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Romantische Feenoper in drei Aufzügen

Komponist Carl Maria von Weber · Libretto von James Robinson Planché, ins Deutsche übersetzt von Theodor Hell
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Münchner Opernfestspiele
Freitag, 21. Juli 2017
19.00 Uhr – 22.20 Uhr
Prinzregententheater

Dauer ca. 3 Stunden 20 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Aufzug und 2.+3. Aufzug (ca. 20.25 - 21.00 Uhr)

Preise PA

ausverkauft

Premiere am 21. Juli 2017

Die Premiere wird live auf BR-Klassik übertragen.

Download Besetzungszettel (PDF)
  • Mit freundlicher Unterstützung der

  • In Kooperation mit dem Bayerischen Staatsschauspiel

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Besetzung

Musikalische Leitung
Ivor Bolton
Inszenierung
Nikolaus Habjan
Bühne
Jakob Brossmann
Kostüme
Denise Heschl
Licht
Michael Bauer
Chor
Sören Eckhoff
Dramaturgie
Rainer Karlitschek

Oberon
Julian Prégardien
Titania (Puck)
Alyona Abramowa
Rezia
Annette Dasch
Hüon von Bordeaux
Brenden Gunnell
Fatime
Rachael Wilson
Scherasmin
Johannes Kammler
Meermädchen
Anna El-Khashem
Die drei Pucks
Manuela Linshalm, Daniel Frantisek Kamen, Sebastian Mock
  • Bayerisches Staatsorchester

Extrachor der Bayerischen Staatsoper

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Die Rahmenhandlung in Carl Maria von Webers Romantischer Feenoper, die 1826 am Londoner Covent Garden uraufgeführt wurde, ist ganz erstaunlich: Nachdem sich der Elfenkönig Oberon mit seiner Gattin Titania verstritten hat, sollen es ausgerechnet Menschen wieder richten. Denn Titania will sich nur wieder versöhnen, wenn ein Menschenpaar auf Leben und Tod die Wahrhaftigkeit der Liebe unter Beweis stellt. Oberons Diener Puck hat auch schon jemanden im Auge: den Kreuzritter Hüon von Bordeaux, der die Kalifentochter Rezia liebt. 

Doch deren Liebe, die einen Europäer mit einer Orientalin verbindet, ist kulturbedingt bedroht – zweimal soll Rezia zwangsverheiratet werden, und dazwischen wird sie von Seeräubern entführt und auf dem Sklavenmarkt verkauft. Selbst der mutige Hüon kann aus eigener Kraft den Gefahren nicht begegnen – Oberons Zauberhorn kommt den beiden Liebenden in äußerster Not zu Hilfe, entreißt sie gar dem Tod. Titania scheint nichts gegen diese Einflussnahme zu haben: Sie erscheint am Ende der Oper versöhnt an der Seite ihres Gatten Oberon – zwei Dei ex machina, die beweisen, dass die Welt der Phantasie mit der Realität der Welt fest verbunden ist, und das über alle kulturellen Grenzen hinweg.

 

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Erster Teil

Oberon hat sich mit seiner Gattin Titania zerstritten. Sie sind unterschiedlicher Auffassung, ob es Liebe zwischen Mann und Frau mit absoluter Treue überhaupt gebe. Oberon will unbedingt an dem Idealbild festhalten, an das Titania nicht mehr glaubt. Schon lange beobachtet Oberon mit seinen Helfern, den drei Pucks, in einem groß angelegten Experiment Menschen und deren Liebesfähigkeit – bisher ohne Erfolg. Es gibt allerdings noch vier Probanden, die sich auf Oberons Anordnung einlassen und das Spiel als Rezia, Fatime, Hüon und Scherasmin wagen. Sie werden mit Präparaten behandelt und begegnen den drei Pucks, die ihnen Puppen vor ihren Augen vorführen und so unterschiedliche Situationen simulieren. Das Ganze verspricht, ein großes Abenteuer zu werden.

Hüon von Bordeaux ist bei Kaiser Karl dem Großen in Ungnade gefallen. Einzig wenn es ihm gelänge, die Tochter des Kalifen von Bagdad, Rezia, zu heiraten und dabei den zu erschlagen, der zu des Kalifen Rechten sitze, werde er ihm verzeihen. Hüon, der wie in einem Traum Rezia begegnet, ist sofort bereit, mit seinem Knappen Scherasmin die Herausforderung anzunehmen.

Von Oberon erhält Hüon ein Horn, mit dem er ihn in jeglicher Lage zur Hilfe rufen könne, und zudem einen Becher, der sich stets von selbst mit Wein füllt.

