Uraufführung: Marina Abramovićs 7 DEATHS OF MARIA CALLAS

Die geplante Uraufführung von 7 Deaths of Maria Callas und der damit verbundene Live-Stream auf STAATSOPER.TV am 11. April 2020 muss verschoben werden. Der neue Termin der Uraufführung wird alsbald bekannt gegeben.

Ein Werk, das dem Leben und der Kunst der Callas gewidmet ist

„Seit 25 Jahren möchte ich ein Werk schaffen, das dem Leben und der Kunst von Maria Callas gewidmet ist. Ich hatte alle Biografien über sie gelesen, ihrer außergewöhnlichen Stimme zugehört und mir Filmaufnahmen von ihren Auftritten angesehen. Wie ich war sie Schütze, ich war immer von ihrer Persönlichkeit, ihrem Leben – und ihrem Tod – fasziniert. Wie so viele der Figuren, die sie auf der Bühne darstellte, starb sie aus Liebe. Sie starb an einem gebrochenen Herzen.“ Diese Sätze schrieb Marina Abramović in ihrer 2016 erschienenen Autobiografie Durch Mauern gehen. An der Bayerischen Staatsoper konzipiert die Performancekünstlerin nun 7 Deaths of Maria Callas zusammen mit dem jungen Komponisten Marko Nikodijević: Anhand berühmter Callas-Szenen aus den Opern CarmenToscaOtelloLucia di LammermoorNormaMadama Butterfly und La traviata beleuchtet Abramović sowohl die tragischen Schicksale von Callas’ Bühnenfiguren als auch die Lebensgeschichte der Sängerin auf der Bühne, im gesellschaftlichen Rampenlicht und als Privatperson. Abramović führt Regie, entwirft das Bühnenbild und wird selbst auf der Bühne stehen.

7 DEATHS OF MARIA CALLAS: Preview
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Diven unter sich

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Sowohl Maria Callas als auch Marina Abramović verstehen ihre Kunst als ihr Leben – eine Trennung zwischen Privatperson und Künstlerin kennen sie nicht: „Konnte oder sollte Kunst vom Leben getrennt sein? Mehr und mehr gelangte ich zu der Überzeugung, dass Kunst das Leben sein muss“, so die Künstlerin in ihrem Buch.

Sieben verschiedene Arien, in denen Maria Callas zeitlebens als Interpretin glänzte, werden von sieben Sängerinnen konzertant vorgetragen: „Addio del passato“ aus La traviata, „Vissi d’arte“ aus Tosca, „Ave Maria“ aus Otello, „Un bel dì vedremo“ aus Madama Butterfly, „Habanera“ aus Carmen, „Il dolce suono“ aus Lucia di Lammermoor und die wichtigste Arie überhaut im Leben der Sopranistin: „Casta Diva“ aus Norma. „In dieser Aufführung verfolgen wir einen sehr konzeptuellen Ansatz. Wir reduzieren die üblichen Elemente der Kunstform Oper auf ein Minimum und verbinden die Elemente Video und Performance, narrative Erzählung und Musik.“, erklärt Abramović. Das Publikum hört ihre Stimme, die aus ihrer Perspektive Aspekte aus der Oper erläutert, woraufhin die zentrale Szene daraus gesungen wird. Gleichzeitig sieht man in einem Film, wie Marina Abramović den Tod der jeweiligen Opernheldin spielt: „Ich werde die Todesszenen aus sieben Opern nachstellen – Opern, in denen Maria Callas schon vor mir gestorben ist.“, so Abramović. In vielen Szenen stirbt die Opernfigur nicht alleine, sondern wird von einem Mann umgebracht. „Für Maria Callas war der Mann, der sie auf der Opernbühne tötete, immer Aristoteles Onassis gewesen“, schreibt Abramović in ihrer Autobiografie. An ihrer Seite wählte die Künstlerin als Mörder den mehrfach Oscar-nominierten Schauspieler Willem Dafoe (Platoon, The Florida Project, At Eternity’s Gate).

Verbunden werden die Szenen durch neu komponierte Musik des serbischen Komponisten Marko Nikodijević. Als Höhepunkt des Abends wird die Königin der Performancekunst selbst auf der Bühne stehen und zu einer 20-minütigen Neukomposition Nikodijevićs als Maria Callas auftreten: „Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen. Es geht um das Sterben an einem gebrochenen Herzen, um den Tod aus Liebe. Ich hoffe, dass das Publikum sich direkt mit diesen zeitlosen Themen identifizieren kann.“

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Cast und Team