Festspielpremiere: SALOME unter der Leitung von Kirill Petrenko

Eine Neuproduktion von Richard Strauss‘ Salome unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko bildet dieses Jahr den Auftakt der Münchner Opernfestspiele. Erneut wird Petrenko mit Regisseur Krzysztof Warlikowski eine Neuinszenierung erarbeiten. Zuletzt brachten sie gemeinsam Richard Strauss' Die Frau ohne Schatten (2013) zur Aufführung. In der Titelpartie gibt die Sopranistin Marlis Petersen ihr Rollendebüt an der Seite von Wolfgang Koch als Jochanaan, Michaela Schuster als Herodias, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Herodes und Pavol Breslik als Narraboth. Die Premiere findet am 27. Juni im Nationaltheater statt.

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SALOME bei OPER FÜR ALLE

Am 6. Juli übertragen wir die Vorstellung von Salome im Rahmen von Oper für alle live auf den Max-Joseph-Platz.
Der Eintritt ist dank BMW München wie immer kostenlos.

 

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Zur Inszenierung

Warlikowski untersucht in seiner Inzsenierung von Salome, wie hier Bilder vom Anderen, Fremden, Jüdischen, aber auch vom Sinnlichen, Dekadenten und Perversen geschaffen werden, die noch Jahrzehnte später eine Wirkungskraft entfalten. Dafür wählt er eine konkrete räumliche und zeitliche Setzung: Das Fest des Herodes findet innerhalb einer Zwangsgemeinschaft statt. Eine Gruppe von Menschen hofft, in einem Versteck der drohenden Verfolgung zu entgehen. Angesichts der ständig präsenten Gefahr ordnet sich neu, was Leben und Tod bedeuten, welche Rolle Schuld, Vergebung, Lüge und Integrität spielen. In dieser Extremsituation entwickelt eine junge Frau angesichts der Konfrontation mit der gnadenlosen Moral des Jochanaan ihre Lust an der Zerstörung und eine eigene Form von Gerechtigkeit.

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Opernsteckbrief SALOME
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Parkett im Nationaltheater (Foto: Wilfried Hösl)
Premierenmatinee am 23. Juni

mit Kirill Petrenko, Krzysztof Warlikowski und Marlis Petersen. Es moderiert Intendant Nikolaus Bachler.
 

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SALOME auf STAATSOPER.TV

Die Vorstellung am 6. Juli wird ebenfalls live auf STAATSOPER.TV übertragen und ist am Tag darauf als VOD für 24 Stunden abrufbar.

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Über das Werk

„Es tut mir leid, dass Strauss diese Salome komponiert hat. Ich habe ihn sonst sehr gern, aber er wird sich damit furchtbar schaden.“ So urteilte Kaiser Wilhelm II. über Richard Strauss‘ Salome, die 1905 in Dresden uraufgeführt wurde. Es war ein bewusster Skandal, den Richard Strauss mit seiner dritten Oper da anzettelte. Bereits die literarische Vorlage, das einaktige Drama von Oscar Wilde, war zunächst von Zensur betroffen. Selbst die Sängerinnen und Sänger sträubten sich anfangs gegen die außerordentlichen musikalischen Anforderungen und die ungewöhnliche Geschichte:

Die junge Prinzessin Salome begehrt den am Hof ihres Stiefvaters Herodes gefangenen Jochanaan, der sie jedoch zurückweist. Bei einem Fest bittet Herodes Salome um einen Tanz und verspricht ihr dafür alles, was sie sich wünscht. Salome willigt ein und fordert nach dem Tanz den Kopf und damit den Tod des Gefangenen. So kann Salome den Mund des Jochanaan schließlich doch küssen.

Die Uraufführung schien jedoch den Nerv der Zeit zu treffen – die Oper wurde zum Erfolg und Richard Strauss leistete sich von diesem „Schaden“ seine Garmischer Villa.

Im Zentrum des Werks steht der Tanz der Salome, um den sich die Oper strukturell aufbaut und den Strauss mit exotischen Klängen ausgestaltet. Die literarische Vorlage behandelt er mit respektvoller Zurückhaltung, kürzt nur wenige Stellen und übernimmt im übrigen den Prosatext. Die Musik wiederum untermalt diesen Text nicht nur, sie ergänzt und widerspricht ihm manchmal sogar und öffnet damit eine Kommentarspur des Geschehens, die eine psychologische Tiefe der Charaktere erzeugt.