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BILDER EINER AUSSTELLUNG / URAUFFÜHRUNG, KREATION / BEDROOM FOLK

Choreographie Alexei Ratmansky, David Dawson, Sharon Eyal | Neuproduktion

Münchner Opernfestspiele
Donnerstag, 16. Juli 2020
19.30 Uhr
Nationaltheater

· Bilder einer Ausstellung (ca. 19.30 - 20.05 Uhr) · Pause (ca. 20.05 - 20.35 Uhr) · Dawson (ca. 20.35 - 21.00 Uhr) · Pause (ca. 21.00 - 21.30 Uhr) · Bedroom Folk (ca. 21.30 - 22.00 Uhr)

U30

Freier Verkauf

Preise H , € 88 / 77 / 63 / 50 / 35 / 23 / 11 / 8

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Premiere am 23. Mai 2020

#BSBratmansky | #BSBdawson | #BSBeyal

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Termine & Karten

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Besetzung

Musikalische Leitung
Robertas Šervenikas


BILDER EINER AUSSTELLUNG

Choreographie
Alexei Ratmansky
Musik
Modest Mussorgsky
Kostüme
Adeline André
Licht und Projektionen
Wendall K. Harrington, Mark Stanley

Pianist
Dmitry Mayboroda


URAUFFÜHRUNG, KREATION

Choreographie
David Dawson
Musik
Marjan Mozetich
Bühne
Eno Henze
Kostüme
Yumiko Takeshima
Licht
Bert Dalhuysen


BEDROOM FOLK

Choreographie
Sharon Eyal
Choreographische Mitgestaltung
Gai Behar
Musik
Ori Lichtik
Bühne und Licht
Thierry Dreyfus
Kostüme
Rebecca Hytting

  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts

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RATMANSKY / DAWSON / EYAL

Pacific Northwest Ballet © Angela Sterling
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Pacific Northwest Ballet, Noelani Pantastico © Angela...
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Pacific Northwest Ballet, Elizabeth Murphy, Karel Cruz ©...
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Pacific Northwest Ballet, Elizabeth Murphy, Karel Cruz ©...
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Pacific Northwest Ballet, Elizabeth Murphy, Karel Cruz ©...
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Alexei Ratmansky ist unbestritten einer der gefragtesten Choreographen unserer Zeit. Sein Talent für die Arbeit mit großen klassischen Compagnien beweist er sowohl in seinen Rekonstruktionen bedeutender Klassiker wie auch in seinen eigenen Handlungsballetten und abstrakten Neukreationen. 2014 kreierte er Bilder einer Ausstellung für das New York City Ballet zur berühmten gleichnamigen Komposition von Modest Mussorgsky in der Originalfassung für Klavier. Die Choreographie ist sensibel mit dem Charakter der jeweiligen musikalischen Nummer verwoben, mal feierlich glänzend, mal schwer melancholisch und dann wieder heiter, luftig und verspielt. In unterschiedlichen Konstellationen treffen die zehn Tänzer aufeinander und gehen vor dem Auge des Betrachters eine lebendige Verbindung mit dem Bühnenbild ein: die sich ständig transformierenden Projektionen von Wassily Kandinskys Farbstudie - Quadrate und konzentrische Ringe geben dem Bühnengeschehen eine zusätzliche dynamische Ebene, während die Kostüme der Designerin Adeline André wiederum sichtbar von den Bildern Kandinskys inspiriert sind. So entsteht ein organisches, vollkommen aufeinander abgestimmtes Werk, das gerade hier in München, wo Kandinsky für einige Jahre gelebt und gearbeitet hat, zu neuem Leben findet.

Der britische Choreograph David Dawson ist einer der wenigen zeitgenössischen Choreographen, die das klassische Ballett und seine Bewegungssprache mit ihren Arbeiten weiterentwickeln. In seinen narrativen wie abstrakten Balletten konfrontiert er den Tanz mit atmosphärisch aufgeladene Bühnenwelten und schafft so eine berührende Aktualität. Für seine Kreation am Bayerischen Staatsballett arbeitet Dawson mit der Musik des zeitgenössischen kanadischen Komponisten Marjan Mozetich. Affairs of the Heart ist ein Konzert für Violine und Streicher, eine lyrische wie dramatisch aufgeladene Komposition von treibender Kraft.

Mit Bedroom Folk präsentiert das Bayerische Staatsballett erstmals eine Arbeit der israelischen Choreographin Sharon Eyal. Mit ihrer unverwechselbaren choreographischen Sprache ist sie eine nicht mehr wegzudenkende Größe im zeitgenössischen Tanz. Sie entwickelte – zunächst als Hauschoreographin der einflussreichen Batsheva Dance Company, später mit der von ihr und ihrem künstlerischen Partner Gai Behar gegründeten Compagnie L-E-V –  einen radikalen Bewegungsstil, der berührt und verstört. Bedroom Folk entstand 2015 für das Nederlands Dans Theater 1. 

