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Vorabend des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“

Komponist Richard Wagner · Dichtung vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Münchner Opernfestspiele
Freitag, 20. Juli 2018
19.00 Uhr – 21.45 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 45 Minuten

Freier Verkauf · Ring3

Preise Ring-Paket C, € 842 / 736 / 625 / 494 / 358 / 237 / 73 / 57

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Besetzung

Musikalische Leitung
Kirill Petrenko
Inszenierung
Andreas Kriegenburg
Bühne
Harald B. Thor
Kostüme
Andrea Schraad
Licht
Stefan Bolliger
Choreographie
Zenta Haerter
Dramaturgie
Marion Tiedtke
Dramaturgie
Miron Hakenbeck

Wotan
Wolfgang Koch
Donner
Markus Eiche
Froh
Dean Power
Loge
Norbert Ernst
Alberich
John Lundgren
Mime
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Fasolt
Alexander Tsymbalyuk
Fafner
Ain Anger
Fricka
Ekaterina Gubanova
Freia
Golda Schultz
Erda
Okka von der Damerau
Woglinde
Hanna-Elisabeth Müller
Wellgunde
Rachael Wilson
Floßhilde
Jennifer Johnston
  • Bayerisches Staatsorchester

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Die unberührte Magie der Es-Dur-Klänge in den ersten Takten des Rheingold währt nicht lange. Stattdessen entsteht eine Welt, die fünfzehn Musikstunden später ihren eigenen Untergang nicht aufhalten kann. In dieser Welt verstößt man gegen die Natur und will sich nicht an Gesetze halten. Gier, Macht, Fluch herrschen vor. Alberich stiehlt den Rheintöchtern das Gold, knechtet seine Arbeiter und riecht die Weltmacht. Diese beansprucht Wotan für sich und raubt gemeinsam mit Loge Ring, Gold und Tarnhelm. Sein Bauprojekt will er mit der Existenzgrundlage für seine Götterfamilie bezahlen – die Gattin wehrt sich. Den verfluchten Ring muss Wotan den beiden Riesen überlassen, neiderfüllt bringt der eine den anderen um. Der Glanz der Götterburg erstrahlt erst nach dem Gewitter, für Loge liegt die Burg bereits auf dem Weg zum Ende.

Im 1869 am Münchner Nationaltheater uraufgeführten Vorabend der Tetralogie verstricken sich die Fäden, verliert das Wasser seinen Glanz und verdunkeln sich die Wolken.

 

1. Szene

Die Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde spielen selbstvergessen in ihrem Element. Nur Floßhilde erinnert an ihre Aufgabe, dass Rheingold zu bewachen.

Angezogen von ihrem vergnüglichen Spiel und getrieben von Sehnsucht nach Liebe nähert sich der Nibelung Alberich den dreien. Sie reizen und verführen ihn, um ihn dann spöttisch zurück zu weisen.

Alberich taumelt zwischen Ohnmacht, Wut und wachsender Begierde. Als er das im Sonnenlicht glänzende Rheingold gering schätzt, plaudert Wellgunde ein tieferes Geheimnis aus: Wer das Gold zum Ring schmiedet, macht sich zum Herrscher über die Welt. Zuvor muss er auf die Liebe verzichten. Alberich kommt ein unerhörter Einfall: Dank solcher Macht könnte er, wenn nicht Liebe, so doch Lust erzwingen.

Er tut das Undenkbare – verflucht die Liebe und raubt das Gold.

2. Szene

Wotan hat die Riesen Fasolt und Fafner mit dem Bau der Burg Walhall beauftragt, von der aus er die Welt künftig ordnen und beherrschen will. Als Lohn hat er den Riesen eine Frau versprochen: Freia, seine Schwägerin.

Die Burg ist fertig. Wotan beschwichtigt seine Gattin Fricka, die sich um ihre Schwester sorgt: Er hatte nie vor, diesen Preis wirklich zu zahlen. Wotan hält die Gläubiger hin, die auf die Einhaltung des Vertrages pochen.

Der Feuergott Loge, den Wotan in die Welt geschickt hat, ein Tauschobjekt für Freia zu suchen, kommt mit leeren Händen zurück: Niemand kenne Wertvolleres als das Glück an der Seite einer Frau. Ein Einziger allerdings, Alberich, hätte der Liebe entsagt, um sich aus dem Rheingold einen Ring zu schmieden. Mittels des Ringes habe er sich zum Herrn über sein Volk gemacht. Die Nibelungen gewönnen ihm immer neues Gold aus den Tiefen, mit dem Alberich nach der Weltherrschaft strebe.

Die Kunde vom Gold und dem Ring weckt bei allen Interesse. Fafner schlägt einen Handel vor: Wotan solle Freia mit Alberichs Goldschatz lösen. Die Riesen geben Wotan einen kurzen Aufschub. Als sie mit Freia als Pfand davon ziehen, beginnen die Götter zu verfallen: Die von Freia gehegten Äpfel hatten ihnen ihre ewige Jugend verliehen. Wotan muss handeln. Mit Loge steigt er nach Nibelheim hinab.

3. Szene

Angetrieben von Alberichs Gewalt fördern die Nibelungen mehr und mehr Gold und häufen es zu einem riesigen Hort an. Seinen Bruder Mime hat Alberich einen Tarnhelm schmieden lassen, mit dem er sich in jede Gestalt verwandeln kann.

Unsichtbar wird Alberich zum Schrecken der Unterjochten. Wotan und Loge treffen auf einen geprügelten Mime; der vertraut sich den Fremden an und gibt redselig das Geheimnis des Tarnhelms preis. Alberich präsentiert den ungebetenen Besuchern siegesgewiss seine Zukunftspläne: Mit seinem Gold werde er alle Welt verführen und sich so auch die Götter unterwerfen.

