Die Bayerische Staatsoper trauert um Christa Ludwig

Christa Ludwig © Fayer-Wien

Die Bayerische Staatsoper trauert um Christa Ludwig, eine der größten Mezzosopranistinnen ihrer Zeit. In Berlin geboren studierte Ludwig bei ihrer Mutter Gesang und bekam mit 18 Jahren ihr erstes Engagement in Frankfurt als Prinz Orlofsky in der Fledermaus. 1955 holte sie Karl Böhm als Cherubino in Figaros Hochzeit an die Wiener Staatsoper – von dort aus startete ihre Weltkarriere. Es gibt praktisch kein führendes Opernhaus oder Festival weltweit, an dem Christa Ludwig nicht gastierte. Seitdem sie Herbert von Karajan nach Salzburg engagiert hatte, war sie regelmäßiger Gast bei den dortigen Sommerfestspielen. Auch in Bayreuth sang sie regelmäßig. Ihr Repertoire war breit gefächert – im Laufe der Karriere sang sie über 70 Partien. Den Mozart`schen und Strauss’schen Hosenrollen war sie bald entwachsen und wandte sich  den dramatischeren Mezzopartien zu: Eboli (Don Carlo), Lady Macbeth (Macbeth), Amneris (Aida), Ortrud (Lohengrin), Kundry (Parsifal), Venus (Tannhäuser), Brangäne (Tristan und Isolde), Ariadne (Ariadne auf Naxos), Marschallin (Der Rosenkavalier) sowie Färberin (Die Frau ohne Schatten). Immer wieder sang Ludwig auch Musik von Zeitgenossen wie Luigi Nono oder Pierre Boulez. Neben der Opernbühne pflegte die Mezzosopranistin Lied- und Konzertgesang, sang etwa das Lied-Repertoire von Schubert, Wolf oder Mahler.

In München war sie als Leonore in Fidelio unter Herbert von Karajan in der Wiedereröffnungswoche des Nationaltheaters 1963 zu erleben. Von der Bühne der Bayerischen Staatsoper nahm „die Ludwig“ am 21. November 1993 als Klytämnestra in Richard Strauss’ Elektra Abschied. „Ich hab 49 Jahre gesungen, das ist genug“, sagte sie damals. Christa Ludwig verstarb am Wochenende im Alter von 93 Jahren in Klosterneuburg bei Wien.

Als Leonore in FIDELIO © S.Toepffer
Als Klytämnestra in ELEKTRA © W. Hösl
Als Klytämnestra in ELEKTRA © W. Hösl
Münchner Bühnenabschied mit Dirigent Marek Janowski und Sir Peter Jonas © W. Hösl