Eine Uraufführung und drei Neuproduktionen im Herbst 2020

Die Bayerische Staatsoper eröffnet die Saison 2020–2021 mit einer Uraufführung: Mit 7 Deaths of Maria Callas wird das Opernprojekt der Performance-Künstlerin Marina Abramović, das für den April 2020 geplant war, nachgeholt. Am 3. September feiert die Opernstudio-Produktion Mignon in der Inszenierung von Christiane Lutz auf der Bühne des Cuvilliés-Theaters Premiere. Frank Castorfs Inszenierung von Die Vögel startet planmäßig am 31. Oktober 2020. Die Uraufführung von Luca Francesconis Timon of Athens musste leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Stattdessen gibt Wolfgang Koch sein eigentlich für den Festspielsommer geplantes Rollendebüt in Mateja Koležniks Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Falstaff am 26. November 2020.

Marina Abramović: 7 DEATHS OF MARIA CALLAS

Marina Abramović
Die Verletzliche

Ein Porträt über Marina Abramović aus MAX JOSEPH

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in Kooperation mit BR-KLASSIK

Am 5. September 2020, ab 20.00 Uhr übertragen wir die Vorstellung von 7 Deaths of Maria Callas live und kostenlos auf STAATSOPER.TV

30 Tage Video-on-Demand
Die Vorstellung wird vom 8. September 2020, 12.00 Uhr bis 8. Oktober 2020, 11.59 Uhr auch als Video-on-Demand zur Verfügung stehen.

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Ein Gespräch zwischen Marina Abramović und Nikolaus Bachler

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Opernstudio-Produktion: MIGNON

Premiere am 3. September 2020

Musikalische Leitung: Pierre Dumoussaud
Inszenierung: Christiane Lutz

Während Giacomo Meyerbeer und Charles Gounod beide das Angebot einer Vertonung des Librettos von Mignon ablehnten, wagte sich schließlich Thomas an die Adaption von Johann Wolfgang von Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre. Die Titelheldin wurde als Kind entführt und als junge Frau von Wilhelm aus ihrer Gefangenschaft freigekauft. Sie verliebt sich in ihren Retter, der seine eigene Liebe zu Mignon allerdings erst erkennt, als es um Leben und Tod geht.

Mirjam Mesak teilt sich die Titelpartie mit dem Opernstudio-Neuzugang Sarah Gilford. Außerdem singen Caspar Singh, Oğulcan Yılmaz und Daria Proszek. Auch die Neuzugänge Juliana Zara (Sopran) und Christian Valle (Bassbariton) sind in der Neuproduktion zu hören. Die neuen Mitglieder wurden aus über 850 Bewerbungen ausgewählt.

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Das sind unserer Sängerinnen und Sänger

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Walter Braunfels: DIE VÖGEL

Preview: DIE VÖGEL
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Premiere am 31. Oktober 2020

Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Frank Castorf

Es ist sprichwörtlich geworden: das „Wolkenkuckucksheim“ der antiken Komödie Die Vögel von Aristophanes. In unübertrefflicher Hybris glauben die Vögel, sich mit den Göttern anlegen und einen eigenen mächtigen Staat aufbauen zu können, der die Götter quasi verhungern lassen soll. Was für ein Irrtum – vermessen und lächerlich-lachhaft zugleich, mit bitterem Ende für die Rebellen.
Für den Komponisten Walter Braunfels war die Uraufführung seiner Adaption des antiken Stoffes in München 1920 der große Durchbruch. Ein riesiger Erfolg, dem allein in München 50 Vorstellungen folgten! Seine Version ist eigenständig und eigenwillig: Braunfels fügt dem Werk trotz Komödienhaftigkeit einen zutiefst romantischen Zug hinzu. Das neue Gemeinwesen der Tiere versteht Braunfels nicht nur politisch, sondern auch künstlerisch und schwärmerisch: Das Scheitern des neuen Staates ist nicht allein der Machtgier, sondern zugleich einer missverständlichen Idealisierung geschuldet. Der antike Mythos ist gespiegelt an den traurigen Erfahrungen aus einer Welt von Gestern. Die Trümmer des Ersten Weltkrieges sind für Braunfels überall sichtbare Zeichen des politischen wie geistlichen Zerfalls, seine Oper ist ein letztes emphatisches Aufbäumen gegen die Brüche der Gegenwart. Nach hundert Jahren folgt nun die erste Neuproduktion am Ort der Uraufführung.

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Giuseppe Verdi: FALSTAFF

Premiere am 26. November 2020

Musikalische Leitung: N.N.
Inszenierung: Mateja Koležnik

Verdis letzte Oper war sein erst zweiter Ausflug ins komische Genre: Fast fünfzig Jahre nach dem Misserfolg des Frühwerkes Un giorno di regno wagte er sich an den Shakespearschen Stoff, den sein Librettist Arrigo Boito kongenial aufbereitete. Falstaff solle Geist haben, schrieb Verdi an Boito, und der ergänzte zu diesem Zweck die Vorlage, Shakespeares The merry wifes of Windsor, durch Passagen aus Henry IV (in dem Shakespeare Sir John Falstaff erstmals auftreten ließ), sparte nicht an literarischen Verweisen und dichterischen Kunstgriffen und erfand einige der wunderbarsten Schimpftiraden der Literaturgeschichte. Verdi folgte dem Libretto mit einer detailreich durchkomponierten Tour de Force voll Witz und Tiefe, in der die treibende Groteske ebenso unvergleichlich in Musik gesetzt ist wie die lyrischen Momente.

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Porträt über Mateja Koležnik

aus dem aktuellen MAX JOSEPH

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