Listig kommt Loge auf den Tarnhelm zu sprechen. Als er an dessen Wirksamkeit zweifelt, gibt Alberich mit einer Vorführung seiner Künste an: Er verwandelt sich erst in eine Riesenschlange, dann in eine Kröte. In dieser Gestalt wird er von Wotan und Loge überwältigt und aus Nibelheim entführt.

4. Szene

Um sich frei zu kaufen, muss Alberich Wotan den Nibelungenhort ausliefern. Doch Wotan gibt sich nicht zufrieden und fordert auch den Ring. Den will Alberich nicht um sein Leben geben.

Wotan reißt den Ring gewaltsam an sich. Freigelassen stößt Alberich einen Fluch auf den Ring aus: Jeder solle ihn voller Neid begehren, doch einem jeden Besitzer werde er statt Nutzen nur Sorge, Unglück und Tod bringen.

Der Nibelungenhort wird gegen Freia aufgewogen. Die Riesen aber wollen von Freia nicht lassen, solange nicht auch der Ring in ihren Besitz geht. Wotan verweigert dies auch auf das Drängen der anderen Götter hin. Da taucht aus der Tiefe die weise Urgöttin Erda auf und redet ihm ins Gewissen: Sie warnt vor dem fluchbeladenen Ring und raunt geheimnisvolle Dinge vom Ende. Verstört von ihrer Erscheinung händigt Wotan den Ring aus und kauft Freia frei. Im Streit um den Ring schlägt Fafner seinen Bruder tot.

Mit Wetterzauber vertreiben Freias Brüder Donner und Froh die bedrückte Stimmung. Feierlich ziehen die Götter in Walhall ein. Loge sieht bereits ihr Ende voraus. Die in der Tiefe nach Gerechtigkeit rufenden Rheintöchter werden kaum mehr gehört.

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Biografien

Kirill Petrenko wurde 1972 in Omsk geboren und studierte dort an der Musikfachschule Klavier. Mit elf Jahren trat er als Pianist zum ersten Mal mit dem dortigen Symphonieorchester öffentlich auf. 1990 übersiedelte die Familie (Vater Geiger, Mutter Musikwissenschaftlerin) nach Vorarlberg, wo der Vater eine Stelle als Orchestermusiker und Musiklehrer annahm. Kirill Petrenko studierte zuerst weiter in Feldkirch und dann Dirigieren an der Musikuniversität in Wien. 

Direkt nach dem Abschluss engagierte ihn Nikolaus Bachler an die  Wiener Volksoper. Von 1999 bis 2002 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seinem Dirigat von Wagners Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Christine Mielitz und in der Ausstattung von Alfred Hrdlicka erregte er 2001 zum ersten Mal internationales Aufsehen. Im Jahr 2002 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin an, wo er bis 2007 eine Reihe von prägenden Produktionen leitete.

Parallel zu seinen Positionen in Meiningen und Berlin entwickelte sich sehr rasch seine internationale Karriere. Im Jahre 2000 debütierte Kirill Petrenko beim Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an der Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Opéra National de Paris, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Metropolitan Opera in New York und 2005 an der Oper Frankfurt. Von 2006 bis 2008 erarbeitete er gemeinsam mit Peter Stein in Lyon Inszenierungen der drei Puschkin-Opern Tschaikowskys (Mazeppa, Eugen Onegin und Pique Dame), die im Frühjahr 2010 auch als Zyklus gezeigt wurden.

Seit seinem Weggang von der Komischen Oper Berlin war Kirill Petrenko als Dirigent freischaffend tätig. In dieser Zeit leitete er unter anderem 2009 an der Bayerischen Staatsoper die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa (Inszenierung: Barbara Frey). In Frankfurt interpretierte er Pfitzners Palestrina (Inszenierung: Harry Kupfer) und Puccinis Tosca (Inszenierung: Andreas Kriegenburg). Im Jahr 2011 folgten dann zwei Neuproduktionen von Tristan und Isolde, zuerst an der Opéra National de Lyon und dann bei der Ruhrtriennale.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Kirill Petrenko bisher geleitet hat, gehören die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Hamburger Philharmoniker und das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Concertgebouworkest Amsterdam, das Radio-Symphonieorchester Wien, die Wiener Symphoniker, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, das Orchestra Santa Cecilia in Rom, das Orchester der RAI Turin und das Israel Philharmonic Orchestra. Außerdem dirigierte Kirill Petrenko Konzerte bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen. Von 2013 bis 2015 leitete er Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen.

Im Herbst 2013 trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, das er bis Ende der Spielzeit 2019/20 innehaben wird. Seither hat er die Premieren von Die Frau ohne Schatten, La clemenza di Tito, Die Soldaten, Lucia di Lammermoor, Lulu, South Pole und Die Meistersinger von Nürnberg geleitet und unter anderem die Wiederaufnahme von Der Ring des Nibelungen dirigiert. 

Kirill Petrenko wurde im Juni 2015 zum zukünftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt; diese Position wird er im Herbst 2019 antreten. In der Spielzeit 2016/17 leitet Kirill Petrenko die Neuinszenierungen von Lady Macbeth von Mzensk und Tannhäuser. Außerdem dirigiert er ein breites Repertoire: Die Meistersinger von Nürnberg, Der Rosenkavalier, South Pole, Die Fledermaus, Die Frau ohne Schatten, sowie drei Akademiekonzerte.

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