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Ballett in drei Akten und zwölf Szenen

Choreographie Yuri Grigorovich · Komponist Aram Chatschaturjan · Libretto von Yuri Grigorovich nach der gleichnamigen Novelle von Raffaello Giovagnolli unter Verwendung von Ideen des Szenarios von Nikolai Volkov

Mittwoch, 11. Januar 2017
19.00 Uhr – 21.50 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 50 Minuten · Pausen zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 19.40 - 20.10 Uhr) zwischen 2. Akt und 3. Akt (ca. 20.45 - 21.05 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 32

Premiere am 22. Dezember 2016

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  • Partner des Bayerischen Staatsballetts

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Besetzung

Musikalische Leitung
Karen Durgaryan
Choreographie und Inszenierung
Yuri Grigorovich
Ausstattung
Simon Virsaladze
Musik
Aram Chatschaturjan

Spartacus
Osiel Gouneo
Crassus
Erik Murzagaliyev
Phrygia
Ivy Amista
Aegina
Prisca Zeisel
Gladiator
Javier Amo
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester

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Medien

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Mehr dazu

Spartacus ist die Geschichte des thrakischen Gladiators Spartacus, der 71. v. Chr. die Sklaven zum Aufstand aufrief, um gegen ihre Unterdrückung und für ihre Freiheit zu kämpfen. Verwoben mit den politischen Ereignissen wird die Liebesgeschichte zwischen Spartacus und seiner Ehefrau Phrygia.

Das Bayerische Staatsballett führt im Dezember 2016 Yuri Grigorovichs Spartacus als erste westeuropäische Compagnie auf. Das Ensemble präsentiert damit eine weitere maßstabsetzende ballettgeschichtliche Produktion und zugleich eine bislang in Westeuropa wenig bekannte Art der Tanzästhetik: marschartig anmutende Rhythmen unterstreichen die kraftvoll-energetischen Schrittkombinationen, die nicht nur in den Solopartien brillanteste Technik und höchste Ausdauer erfordern. 

Wie die Thematik des Epos', so ist auch die Musik von Aram Chatschaturjan überwältigend. Schostakowitsch äußerte sich einst zu Chatschaturjans Komposition: Das Wertvollste in diesem Ballett ist die gewaltige Ausdrucksstärke der Musik, ihre Überzeugungskraft und Bewegtheit. Und populär wurde die Musik nicht nur auf der Theaterbühne. Die BBC verwendete die Melodie des Pas de deux von Spartacus und Phrygia (Adagio) aus dem dritten Akt sogar als Titelmusik zur Fernsehserie The Onedin Line.

 

 

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Das Ballett erzählt die Geschichte des thrakischen Helden Spartacus, der die Revolution der Gladiatoren und Sklaven im 1. Jahrhundert vor Christus in Rom anführt.

Akt 1
1. Szene
Die Inversion
Der Frieden wird unterbrochen als der römische König und Feldherr Crassus einen brutalen Eroberungsfeldzug gegen Thrakien führt, dem viele Menschen zum Opfer fallen. Crassus' Krieger verschleppen viele Gefangene als Sklaven nach Rom, wo sie auf dem Markt verkauft werden. Zu den Gefangenen gehören Spartacus und seine Geliebte Phrygia.

"Monolog" des Spartacus'
Spartacus ist verzweifelt. Voller Stolz und Mut verweigert er, sich ohne Gegenwehr in die Sklaverei zu begeben.

2. Szene
Der Sklavenmarkt
Auf dem Sklavenmarkt werden Frauen und Männer mit Gewalt voneinander getrennt und verkauft. Auch Spartacus und Phrygia werden voneinander getrennt.

"Monolog" der Phrygia
Die schmerzerfüllte Phrygia graut vor den schrecklichen Martyrien der Sklaverei, die ihr bevorstehen.

3. Szene
Orgie am Palast des Crassus
Crassus feiert seinen Sieg, Unterhalter, Schauspieler und Kurtisanen unterhalten die Gäste, unter ihnen ist auch Phrygia, die neue Sklavin von Crassus. Crassus findet Gefallen an Phrygia, was seine Kurtisane Aegina rasend vor Eifersucht macht. Aegina zieht Crassus in einen wollüstigen Tanz. Voll des Weines und von Leidenschaft ergriffen, verlangt Crassus ein besonderes Spektakel - er selbst fordert zwei Gladiatoren zum Kampf heraus, aus einem der Kämpfe geht Spartacus als Sieger hervor.

"Monolog" des Spartacus'
Gegen seinen Willen muss Spartacus einen seiner Gefährten im Zweikampf töten. Seiner Verzweiflung folgen Zorn und Protest. Er will die römische Gefangenschaft nicht länger ertragen. Er hat keine andere Wahl, er will seine Freiheit zurückerobern.

4. Szene
In der Gladiatorenschule
Spartacus feuert die anderen Gladiatoren zum Aufstand an. Sie geloben ihm Treue, befreien sich von ihren Ketten und fliehen aus Rom.

