Mehr Informationen: ALCESTE

Erster Akt
Das Volk trauert um seinen König Admète: Der geliebte Herrscher liegt im Sterben. Ein Waffenherold verkündet, dass ihn keine menschliche Kunst mehr retten könne. Évandre, ein Vertrauter des Königs, meldet die Ankunft der Königin Alceste mit ihren Kindern. Sie ruft die Wohltaten des Herrschers für sein Volk und seine Familie in Erinnerung. Nun fürchtet sie um die Zukunft der Kinder und des ganzen Landes. Sie fleht die Götter um Beistand an. Mit Opfergaben will sie um deren Gunst und Gnade bitten. Der Oberpriester des Apollon beschwört die Götter, dem trauernden Volk seinen Herrscher wiederzugeben, als ihn eine göttliche Präsenz durchfährt. Das Orakel spricht: Admète wird noch am selben Tage sterben, es sei denn, jemand anderer wäre bereit, anstelle des Königs in den Tod zu gehen. Es herrscht Schweigen. Als der Oberpriester fragt, wer bereit sei, sich für den König zu opfern, flieht die Menge entsetzt. Alceste bleibt zurück und fasst den Entschluss, für ihren Gemahl zu sterben. Den Dienst, den aus Freundschaft und Dankbarkeit niemand zu erweisen bereit ist, kann nur die Liebe leisten. Der Oberpriester verkündet, dass Alceste bereits in der Unterwelt erwartet werde. Für einen Moment beklagt sie das Schicksal ihrer Kinder. Von ihrer Liebe bestärkt appelliert sie dann an die Götter, die Weissagung zu erfüllen, und weiht sich dem Tod.

Zweiter Akt
Im Volk bricht Jubel aus. Wie durch ein Wunder ist Admète dem Tod entronnen. Die versammelten Untertanen preisen ihren Herrscher und loben die Götter für ihre Güte. Der König kommt herbei und empfängt die Huldigungen der Menge. Trunken vor Freude kann er die Umstände nicht begreifen. Évandre eröffnet ihm den Ausspruch des Orakels und beschreibt, wie sich ein unbekannter Held für ihn geopfert habe. Admète schaudert über die Grausamkeit der Götter, doch die Freude des Volks überwältigt ihn. Unter Jubel und Glückwünschen treffen Admète und Alceste sich wieder. Doch Alceste kann ihren Kummer vor ihrem Gatten nicht verbergen. Während er auf sie eindringt, enthüllt sie zögerlich, was noch niemand weiß: Die Heldin, die ihr Leben für den König hingegeben hat, ist sie selbst. Das Volk nimmt das neue Leid des Königs mit Entsetzen auf. Admète wirft Alceste vor, mit ihrem Selbstopfer ihre Liebe zu ihm zu verraten. Lieber wolle er selbst sterben, als ohne Alceste leben zu müssen. Ihrem Gatten zum Trotz bekräftigt Alceste ihre Entscheidung: Für Admètes Leben ist sie bereit zu sterben.

Dritter Akt 
Während Évandre die aussichtslose Lage beweint, erscheint Hercule, um nach langer Wanderschaft bei seinem Freund Admète einzukehren. Évandre berichtet Hercule von dem schweren Schicksal des Königspaars: Alceste wird sterben und Admète ihren Tod nicht überleben. Der Halbgott erklärt sich sogleich bereit, die beiden zu retten. In der Zwischenzeit haben Alceste und Admète den Eingang zur Unterwelt erreicht. Jeder der beiden beharrt darauf, anstelle des anderen sterben zu wollen. Alceste mahnt an die Verantwortung des Königs gegenüber seinem Volk und seinen Kindern. Admète beteuert, sein Schmerz sei zu groß, und er könne nicht ertragen, dass man ihm ihren Tod vorwerfe. Schließlich melden sich die Götter der Unterwelt zu Wort: Einer der beiden muss sterben, Alceste soll bestimmen, wer. Sie erklärt sich dazu bereit. Unterdessen trifft Hercule ein. Er vertreibt die Götter der Unterwelt und holt Alceste ins Leben zurück. Da erscheint Apollon selbst und rühmt den Heldenmut Hercules; das Königspaar soll leben. Die wiedervereinte Familie huldigt Apollon, und das Volk jubelt.