David Bösch inszeniert „Die verkaufte Braut“ von Bedřich Smetana

Regisseur David Bösch während einer Probe

Seine Liebe gegen den Willen der Eltern durchzusetzen ist schon schwer genug. Vor allem, wenn man selbst als Fremder gilt und viel Geld im Spiel ist. Doch was Hans mit dem Heiratsvermittler Kezal aushandelt, ohne es mit seiner Geliebten Marie abzusprechen, verlangt schon eine Chuzpe besonderer Art und geht auch beinahe schief: die Geliebte zu verschachern an eine bestimmte Person, die man durch einen rhetorischen Kniff selbst ist – das wirkt nur vom Ende her gut gedacht. Was wieder einmal beweist: Die Komödie ist nur eine im letzten Moment verhinderte Tragödie.

Regisseur David Bösch und Dirigient Tomáš Hanus erarbeiten gemeinsam diesen heiteren bis abgründigen Opernstoff von Bedřich Smetana. Die Story aus seiner Erfolgsoper Die verkaufte Braut aus dem Jahre 1866 entwickelte sich über einen Umweg weltweit zum Schlager – nicht die originale tschechische Version gelangte ins Repertoire, sondern vor allem die deutsche Übersetzung von Max Kalbeck, die richtige Gassenhauerqualitäten hat.

Mit Die verkaufte Braut setzt Dirigent Tomáš Hanus seine Beschäftigung mit dem tschechischen Repertoire fort und leitet nach Rusalka (2010), Die Sache Makropulos (2014) und Hänsel und Gretel (2013) seine vierte Staatsopern-Premiere. „Die Authentizität der Musik ist die Stärke dieses Stücks. Wir führen das Werk in deutscher Sprache auf, damit das Publikum unmittelbar die Feinheiten der Geschichte versteht“, so Dirigent Tomáš Hanus.

David Bösch, der an der Bayerischen Staatsoper zuletzt die Premiere von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg (2016) inszenierte, führt Regie und gestaltet die Neuproduktion mit seinen Ausstattern Falko Herold und Patrick Bannwart, mit denen er neben Die Meistersinger von Nürnberg an der Staatsoper schon L’elisir d’amore (2009), Das schlaue Füchslein (2012) und L’Orfeo (2015) erarbeitet hat. Bösch lässt Die verkaufte Braut, wie im Libretto vorgegeben, in einem Dorf spielen. „Ein Mikrokosmos, mit dem man viel über die Welt erzählen kann. In einer Dorfgeschichte verdichtet und verstärkt sich das Weltgeschehen.“ Bühnenbildner Patrick Bannwart ist selbst in einem kleinen Dorf aufgewachsen. „Der Geruch von Stroh hat ihn seither nie losgelassen und weckt in ihm Kindheits- und Jugenderinnerungen. Stroh wird deshalb eine große Rolle spielen“, erzählt David Bösch über seinen Bühnenbildner.

Interview mit David Bösch aus dem aktuellen MAX JOSEPH

 

Die Besetzung

In der Premierenserie von Die verkaufte Braut übernimmt Selene Zanetti die Partie der Marie für Christiane Karg, die ein Kind erwartet. Selene Zanetti war von 2016 bis 2018 Mitglied des Opernstudios und wurde zu Beginn dieser Spielzeit in das Ensemble der Bayerischen Staatsoper übernommen. Sie studierte Gesang in Vicenza und besuchte die Meisterklasse am Musikinstitut in Modena. Sie gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Gaetano-Fraschini-Gesangswettbewerb. Im März 2018 debütierte sie als Mimì (La bohème) am Teatro La Fenice in Venedig. Verfolgen Sie Selenes Weg von den ersten Vorbereitungen bis zur Premiere auf Ihrem Social-Media-Tagebuch dem Hashtag #SeleneGoesBride.
An ihrer Seite singen Pavol Breslik und Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als die beiden Halbbrüder. Günther Groissböck gibt sein Rollendebüt als Heiratsvermittler Kezal.

Live-Stream am 6. Januar

Bedřich Smetana
Die verkaufte Braut
So, 6. Januar 2019, 18.00 Uhr
Musikalische Leitung: Tomáš Hanus
Inszenierung: David Bösch
Mit Selene Zanetti (Marie), Pavol Breslik (Hans), Günther Groissböck (Kezal)

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Live-Stream Twitterguide #BSObraut
Auf Twitter versorgen wir Sie während des Live-Streams unter dem Hashtag #BSObraut mit Hintergrundinformationen zur Oper und der Inszenierung.

 

Live-Übertragung der Premiere im Radio

BR-KLASSIK

Die Premiere am Samstag, den 22.12.2018 um 18 Uhr wird live auf BR-KLASSIK übertragen.

Foyer 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn werden live aus dem Foyer des Nationaltheaters Gespräche und Reportagen übertragen.

Premierenmatinee am 16. Dezember

In der Premierenmatinee geben Intendant Nikolaus Bachler und Mitwirkende der Produktion Einblicke in Motive und Hintergründe der Inszenierung.

Premierenmatinee zu Die verkaufte Braut
So, 16. Dezember 2018, 11.00 Uhr
Nationaltheater
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