Akt 2
1. Szene

Beginn des Gladiatoren-Aufstandes
Auf dem Weg treffen die aufständischen Gladiatoren auf Bauern und Schäfer, die Schafe hüten. Spartacus überredet sie, sich ihnen anzuschließen. Verbunden durch die römische Unterdrückung, Steuerpresserei und Sklaverei kämpfen sie zusammen für Freiheit und Ebenbürtigkeit. Spartacus wird zum Anführer des Aufstandes ernannt.

"Monolog" des Spartacus'
Der Gedanke an Phrygias Schicksal als Crassus' Sklavin lässt Spartacus keine Ruhe. Bei Tag und bei Nacht verfolgen ihn die Erinnerungen an seine Geliebte.

2. Szene
Die Villa des Crassus
Spartacus findet endlich seine Geliebte Phrygia inCrassus Villa, wohin er heimlich aufgebrochen ist. Überglücklich sehen sich die beiden wieder und schwören sich nie wieder voneinander zu trennen, egal, welche Hindernisse auf sie zukommen werden. Eine Prozession von reichen Patriziern erreicht Crassus' Villa, wo es ein Festmahl geben wird. Spartacus und Phrygia müssen sich verstecken.

"Monolog" von Aegina
Aegina träumt seit langem davon, Crassus zu verführen, seine Liebe zu gewinnen und sich damit Zutritt in die reiche römische Gesellschaft zu verschaffen.

3. Szene
Feierlichkeiten in der Villa des Crassus'
Während Crassus sich feiern und seine Siege von allen Gästen loben und preisen lässt, umstellt Spartacus' Armee heimlich Crassus' Villa. Die ausgelassene Stimmung der Festgesellschaft wird jäh unterbrochen von der Nachricht, dass sich Spartacus mit anderen Aufständischen der Villa nähere. Die Gäste stürzen in Panik davon und versuchen zu fliehen. Crassus und Ägina ergreifen ebenfalls die Flucht und Spartacus betritt die Villa.

"Monolog" des Spartacus'
Voller Euphorie ermutigt Spartacus seine Gefährten und sich selbst; alle glauben an einen erfolgreichen Aufstand und baldigen Sieg.

4. Szene
Der Sieg des Spartacus
Die siegreichen Gladiatoren um Spartacus halten in ihrem Lager viele Römer gefangen. Crassus wurde auch gefangen genommen und Spartacus fordert ihn zum Einzelkampf auf. Crassus ist den Gladiatoren nicht gewachsen, die die Oberhand gewinnen. Crassus bereitet sich bereits innerlich auf seinen Tod vor, doch mit einer verächtlichen Geste lässt Spartacus den Feind gehen. Diese Schande ist Strafe genug für Crassus.

Begeistert jubeln die Aufständischen dem siegreichen Spartacus zu.

Akt 3
1. Szene

Die Rache des Crassus
Crassus ist gepeinigt von seiner Blamage. Wütend und in seinem Stolz gekränkt, bringt ihn Ägina dazu, sich zu rächen. Die Gladiatoren müssen sterben! Crassus ruft seine Legionen zusammen. Unter den Augen Aeginas zieht er ihnen voran in den Kampf.

"Monolog" der Aegina
Crassus kämpft ohne es zu wissen für Äginas Ambitionen. Sie begreift, dass, sollte Crassus gegen Spartacus unterliegen, auch ihr Schicksal besiegelt sein wird. Deshalb schmiedet sie einen Plan, um Zwietracht unter den Aufständischen zu säen.

2. Szene
Das Feldlager des Spartacus'
Die Freude von Spartacus und Phrygia wieder vereint zu sein, wird von der Nachricht, dass Crassus mit einem gewaltigen Heer heranziehe, erschüttert. Spartacus will den Kampf aufnehmen, doch einige seiner Truppen verlassen ihn.

"Monolog" des Spartacus'
Spartacus hat keine Ahnung, dass die bevorstehende Schlacht für ihn tödlich sein wird. Aber ungeachtet dessen, zieht er den Tod in der Schlacht einem Leben in Gefangenschaft vor.

3. Szene
Hader
Aegina infiltriert die Verräter. Obwohl sie Spartacus im Stich gelassen haben, könnten sie sich ihm jederzeit wieder anschließen. Mit der Unterstützung anderer Kurtisanen verführt Aegina die Männer mit Wein, erotischen Tänzen und Prostitution.

"Monolog" des Crassus'
Crassus ist durch den Wunsch nach Rache verzehrt. Ein Sieg über Spartacus ist ihm nicht genug; Spartacus hat ihn zutiefst gedemütigt und muss sterben.

4. Szene
Die letzte Schlacht
Spartacus ist mit seinen Truppen von den überlegenen römischen Legionen umgeben. Viele seiner Gefährten werden in der folgenden Schlacht getötet. Spartacus selbst kämpft furchtlos bis zum bitteren Ende und stirbt den Heldentod, auf den Speeren der römischen Soldaten gekreuzigt.

