und bildete sich anschließend in New York an der José Limon-Schule fort. 1992 gründete er die Company Random Dance, die sich rasch zu einer ästhetischen Forschungsstation entwickelte, dem Studio Wayne McGregor. Inspirationen aus Kunst, Musik, Philosophie und wissenschaftlicher Forschung verschmelzen dort zu einem interdisziplinären Ganzen. Seit 2006 ist er zudem choreographer in residence beim Royal Ballet London und damit der erste Choreograph aus der freien Szene, der auf diese Position berufen wurde. Er choreographierte inzwischen fünfzehn Arbeiten für das Royal Ballet, in denen er auf der Basis des klassischen Balletts seine Bewegungsforschungen weitertrieb in Arbeiten wie dem frühen Chroma von 2006 bis zum abendfüllenden Woolf Works von 2015. Sein vielseitiges Oeuvre umfasst Kreationen für die großen Compagnien der Welt, darunter das Ballet de l‘Opéra de Paris, das New York City Ballet, das Ballett des Bolschoi-Theaters Moskau und das San Francisco Ballet.

Im Rahmen der BallettFestwoche 2018 werden Werke Wayne McGregors erstmals beim Bayerischen Staatsballett zu sehen sein. Ballettdirektor Igor Zelensky nimmt mit Borderlands (San Francisco Ballet, 2013) und Kairos (Ballett Zürich, 2014) zwei erfolgreiche Stücke der jüngeren Vergangenheit ins Repertoire. Außerdem steht beim dreiteiligen Abend Portrait Wayne McGregor eine neue Kreation für das Bayerische Staatsballett auf dem Programm: „Es ist interessant, mit Tänzern zu arbeiten, die bereits existierende Stücke neu interpretieren, und zu sehen, wie sie sich dieses Material zu eigen machen und mit dem Publikum teilen. Und gleichzeitig habe ich die Gelegenheit, mit den Tänzern gemeinsam etwas völlig Neues zu kreieren. Ich freue mich sehr darauf, mit den Tänzern des Staatsballetts an einer Neukreation zu arbeiten“, so McGregor über seine Uraufführung.

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Borderlands ist das Ergebnis von Wayne McGregors Auseinandersetzung mit dem Bauhaus-Künstler Josef Albers, dessen farbenfrohe, geometrische Bilder mit der optischen Wahrnehmung des Betrachters spielen. McGregors Interesse gilt besonders dem liminalen Status zwischen zwei Farbbereichen und wie man diesen physisch umsetzen und erlebbar machen kann. Das Verhältnis von Tanz und Bildender Kunst ist dabei kein abbildendes – durch das Zusammenspiel von Licht, Kostüm und Musik, besonders aber durch seine choreographischen Übersetzungen gelingt McGregor ein temporeiches, hoch virtuoses Spiel mit der Wahrnehmung. Körper werden zu Gliedmaßen, Übergänge zu Transformationen, Oben wird Unten, und die Schwerkraft scheint es nicht mehr zu geben.

Kairos kommt einerseits mit schwer philosophischem Gepäck: Es geht um den Moment der Entscheidung, um den entscheidenden Augenblick und die darin enthaltene spezifisch gegenwärtige Zeiterfahrung. Andererseits meint der Begriff in aller Schlichtheit das Wetter. In Max Richters Bearbeitung von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ werden beide Kontexte eingeschmolzen. Gemeinsam mit dem Bühnenbild des Bildenden Künstlers Idris Khan entsteht ein Raum, der den Bewegungen der Tänzer ein kraftvolles Echo bietet. Die Choreographie McGregors dehnt den Körper als Augenblick, entzieht sich zuweilen den Blicken des Publikums und setzt scharf synchronisierte Sequenzen gegen ins Chaos tendierende Bewegungsbilder.

Die Uraufführung, die McGregor am Bayerischen Staatsballett kreieren wird, arbeitet mit der Musik der zeitgenössischen finnischen Komponistin Kaija Saariaho. „Circle Map“ ist eine sowohl sphärisch verträumte als auch physisch konkrete Komposition, die auf sechs Gedichten des persischen Sufi-Mystikers Rumi basiert. 

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Biografien

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