200 Jahre Nationaltheater, 100 Jahre Bayerische Staatsoper

2018 feiert die Bayerische Staatsoper ein doppeltes Jubiläum. Das Nationaltheater, das unsere Bühne beherbergt, wird 200 Jahre alt. Und die Bayerische Staatsoper feiert den 100. Jahrestag, als sie vom König in die Hände des Volkes überging. Seither ist die Staatsoper ein Ort, der regelmäßig für Diskussionen sorgt, für Ablehnung, für Zustimmung, doch hoffentlich nie für Gleichgültigkeit. Sie wird geliebt und gehasst. Dies alles und das Doppeljubiläum gilt es unter dem Titel GELIEBT, GEHASST UND VORHANG AUF zu feiern.

Happy Birthday, Bayerische Staatsoper

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Doch was genau, feiern wir eigentlich?

200 Jahre Nationaltheater

Am 12. Oktober 1818 wird das neue erbaute königliche Bayerische Hof- und Nationaltheater, welches Jahre zuvor von König Maximilian I. Joseph (damals noch Kurfürst Maximilian IV. Joseph) nach den Plänen von Karl von Fischer in Auftrag gegeben wurde, feierlich eröffnet. Zur Festvorstellung kommt Ferdinand Fränzls Festspiel in einem Akt Die Weihe zur Uraufführung. Der damalige Braunschweiger Intendant August Klingemann notiert zum Eröffnungsabend: „Der von unten bis oben mit Zuschauern erfüllte Raum stieg mächtig, wie ein Colosseum empor, und der Effekt, den das Ganze machte, war so grandioser und einziger Art, dass er alles weit hinter sich ließ, was mir bisher in ähnlicher Hinsicht an anderen Orten vorgekommen. – Ein in der Tat majestätischer Anblick.“ In den folgenden Monaten kommen im neuen Nationaltheater unter anderem Stücke wie Simone Mayrs Ginevra di Scozia oder Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte und Don Giovanni zur Aufführung.

Lesen Sie mehr über das Jubiläumsjahr 1818 und das neue Nationaltheater.

100 Jahre Bayerische Staatsoper

1918 - ein Schicksalsjahr für das gesamte Land und so auch für das Nationaltheater: Mit humanistischen Gedanken führt Kurt Eisner eine friedliche Revolution gegen das politische System, den deutschen Kaiser und die Landesfürsten an, die in der Nacht vom 8. auf den 9. November zur Proklamation des Freistaats Bayern führt: Es lebe die bayerische Republik! Es lebe der Frieden! Es lebe die schaffende Arbeit aller Werktätigen!

Besetzungszettel von der Revolutionsfeier
Besetzungszettel von der Revolutionsfeier

Danach geht alles sehr schnell: Eine provisorische Bayerische Regierung wird gewählt, König Ludwig III. dankt ab, Kurt Eisner wird erster Ministerpräsident der Bayerischen Republik und legt den Grundstein für den modernen Freistaat Bayern.

Im Münchner Nationaltheater – das nach dem Ende der Monarchie nun als Institution „Bayerische Staatsoper“ geführt wird  –  findet am 17. November 1918 eine „Revolutionsfeier“ statt, bei der Kurt Eisner eine vielbeachtete programmatische Rede hält. Zu dieser Feier werden die Eintrittskarten kostenfrei an das Volk verteilt. Den musikalischen Auftakt macht Ludwig van Beethovens Leonoren-Ouvertüre aus Fidelio, dirigiert von Bruno Walter. Danach betritt Eisner die Bühne: „Das Kunstwerk, das wir eben gehört, schafft in prophetischer Voraussicht die Wirklichkeit, die wir eben erleben. In dem Augenblicke, da der Wahnsinn der Welt den Gipfel des Entsetzens erreicht zu haben schien, verkünden aus der Ferne Trompetensignale neue Hoffnung, neue Zuversicht.“ Es folgt Musik aus Georg Friedrich Händels Messias und Ludwig van Beethovens Egmont-Ouvertüre, sowie Conrad Ferdinand Meyers Gedicht Friede auf Erden. Zum Abschluss singt das Publikum Kurt Eisners Hymne an die Revolution.

 

Sonderausstellung zum Doppeljubiläum

Anlässlich des Doppeljubiläums zeigt das Deutsche Theatermuseum im München die Sonderausstellung Vision und Tradition. 200 Jahre Nationaltheater in München. Eine Szenographiegeschichte.

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