Das Requiem
Phrygia findet Spartacus' Leichnam auf dem Schlachtfeld. Bitterlich weint sie um ihn. Mit verzweifelt gen Himmel gestreckten Armen appelliert sie an die Götter, den Namen Spartacus niemals sterben zu lassen.

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Yuri Grigorovich, eine der großen Persönlichkeiten des russischen Balletts und langjähriger künstlerischer Direktor des Bolschoi-Balletts, choreographierte das Werk 1968 zur Musik von Aram Chatschaturjan. Es wurde im gleichen Jahr im Bolschoi-Theater in Moskau uraufgeführt und gilt aufgrund des sensationellen Erfolges bis heute nicht nur als das Signaturstück und identitätsstiftendes Werk der Compagnie, sondern auch als Meilenstein der Ballettgeschichte. Über viele Jahre war Spartacus auf Tourneen die Visitenkarte des Bolschoi-Balletts. Den Weg in die westlichen Spielpläne fand das Werk, obwohl auf Gastspielen vielfach bewundert, allerdings bis heute nicht. Das Bayerische Staatsballett ändert dies mit der Premiere im Dezember 2016.

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Biografien

Yuri Grigorovich prägte als Direktor des Bolschoi-Balletts und als Choreograph das sowjetische Ballett über drei Jahrzehnte lang mit unvergleichlichem Nachdruck, vom Ende der 50er bis zum Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Sein Name galt darüber hinaus für die westliche Welt lange Zeit nahezu als Synonym für die zeitgenössische Choreographie der Sowjetunion. Im gleichen Jahr geboren wie John Cranko und Maurice Béjart, steht sein Schaffen, ähnlich wie das der beiden westlichen Choreographen, charakteristisch für einen Epoche-prägenden Stil für ihre Welt und Zeit.

Yuri Nikolaievich Grigorovich wurde im damaligen Leningrad (heute Sankt Petersburg) am 2. Januar 1927 geboren. Sein Onkel, George Rozai, war Charaktertänzer bei Diaghilevs Balletts Russes. Seine Mutter, Klaudia Rozai, ging aus derselben Klasse der Waganowa-Akademie hervor wie Marina Semyonova. Viele seiner Familienmitglieder waren Zirkuskünstler, und auch der junge Yuri war von der Welt des Zirkus fasziniert, verlor aber bald sein Herz an den Tanz. Er beschreibt es als "eine Liebesbeziehung, die mein ganzes Leben lang gedauert hat." Er studierte an der Leningrader Choreographischen Schule und wurde zusammen mit den anderen Schülern im Zweiten Weltkrieg nach Perm evakuiert. Er versuchte (mit dem Kanu!) an die Front zu fliehen, wurde aber zurückgebracht und schloss schließlich seine Ausbildung im Jahr 1946 ab. Er trat dem Kirov Ballett bei, wo er in Charakterrollen brillierte. Sein Favorit war der virtuose Anführer Nurali, der so spekakulär im letzten Akt der Fontäne von Bakhchisarai auftritt. Sein tiefstes Interesse galt allerdings schon damals der Choreographie. Im Jahr 1956 wurde ihm das Arrangieren einer Choreographie zu Glinkas Valse Fantaisie für eine Abschlussvorstellung an der Kirov-Schule erlaubt.

Seine erste große Arbeit, Die steinerne Blume zu Prokofieffs Musik, wurde am 27. April 1957 uraufgeführt, trotz der Tatsache, dass bereits eine andere Version in Moskau existierte. Es war die erste Zusammenarbeit zwischen Grigorovich und dem Bildenden Künstler Simon Virsaladze, welcher alle seine späteren Ballette ausstatten sollte. Zusätzlich zu ihrer Arbeitsgemeinschaft bestand auch eine enge persönliche Beziehung, die erst mit dem Tod Virsaladzes im Alter von achtzig Jahren im Jahr 1989 endete. Grigorovich wurde 1962 Ballettmeister am Kirov-Ballett, wechselte dann aber nach Moskau zum Bolschoi-Ballett, dessen künstlerischer Leiter er 1964 wurde, eine Position, in der er sich für die folgenden 30 Jahre behauptete. Es war eine Amtszeit, die nur durch den Gründungsdirektor des New York City Balletts, George Balanchine, übertroffen wurde und durch John Neumeier, der seit über 40 Jahren in Hamburg regiert.

Grigorovich choreographierte am Bolschoi Theater Spartacus von Chatchaturjan (1968), Iwan der Schreckliche von Prokofjew (Moskau, 1975; Paris, 1977), Angara von Andrei Y. Eshpai (1976), Romeo und Julia von Prokofiev (Paris, 1978; Moskau, 1979), Das Goldene Zeitalter von Schostakowitsch (1982). Außerdem überarbeitete er folgende klassische Meisterwerke für das Bolschoi-Ballett: Dornröschen (1963), Der Nussknacker (1966), Schwanensee (1969) von Tschaikowsky; Raymonda von Glasunow (1984), La Bayadère (1991), La Fille Mal Gardee (1993) von Hertel und Don Quixote (1995) von Minkus.

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