Sidi Larbi Cherkaoui inszeniert ALCESTE

Mit seiner Inszenierung von Les Indes galantes während der Münchner Opernfestspiele 2016 gelang dem Regisseur und Choreographen Sidi Larbi Cherkaoui bereits eine organische Verbindung von Tanz und Opernmusik zu einem schlüssigen Gesamtkonzept. Nun erarbeitete er zusammen mit Dirigent Antonello Manacorda erneut eine Neuproduktion: Christoph Willibald Glucks Alceste. Auch hier spielt Tanz und Bewegung wieder eine zentrale Rolle: „Man wird die Musik in den Bewegungen sehen können“, sagte Cherkaoui zu Beginn der Proben.

Alceste: Charles Castronovo (Admète), Compagnie Eastman, Chor der Bayerischen Staatsoper
ALCESTE als Video-on-demand

Ab dem 2. Juni bis zum 30. Juni steht die Aufzeichnung von Alceste in Frankreich und Deutschland als Video-on-demand auf STAATSOPER.TV zur Verfügung. 

Jetzt die ganze Oper ansehen
Karten & Termine
Jetzt kaufen
Between two worlds
Die Rolle von Tanz in ALCESTE
ALCESTE Videomagazin
Videomagazin ansehen
Alceste: Compagnie Eastman, Chor der Bayerischen Staatsoper
ALCESTE Trailer
Jetzt ansehen
Opernsteckbrief
Jetzt anhören


Es ist die erste Neuproduktion, die Dirigent Antonello Manacorda an der Bayerischen Staatsoper leiten wird. Das Team hat sich dabei für die stark überarbeitete französische Fassung entschieden, die 1776 in Paris uraufgeführt wurde – fast zehn Jahre nach der italienischen Weltpremiere. „Sie verdichtet Dinge, schreitet musikgeschichtlich gesehen voran und stellt musikalisch wie dramaturgisch eine deutliche Verbesserung dar“, urteilt Manacorda im Interview aus dem aktuellen MAX JOSEPH. Seine eigene Rolle als Dirigent sieht er in dieser Produktion als Vermittler zwischen Orchester und Sängern: „Der Dirigent ist gerade in diesem Stück in erster Linie dazu da, den Sängern und dem Orchester zu helfen, damit sie zueinanderfinden, und erst in zweiter Linie, um zu gestalten.“ Die Titelpartie der Alceste wird Dorothea Röschmann interpretieren. An ihrer Seite werden außerdem Charles Castronovo als Admète und Michael Nagy als Hercule zu erleben sein.

Charles Castronovo (Admète), Eastman Compagnie, Chor der Bayerischen Staatsoper
Dorothea Röschmann (Alceste), Eastman Compagnie
Dorothea Röschmann (Alceste), Eastman Compagnie

ALCESTE: Probenbilder | Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Der König Admète liegt im Sterben und nur, wenn sich jemand für ihn opfert – so verkünden es die Götter –, wird er überleben können. Das Volk ist entsetzt, doch zu solch einem Opfer zeigt sich nur seine Ehefrau bereit: Alceste. 
Das Motiv der Selbstaufopferung ist für Regisseur Sidi Larbi Cherkaoui das zentrale Thema und der Begriff „Opfer“ die treibende Kraft für die Inszenierung. Ein weiteres Motiv findet Cherkaoui in der Frage nach der Gleichheit der Geschlechter. Für die Götter sind Admète und Alceste ebenbürtig – ihr Opfer ersetzt seines –, während für die Menschen eine Frau verzichtbarer erscheint. Darin erweist sich, so Cherkaoui, die übergeschichtliche Dimension von Mythen. Jenseits von Zeit und Raum haben sie dem Menschen etwas zu sagen und können ihn immer wieder neu berühren.

Alceste wurde an der Bayerischen Staatsoper das erste Mal 1840 gespielt. Die zweite Inszenierung erfolgte 1884.  Man spielte damals die italienische Fassung in einer deutschen Übersetzung. Insgesam wurde Alceste überhaupt nur 15 Mal gespielt, die dritte und letzte Neuinszenierung erfolgte 1936. Somit erklingt Alceste in der französischen Fassung nun das erste Mal an der Bayerischen Staatsoper.  

 

Aus dem aktuellen MAX JOSEPH

Der Riss in mir

Sidi Larbi Cherkaoui im Porträt

Jetzt lesen
Die Liebe ist die einzige Waffe

Dirigent Antonello Manacorda im Interview

Jetzt lesen
Interview mit Charles Castronovo

Männer und Frauen waren schon immer ebenbürtig

Jetzt lesen