Die Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters

Orchesterakademie 2016/17
Orchesterakademie 2016/17

Die Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters wurde 2002 gegründet, um die jahrhundertealte Tradition eines der ältesten deutschen Orchester an junge Musiker weiterzugeben; und auf diese Weise die besondere Klangvorstellung und Spielkultur dieses einmaligen Klangkörpers für nachfolgende Generationen lebendig zu halten.

Ziel der Akademie ist, Nachwuchsmusikern Orchesterpraxis unter professionellen Bedingungen ermöglichen, vor allem in der Opernliteratur mit ihren spezifischen Anforderungen, aber auch im symphonischen Bereich.

Konzerte der Orchesterakademie


Förderer der Orchesterakademie

Freunde des Nationaltheaters e.V., Dr. Helmut Röschinger


Die Ausbildung

Die Ausbildung der Stipendiaten umfasst vier Schwerpunkte: Orchesterpraxis, Unterricht, Kammermusik und Mentales Training.

Orchesterpraxis

Kern der Akademie ist die Mitwirkung bei Proben, Opern- und Ballettvorstellungen und Konzerten des Bayerischen Staatsorchesters. Hier können die Stipendiaten mit Generalmusikdirektor Kirill Petrenko und anderen namhaften Dirigenten das klassisch-romantische Opernrepertoire bis hin zur Moderne erarbeiten. Über die aktive Teilnahme im Orchester hinaus stehen den jungen Musikern die Türen zu allen Proben, Vorstellungen und Konzerten am Haus auch als Zuhörer offen. Sie können die Entstehung ganzer Opernproduktionen von Beginn an aus nächster Nähe verfolgen und dabei namhaften Sängern und Regisseuren über die Schulter blicken. Die musikalische Bildung geht also weit über das rein Instrumentale hinaus und trägt damit zur Entwicklung von jungen Musikern zu künstlerischen Persönlichkeiten bei.

Unterricht

Die Akademisten erhalten regelmäßig Unterricht von den Solisten des Orchesters. Im Unterricht werden zunächst die auf dem Spielplan stehenden Stücke studiert, um den Akademisten einen problemlosen Einstieg in den Opernalltag zu ermöglichen. Gleichermaßen dient der Unterricht zur Vorbereitung von Probespielprogrammen sowie der Solo-Literatur jedes Instruments.

Kammermusik

In der zum wunderschönen Konzertsaal umgestalteten Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz – die auch die Kammermusikreihe des Orchesters beheimatet - finden zwei- bis dreimal pro Spielzeit Kammerkonzerte der Akademisten statt. Sie werden in zusätzlichem Unterricht von Orchestermitgliedern intensiv vorbereitet und betreut. Durch die Zusammenarbeit mit den Sängern des Opernstudios der Staatsoper bei einem der jährlichen Kammerkonzerte entstehen zudem ungewöhnlich spannende Programme, die einen Blick über den Tellerrand der reinen Instrumentalmusik erlauben. Eine besondere Möglichkeit der direkten Zusammenarbeit mit GMD Kirill Petrenko bietet sich bei den jährlichen Festspiel-Konzerten, in denen auch eigens für die Besetzung der Orchesterakademie geschriebene Werke von ihm persönlich einstudiert und aufgeführt werden.

Mentales Training

Um die Stipendiaten auf die ständig steigenden Anforderungen bei Probespielen in Spitzenorchestern umfassend vorzubereiten, erhalten sie zusätzlich zu der instrumentalen Ausbildung im Unterricht regelmäßig ein spezielles mentales Training unter Anleitung der erfahrenen, auf die Arbeit mit Musikern spezialisierten Diplom-Psychologin Ulrike Klees.


Leitung der Orchesterakademie

Christiane Arnold (Foto: Wilfried Hösl)
Christiane Arnold (Foto: Wilfried Hösl)

Christiane Arnold wurde 1966 in Ravensburg geboren und erhielt ihren ersten Violaunterricht bereits mit sieben Jahren. Nach dem Abitur begann sie ihr Studium 1985 an der Musikhochschule in Freiburg bei Ulrich Koch und Kim Kashkashian. Ab 1990 absolvierte sie ein Aufbaustudium bei Thomas Riebl am Mozarteum Salzburg.
Seit 1994 ist Christiane Arnold Mitglied des Bayerischen Staatsorchesters und wurde bereits 2002 bei der Gründung mit Konzeption und Leitung der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters betraut.