Vor den Toren Bagdads geraten Hüon und Scherasmin an die alte Namuna, die von der anstehenden Hochzeit Rezias mit dem Prinzen Babekan erzählt. Diese will sich dem Ehewunsch ihres Vaters widersetzen, seit sie selbst von einem fremden Ritter geträumt hat, der sie ehelichen wolle. Und tatsächlich gelingt es Hüon und Scherasmin, in den Palast einzudringen und die Trauungszeremonie zu verhindern. Rezia und Hüon erkennen im Gegenüber sofort ihr jeweiliges Traumbild und wollen mit ihren Dienern Fatime und Scherasmin fliehen. Mit dem Schwert tötet Hüon den Kalifen sowie den Prinzen Babekan, der zu dessen Rechten sitzt. Mithilfe des Horns, dessen Klang alle Gegner erstarren lässt, gelingt ihnen die Flucht aus dem stark bewachten Palast. Auch zwischen Fatime und Scherasmin entwickelt sich trotz unterschiedlicher Herkunft Vertrauen und der Wunsch nach Heirat. Alle vier wollen sich sogleich auf ein Schiff begeben und zurück nach Europa reisen.

Titania traut dem schnellen Ergebnis nicht und besteht darauf, das Experiment weiter auszudehnen. Sie will auch die Treue der frisch zusammengeführten Paare prüfen. Sie inszeniert daher einen großen Sturm, bei dem das Schiff zu Bruch geht.

Zweiter Teil

Rezia und Hüon finden sich auf einer einsamen Insel wieder und glauben ihre Diener im Meer ertrunken. Hüon, der sich um Rezias Fortleben sorgt, will Hilfe suchen, da er auch das Horn verloren glaubt und lediglich den Durst Rezias mit Oberons Becher zu stillen vermag. Rezia versucht, ihr Schicksal anzunehmen. Doch Seeräuber entdecken Rezia und entführen sie. Hüon wird überwältigt und bewusstlos geschlagen.

Oberon ist begeistert von dem, was er beobachten kann und gerät selbst in einen rauschhaften Zustand. Er will seinen Probanden nun vorgaukeln, sie wären in Tunis und in den Fängen des Statthalters Almansor.

Scherasmin und Fatime hadern damit, Sklavendienste im Garten von Almansor zu leisten. Allein die Erinnerung an eine bessere Vergangenheit hält die beiden beisammen. Hüon hingegen ist nicht entmutigt. Er will Rezia so schnell wie möglich aus Almansors Harem befreien. Dessen bisherige Lieblingsgattin, Roschana, will sich mithilfe Hüons an ihrem Gatten rächen, der nur noch Augen für Rezia hat. Doch begreift sie nicht, dass Hüon in ihr nur ein Mittel zum Zweck sieht. Almansor wiederum wirbt um Rezia und droht ihr mit dem Tod, sollte sie sich ihm widersetzen. Doch Rezia will lieber sterben, als ihrem Geliebten untreu zu werden. Bevor die Idee einer Entführung überhaupt reifen kann, ist sie schon im Keim erstickt. Rezia und Hüon werden von Almansor zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt – und Scherasmin und Fatime gleich dazu.

Die drei Pucks merken, dass das Experiment aus dem Ruder gerät. Darf man mit dem Tod spielen? Einen sinnvollen Ausstieg haben sie aber längst verpasst.

Nur durch das Horn, das Scherasmin wieder entdeckt, kann die Hinrichtung verhindert werden. Die Flucht gelingt, und die Vier gelangen zu Kaiser Karl den Großen, der Hüon verzeiht und als großen standhaften Helden preist.

Doch es glückt den drei Pucks lediglich, zwei der Probanden gesund aus dem Experiment zu entlassen: Fatime und Scherasmin. Hüon und Rezia bleiben in der Welt des Experiments zurück – in Liebe und Treue vereint.

Hat Oberon Recht behalten?

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Biografien

Ivor Bolton studierte an der Cambridge University, am Royal College of Music und am National Opera Studio in London. Anschließend war er Musikdirektor der English Touring Opera, der Glyndebourne Touring Opera und Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra. Gastdirigate führten ihn u. a. nach Wien, Zürich, Frankfurt, Paris, London, New York, Amsterdam, Dresden, Leipzig, San Francisco, Buenos Aires und Barcelona sowie zu den Festspielen in Glyndebourne, Aix-en-Provence und seit 2000 jährlich nach Salzburg. 2004 wurde er Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters Salzburg. Seit dessen Gründung im Jahr 2012 ist er musikalischer Leiter des Dresdner Festspielorchesters, seit 2015 außerdem Musikdirektor am Teatro Real in Madrid.

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Blog

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Am 21. Juli feiert unsere zweite Festspiel-Neuproduktion Oberon, König der Elfen im Prinzregententheater Premiere. Prinz Babekan, Darsteller und Puppe, verrät uns im Interview seine Entstehungsgeschichte. mehr lesen

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