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Puccini verstarb, noch bevor er die Oper abschließen konnte. Mehrere Komponisten
wie Franco Alfano entwarfen ein Finale auf Grundlage von Puccinis Skizzen
und Fragmenten. Wie der Komponist eigentlich enden wollte – musi-
kalisch und dramaturgisch – bleibt ein Rätsel.


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Der Märchenstoff Turandot inspirierte zahlreiche Schriftsteller und Komponisten. Auch Friedrich Schiller
und Wolfgang Hildesheimer widmeten sich der Erzählung über die chinesische Prinzessin. In der Operngeschichte gibt es
allein 10 Vertonungen, unter anderem von Carl Maria von Weber. Grundlage für Puccinis Bühnenwerk war Carlo Gozzis gleichnamiges Theaterstück von 1762. Im Oktober singt Anna Pirozzi die Titelpartie.


Über 200.000.000 mal

wurde Paul Potts Interpretation von „Nessun dorma“ auf Youtube angesehen.
Damit führt es die Liste der meist gehörten Opernarien mit großem Abstand an.
Luciano Pavarotti hingegen schafft es „nur“ auf knappe 30 Millionen.
Im Herbst wird Brian Jagde die Partie des Prinzen Calaf übernehmen.


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Mindestens sechs musikalische Themen in Turandot sind von echter chinesischer Herkunft.
Inspiriert von einer Spieldose, die ein Bekannter aus China mitbrachte, ließ Puccini die Melodien
frühzeitig in seine Kompositionen einfließen. Im Nationaltheater erklingen diese musikalischen Chinoiserien
unter der Leitung von Gábor Káli, es spielt das Bayerische Staatsorchester.


(530)

Am 11. April 1904 entdeckte der deutsche Astronom Max Wolf einen
Asteroiden im Hauptgürtel des Sonnensystems und nannte ihn (530) Turandot.
Obwohl die Oper Puccinis erst 22 Jahre nach der Entdeckung Wolfs uraufgeführt wurde,
wird sie oft irrtümlich als Namensgeber angesehen.

Dieser Text ist ein Originalbeitrag des Magazins engelsloge n°49, eine Veröffentlichung von Süddeutsche Zeitung Tickets und der Bayerischen Staatsoper, erschienen am 14.9.2021.