Frank Bloedhorn (Foto: Wilfried Hösl)
Frank Bloedhorn (Foto: Wilfried Hösl)

Frank Bloedhorn, 1964 geboren in Hamm, erhielt 1973 seinen ersten Trompetenunterricht. Er studierte an der Folkwang Musikhochschule Essen bei Rudolf Lodenkemper und Rudolf Haase, wo er 1991 seine künstlerische Reifeprüfung mit Auszeichnung ablegte, und ergänzte seine Ausbildung bei Reinhold Friedrich in Karlsruhe und Edward Tarr in Basel. Nach seinem ersten Engagement am Niedersächsischen Staatstheater wurde er 1989 Mitglied des Museumsorchesters Frankfurt und wirkte des weiteren u.a. in den Orchestern des Staatstheaters Hannover, des Hessischen Rundfunks sowie im Ensemble Modern mit. Während dieser Zeit war er zugleich Lehrbeauftragter an der Folkwang-Musikhochschule in Essen. Seit 2001 ist er beim Bayerischen Staatsorchester und widmet sich neben seiner Orchestertätigkeit auch der Blechbläser-Kammermusik: Konzerte und CD-Aufnahmen mit HR Brass, dem Brandenburg Quintett Berlin, mit Frankfurt Chamber Brass, dem Jungen Deutschen Blechbläserensemble u.a. führten ihn außer ins europäische Ausland auch nach Japan, Bali und Nicaragua. Frank Bloedhorn ist seit 2001 Trompeter im Bayerischen Staatsorchester und Mitglied bei OperaBrass. Er lehrt an der Hochschule für Musik und Tanz in München und arbeitet als Dozent mit Blechbläser-Ensembles bei Workshops im In- und Ausland.

Mentales Training

Ulrike Klees ist Diplom- und Sportpsychologin. Sie war selbst Olympiateilnehmerin der Olympischen Spiele 1972. Nach ihrem Studium betreute sie sechs Jahre lang die Nationalmannschaft der Frauen im Schwimmen und andere Spitzenathleten aus verschiedenen Disziplinen. Seit 1990 ist sie auf die Arbeit mit Musikerinnen und Musikern spezialisiert. Neben ihrer Tätigkeit als Dozentin an der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters führen sie Kurse, Vorträge und Workshops an zahlreiche andere Hochschulen und Konservatorien sowie auf Kongresse und Festivals im In- und Ausland.

Korrepetition

Nobuko Nishimura-Finkentey (Foto: Wilfried Hösl)
Nobuko Nishimura-Finkentey (Foto: Wilfried Hösl)

Nobuko Nishimura-Finkentey wurde in Tokio geboren. Sie studierte an der Musashino-Musikakademie in ihrer Heimatstadt sowie an der Folkwang-Hochschule in Essen im Fach Kammermusik und Klavier bei Detlef Kraus. Ihr Konzertexamen absolvierte sie im Fach Solo-Klavier. Sie war Preisträgerin des Folkwang-Wettbewerbs in beiden Fächern und des Internationalen Brahms-Wettbewerbs Hamburg. Seit 1988 lebt und arbeitet sie in München und pflegt als Konzertpianistin und Kammermusikerin eine sehr rege Konzerttätigkeit, darunter mit dem Bayerischen Staatsorchester bei Konzerten in Deutschland und im Ausland. Außerdem arbeitet sie mit dem Melos-Quartett, dem Schumann Quartett und Mitglieder des WDR Sinfonieorchesters zusammen.
Mit dem Bayerischen Staatsorchester spielte sie u.a. unter den Dirigenten Zubin Mehta, Jun Märkl, Peter Schneider und Mark Wigglesworth. Seit der Spielzeit 2011/12 ist sie als feste Korreptitorin der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters an der Bayerischen Staatsoper engagiert.