 

Bedroom Folk, 2015 für das Nederlands Dans Theater 1 entstanden, ist eine rauschhaft pulsierende Arbeit. Sharon Eyal und Gai Behar haben einen Kosmos geschaffen, der die Tänzer und das Publikum gleichermaßen in einen trance-haften Zustand versetzt, uns die Zeit vergessen lässt. 
Als eine Gruppe von Verschworenen erscheinen sie uns, nach vorne hin ausgerichtet und doch ganz in sich gekehrt, von den Beats geführt, unaufhaltsam von einem Fuß auf den anderen setzend, vielleicht einem geheimnisvollen Ruf folgend. Etwas Unerklärliches, fast Unheimliches haftet dieser Gruppe an und so auch ihrer Bewegungssprache: verquere Verrenkungen der Arme, zerstückelt scharfe Bewegungspattern, aber auch schlängelnd katzenhafte Loops. Der Ausdruck ist kühl und anmutig, es gibt fast kein Partnering, nur die Dynamiken der Gruppe als zusammengehöriger Schwarm, aneinandergeschmiegt, auseinanderdriftend und einzeln herauslösend, um sich individuell charakterisiert zu zeigen. Eyal zitiert und verarbeitet, sampelt quasi klassisches Schrittmaterial und Volkstanz-ähnliche Elemente. Immer wieder verfangen sich die Körper in den geloopten Musiksequenzen, werden zum Anfang der Bewegung zurückgeworfen – in der Wiederholung sind das Momente von betörender Banalität. Pausen, Stillstand und gedehnte Momente sind rar und deshalb umso wirkungsvoller. Die verstörend schöne Merkwürdigkeit gipfelt in ritualhaft aufgeladene Szenen, die mit Club- und Rave-Verausgabung vor orange-rot leuchtender Lichtwand kontrastiert werden. Dieser Strudel ist ein Rausch, dem wir mistrauen, den wir auf seine Echtheit hin befragen. Was wir spüren ist die unauflösbare Spannung aus völliger Hingabe und absoluter Kontrolle – und die Radikalität der Körper.

Für das Bayerische Staatsballett überarbeitet Sharon Eyal Bedroom Folk, das sie ursprünglich für vier Tänzerinnen und vier Tänzer dimensioniert hat, und erweitert es auf eine aktuell noch unbestimmte Größe. 

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Biografien

Robertas Šervenikas, studierte Dirigieren am Konservatorium in St. Petersburg. 1993 begann er mit dem Nationalen Litauischen Sinfonieorchester in Vilnius zu arbeiten und ist nun sein erster Gastdirigent.

Ab 1997 wurde er wiederholt zum Evian Festival Frankreich eingeladen, wo er die Philharmonie der Nationen, sowie das Orchestra Synfonica di Milano Giuseppe Verdi mit Mstislav Rostropovich als Solisten leitete. Seit dieser Zeit dirigierte Šervenikas das Nationale Litauische Sinfonieorchester auf Tourneen nach Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Estland und Lettland. Er machte sich besonders um die Uraufführung litauischer Komponisten verdient und zählt zu den talentiertesten litauischen Dirigenten seiner Generation. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Robertas Šervenikas den Litauischen Nationalpreis und ist Gastdirigent des Litauischen Kammerorchesters. Im Februar 2008 wurde Šervenikas zum Musik-Direktor des Litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett (LNOBT) ernannt.

Mit der musikalischen Leitung des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina beim Bayerischen Staatsballett gab er im April 2008 sein Debut als Dirigent des Bayerischen Staatsorchesters. Die Zusammenarbeit wurde in der Spielzeit 2008/2009 in größerem Rahmen fortgesetzt, als Šervenikas das Ballett Der Sturm dirigierte, eine Partitur, die den 1. und 4. Satz von Bruckners 4. Sinfonie, Sibelius' 7. Sinfonie und die Sturm-Tondichtungen von Sibelius und Tschaikowsky umfasst. Daneben weitete er seine Arbeit am Nationaltheater in Vilnius aus mit Opern- und Ballettdirigaten (u.a. Boris Godunow).

In der Spielzeit 2012/2013 übernahm Robertas Šervenikas die musikalische Leitung für den Abend Forever Young beim Bayerischen Staatsballett und begleitete das Ensemble als musikalische Leitung gemeinsam mit dem Slowenischen Nationalorchester Ljubliana im April 2014 in den Oman, wo das Staatsballett drei Vorstellungen von John Crankos Romeo und Julia im Royal Opera House Muscat tanzte.

(Stand: November 2017)

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