Kirill Petrenko dirigiert DIE TOTE STADT

Die erste Opernpremiere der Saison, Erich Wolfgang Korngolds Die tote Stadt, steht unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko. In der Premiere am 18. November gibt Jonas Kaufmann sein Rollendebüt als Paul, ein Witwer, der – versunken in der Trauer um seine verstorbene Frau – den Halt im Leben verliert und zwischen Wahn und Wirklichkeit hin- und her driftet. An seiner Seite singen Marlis Petersen und Andrzej Filończyk.
 

Die tote Stadt: Jonas Kaufmann (Paul), Marlis Petersen (Marietta)
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„Die stärkste Hoffnung der neuen deutschen Musik“

Zwischen Erinnerungen, Vision und Realität geistert der Protagonist Paul in seinem Innenleben umher und ist Gefangener im Museum seiner Trauer. Die „tote Stadt“ Brügge fungiert dabei als Bildnis für den Ort seines Totenkults, den Paul als Witwer zwanghaft in Liebe zu seiner verstorbenen Frau Marie praktiziert. Bis er plötzlich auf die Tänzerin Marietta trifft, die Marie äußerlich verblüffend ähnelt. Die Oper in drei Bildern basiert auf Georges Rodenbachs symbolistischem Roman Bruges-la-Morte. Das Libretto verfasst Korngold zusammen mit seinem Vater unter dem Pseudonym Paul Schott. Die tote Stadt ist Erich Wolfgang Korngolds erfolgreichste Oper, die er bereits im Alter von 20 Jahren zu komponieren begann. Korngold, geboren 1897 im tschechischen Brünn, galt als Wunderkind. „Die stärkste Hoffnung der neuen deutschen Musik“ - so charakterisierte Giacomo Puccini den jungen Komponisten wenige Wochen vor der Urauführung von Die tote Stadt am 4. Dezember 1920. Als Komponist jüdischer Herkunft musste Korngold 1934 von Wien nach Hollywood emigrieren - dem Ort, an dem er die Musik zu mehr als 20 Filmen komponierte. Als einer von wenigen Opernschaffenden wurde er mit zwei Oscars ausgezeichnet (Anthony Adverse, 1937, sowie The Adventures of Robin Hood, 1939).

Zwischen Wahn und Realität

Regisseur Simon Stone erlangte als Theaterregisseur sowie mit Operninszenierungen von Aribert Reimanns Lear und Luigi Cherubinis Médée bei den Salzburger Festspielen internationale Bekanntheit. Mit Die tote Stadt realisierte er 2016 am Theater Basel seine erste Opernproduktion, die er nun für die Bayerische Staatsoper überarbeitet. Das Bühnenbild, entwickelt von Ralph Myers, spiegelt das ins Wanken geratene Seelenleben Pauls in Form seines Appartements wider. Zimmer verschieben sich, fallen zusammen und ordnen sich neu an. „Das ganze Stück ist für die Hauptfigur eine Konfrontation mit seinen Schuldgefühlen“, erklärt Simon Stone im Porträt aus dem neuen MAX JOSEPH. „Er verabschiedet sich von seiner toten Frau, aber auch von der Frau, in die er sich neu verliebt hat. Er ist darauf vorbereitet, allein zu leben, wirklich zu trauern.“

Update für die Bühne

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