Premiere: JUDITH

Alle früheren Frauen von Herzog Blaubart sind verschwunden – und dennoch folgt ihm erneut eine junge Frau auf seine Burg. Für die Bayerische Staatsoper setzt die britische Regisseurin Katie Mitchell Bartóks einzige Oper Herzog Blaubarts Burg in einer spektakulären Neudeutung in Szene. Sie stellt der Oper Bartóks Konzert für Orchester voran und erzählt währenddessen in einem eigens dafür gedrehten Film die Vorgeschichte der Protagonisten. Beide Werke verbinden sich so zu einer Geschichte. Der Fokus liegt in ihrer Deutung auf der Protagonistin Judith, die dem Abend auch den Titel gibt. Oksana Lyniv dirigiert das Bayerische Staatsorchester, es singen Nina Stemme und John Lundgren.

Judith: Bayerisches Staatsorchester
30 Tage Video-on-Demand

Vom 9. Februar, 12 Uhr bis zum 10. März, 11.59 Uhr verfügbar

 

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JUDITH: Videomagazin

Oksana Lyniv und Katie Mitchell sprechen über die Neuinszenierung

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Opernsteckbrief: JUDITH
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Katie Mitchell

Im Gespräch mit der Regisseurin von Judith – über München und die Unterschiede zwischen der Arbeit am Theater und an der Oper.

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Zum Werk und Komponisten

Über drei Jahrzehnte liegen zwischen Bartóks beiden Werken, aus denen sich die Neuproduktion zu Judith zusammensetzt – der Operneinakter Herzog Blaubarts Burg entstand 1911 in Ungarn, das Konzert für Orchester 1943 im US-amerikanischen Exil. Dennoch finden sich in Bartóks spätem Orchesterwerk Elemente seiner ersten und einzigen Oper wieder. Dirigentin Oksana Lyniv, ehemals musikalische Assistentin von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, sieht eine starke musikalische Verbindung zwischen beiden Stücken, die das Konzert für Orchester zu einer „dramatisch perfekten Einstimmung“ auf die darauffolgende Oper macht.

Zur Inszenierung

Die britische Regisseurin Katie Mitchell kehrt nach George Benjamins Written on Skin (2013) an die Bayerische Staatsoper zurück und erarbeitet eine radikale Relektüre des Blaubart-Stoffes.

So hat sich Mitchell gegen die sonst übliche Verbindung von Herzog Blaubarts Burg mit einem zweiten Einakter und für die Verbindung der Oper mit einem orchestralen Werk Béla Bartóks entschieden. Der erste Teil des Abends wird so zu einer spannenden filmischen Exposition ihres speziellen Regiezugriffes auf die Oper. Ein Film, den der britische Regisseur Grant Gee im Vorfeld der Produktion in Berlin und London gedreht hat und zu dem Oksana Lyniv das Konzert für Orchester dirigiert, stellt die Protagonistin Anna Barlow (Nina Stemme) vor. Sie arbeitet als verdeckte Ermittlerin an einem Fall um drei verschwundene Frauen. Ihr Verdacht fällt auf den Unternehmer Michael Hayworth (John Lundgren); um sein Interesse zu erwecken, nimmt sie eine Identität an, die jener der verschwundenen Frauen ähnelt: Sie bietet online ihre Dienste als Escort an. Als Pseudonym wählt sie den Namen Judith. Die Falle schnappt zu, und bald sieht sich Judith dem Mann gegenüber, der sich selbst Blaubart nennt. Damit beginnt ein Opernthriller, für den Mitchell die Judith-Figur völlig neu gedacht hat: „Keine Frau würde sich freiwillig in eine solch unmittelbar lebensbedrohliche Situation bringen. Bei uns wird die Frau daher vorgeben, diese Fantasie zu bedienen, um die anderen Frauen zu finden.“

 

Artikel aus dem neuen MAX JOSEPH

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