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Oper in vier Teilen

Komponist Giuseppe Verdi · Libretto von Temistocle Solera
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Samstag, 20. Mai 2017
19.00 Uhr – 21.40 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 40 Minuten · 1 Pause zwischen 1. + 2. Akt und 3. + 4. Akt (ca. 20.15 - 20.45 Uhr)

Preise L

ausverkauft

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Besetzung

Musikalische Leitung
Paolo Carignani
Inszenierung, Bühne und Kostüme
Yannis Kokkos
Licht
Michael Bauer
Dramaturgie
Anne Blancard-Kokkos
Chöre
Sören Eckhoff

Nabucco
Dimitri Platanias
Ismaele
Murat Karahan
Zaccaria
Vitalij Kowaljow
Abigaille
Liudmyla Monastyrska
Fenena
Anaïk Morel
Il Gran Sacerdote
Goran Jurić
Abdallo
Galeano Salas
Anna
Elsa Benoit
  • Bayerisches Staatsorchester
  • Chor der Bayerischen Staatsoper
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Jerusalem und Babylon zur Zeit Nebukadnezars 578 v. Chr sind Schauplatz von Verdis Frühwerk Nabucco. Doch das Bibel-Epos um Macht, Liebe und Religion ist sicher mehr, als ein bloßes Historiendrama, das Hollywood alle Ehre macht und Sänger, Chöre und Bühnentechnik auf das Äußerste fordert. Menschliche Konflikte werden hier in hochemotionaler Musik ausgedrückt und prägen bis heute diesen ersten, wirklich großen Opernerfolg des Komponisten Giuseppe Verdi. Nabucco, das Werk mit dem berühmten Gefangenen-Chor: „Va pensiero“ (flieg Gedanke), der bekanntesten Hymne an die Freiheit, die je komponiert wurde, ist ein must – und dies nicht nur für Verdi-Fans!

 

Erster Teil: Jerusalem
Im Tempel von Jerusalem beten die Hebräer zu ihrem Gott, sie vor dem babylonischen König Nabucco und dessen Heer zu beschützen. Zaccaria, der Hohepriester der Hebräer, ermahnt das Volk, auf Gott zu vertrauen: Fenena, Nabuccos jüngere Tochter, könne den Frieden herbeiführen. Aus Liebe hatte Fenena einst Ismaele, den Neffen des hebräischen Königs, aus babylonischer Gefangenschaft befreit und war mit ihm geflohen. Jetzt befindet sie sich als Geisel unter den Hebräern. Nabuccos ältere Tochter, Abigaille, dringt mit ihren Kriegern als Hebräer verkleidet in den Tempel ein. Sie liebt Ismaele ebenfalls und ist bereit, das hebräische Volk zu verschonen, wenn Ismaele ihre Liebe erwidern würde. Dieser weist sie ab. Triumphierend erscheint Nabucco. Um eine Schändung des Tempels zu verhindern, droht Zaccaria, Fenena zu töten - doch Ismaele befreit seine Geliebte. Nabucco, Abigaille und die babylonischen Krieger üben Rache. Zaccaria und das hebräische Volk verfluchen den Verräter Ismaele.

Zweiter Teil: Der Frevler
Zurück in Babylon findet Abigaille ein Dokument, das ihre wahre Herkunft verrät: Sie ist nur Tochter einer Sklavin, und somit ist Fenena die rechtmäßige Thronfolgerin. Nabucco hat ihr bereits, während er sich auf einem Feldzug befindet, die Regentschaft übergeben. Der Oberpriester des Baal berichtet Abigaille, dass Fenena die nach Babylon verschleppten hebräischen Gefangenen freilassen möchte. Der Oberpriester und seine Mitverschwörer planen, Abigaille zu krönen, und verbreiten zu diesem Zweck das Gerücht, Nabucco sei im Kampf gefallen.
Zaccaria betet zu Gott, ihm beizustehen bei seinem Plan, Fenena zu bekehren. Die Leviten versammeln sich, sie sind Ismaele gegenüber unversöhnlich. Zaccaria und seine Schwester Anna bitten darum, Ismaele zu vergeben. Als Fenena hört, dass Nabucco gefallen sei und Abigaille nun Königin werden möchte, ist sie entschlossen, die babylonischen Rebellen zu strafen. Unterstützt vom Oberpriester versucht Abigaille, Fenena die Krone zu entreißen. Der totgeglaubte Nabucco kehrt zurück und verlangt, fortan nicht nur als König, sondern auch als Gott verehrt zu werden. Ein Blitzstrahl bestraft seine Selbstüberhebung, Nabucco wird wahnsinnig. Abigaille krönt sich selbst.

Dritter Teil: Die Prophezeiung
Abigaille nimmt die Huldigungen ihrer Untertanen entgegen. Im Namen des Volkes fordert der Oberpriester die Hinrichtung der Hebräer und der konvertierten Fenena. Abigaille erhält von ihrem wahnsinnigen Vater die Zustimmung zum Todesurteil – zu spät wird Nabucco bewusst, dass er damit Fenena ausgeliefert hat. Abigaille vernichtet den Beweis ihrer Herkunft und lässt Nabucco gefangennehmen.
Die Hebräer beklagen das Schicksal ihrer Gefangenschaft. Zaccaria prophezeit ihnen den Untergang Babylons und die baldige Heimkehr.

Vierter Teil: Das zerstörte Götzenbild
Fenena und die Hebräer werden zur Hinrichtungsstätte geführt. In seiner Verzweiflung betet Nabucco zu Jehova, dem Gott der Hebräer. Der Wahnsinn verlässt ihn. Mit seinen Getreuen befreit Nabucco die zu Tode Verurteilten. Er befiehlt, das Götzenbild des Baal zu zerschlagen, doch dieses stürzt von allein in sich zusammen. Nabucco bekennt sich zu Jehova und gibt den Hebräern die Freiheit. Sterbend bittet Abigaille den Gott der Hebräer um Vergebung.

Sophie Becker
© Bayerische Staatsoper

Premiere von Giusepe Verdis "Nabucco" am 28. Januar 2008 im Nationaltheater

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Biografien

Paolo Carignani, geboren in Mailand, studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt Komposition, Orgel, Klavier und Orchesterdirektion. Zudem nahm er an der International Conductor Masterclass in Hilversum teil. Seither dirigierte er u. a. an den Opernhäusern von New York, Toronto, Tokio, Brüssel, Barcelona, Paris, Wien, Berlin, London, Kopenhagen, Rom, Bologna, Neapel und Genua sowie bei den Bregenzer Festspielen, beim Glyndebourne Festival und beim Rossini Festival in Pesaro. Von 1999 bis 2008 war er Generalmusikdirektor an der Oper Frankfurt. Zuletzt leitete er etwa Macbeth am Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel und Otello an der Staatsoper Hamburg und am New National Theatre in Tokio. An der Bayerischen Staatsoper dirigierte er bisher u. a. La traviata, Macbeth und Nabucco. (Stand 2017)

 

 

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