Verdis I MASNADIERI

Die Vorstellungen der Premierenserie von I MASNADIERI sind aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus abgesagt. Weitere Vorstellungen von I MASNADIERI finden im Juli im Rahmen der Münchner Opernfestspiele statt. 

Mitschnitt der Premiere auf BR-Klassik

Hören Sie hier die Aufzeichnung der Premiere auf BR-Klassik

Zu BR-Klassik
I MASNADIERI: Diana Damrau (Amalia), Charles Castronovo (Carlo), Mika Kares (Massimiliano), Chor und Statisterie der Bayerischen Staatsoper
I MASNADIERI Trailer
Hier ansehen

Über das Werk

Nachdem Giuseppe Verdi mit seiner dritten Oper Nabucco (1842) internationale Bekanntheit erlangt hatte, erhielt er seinen ersten Kompositionsauftrag außerhalb Italiens. Für Her Majesty‘s Theatre in London komponierte er I masnadieri, basierend auf Friedrich Schillers Drama Die Räuber (1781). Aus dem politischen Drama wird bei Verdi jedoch eine Familientragödie: Carlo Moor, der älteste Sohn des Grafen Massimiliano, hat sich nach einem Zerwürfnis mit seinem Vater einer Räuberbande angeschlossen. Seine reuevolle Rückkehr will sein eifersüchtiger jüngerer Bruder Francesco verhindern und täuscht dem Vater Carlos Tod vor. Nach einem Schwächeanfall kerkert Francesco seinen Vater ein, lässt auch dessen Tod verkünden und sichert sich so die Position als Familienoberhaupt. Carlos Verlobte Amalia, die einzige Frauenrolle des Stücks, widersteht Francescos gewalttätigen Nachstellungen. Als Carlo endlich seinem Vater und Amalia wieder begegnet und in sein altes Leben zurückkehren möchte, muss er erkennen, dass er sich durch seine Handlungen mit den Räubern diesen Weg unmöglich gemacht hat.
 
Die Uraufführung am 22. Juli 1847 in London wurde nicht zuletzt dank der Berühmtheit des Komponisten ein Erfolg und das Stück auch in Italien in den darauffolgenden Jahren oft gespielt. In München wurde die Oper zum ersten Mal 2008 am Gärtnerplatztheater aufgeführt und kommt nun zum ersten Mal überhaupt an die Bayerische Staatsoper.

Über die Inszenierung

„Das Grundthema ist die Beziehung zwischen Carlo und Francesco,“ sagt Regisseur Johannes Erath im Interview mit MAX JOSEPH, „die für mich die Geschichte von Kain und Abel widerspiegelt.“

Den Ursprung des Konflikts sieht Erath unter anderem in der fehlenden Mutter, die bei der Geburt des jüngeren Bruders verstorben ist. Amalia, die einzige verbleibende Frau der Familie, wird damit zur Projektionsfläche der Männer und „zwischen den verschiedenen Erwartungen zermahlen, die sie meint, erfüllen zu müssen". Anders als bei Schiller und in Andrea Maffeis Libretto verlässt in Eraths Kammerspiel niemand das Haus der Familie Moor: Die Familie versammelt sich zu einem Fest, doch sind die Verhältnisse bereits so zerrüttet, die Realität so unerträglich, dass sich die Figuren immer tiefer in ihre Traumwelten fantasieren. Die Räuber werden so zu unheilvollen Stimmen, die Carlo noch weiter aus seiner Familie treiben. In einem schwarz-weißen Bühnenbild mit verzerrten Perspektiven spiegeln sich die psychologischen Kämpfe der Figuren wieder.

 

Besetzung und Inhalt
Weitere Infos
Opernsteckbrief: I MASNADIERI
Podcast jetzt anhören

„Die Dämonen sind Teil meiner Persönlichkeit“

Regisseur Johannes Erath im Interview mit MAX JOSEPH

Jetzt lesen