Am Samstag, 18. Dezember 2021, 18 Uhr, feiert die Bayerische Staatsoper mit Franz Lehárs Giuditta, in einer Fassung von Christoph Marthaler und Malte Ubenauf und mit einem Bühnenbild von Anna Viebrock, die zweite Premiere der Spielzeit 2021-22. Unter der Verwendung von ausgewählten Liedern, Orchesterkompositionen sowie Dialogen von Franz Lehárs Zeitgenossen sind in dieser Inszenierung der Spieloper Daniel Behle als Octavio und Vida Miknevičiūtė als Giuditta zu erleben. Miknevičiūtė gibt ihr Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper.
Die Musik von Lehár wird verschränkt mit Liedern und Orchesterkompositionen von Zeitgenossen Franz Lehárs und mit dem Theatertext „Sladek oder die schwarze Armee“ von Ödön von Horváth.
Weitere Sänger:innen der Produktion sind Jochen Schmeckenbecher (Antonio), Sebastian Kohlhepp (Sladek) und Kerstin Avemo (Anna). Zudem sind Darsteller:innen wie Ueli Jaeggi und Olivia Grigolli beteiligt.Titus Engel gibt sein Debüt am Pult des Bayerischen Staatsorchesters.

Die Premiere sowie alle Vorstellungen ab Donnerstag, 16. Dezember 2021 finden durch die aktuellen Rahmenbedingungen mit einer Kapazität von 25 % der Plätze und unter Einhaltung der 2G+ Regelung (geimpft oder genesen und getestet) im Nationaltheater statt.
Am Mittwoch, 26. Januar 2022 wird eine Aufzeichnung der Premiere auf STAATSOPER.TV ausgestrahlt.

Zur Unterstützung Ihrer Berichterstattung über Giuditta bieten wir Ihnen im Pressebereich der Website ein Media-Kit mit Bild-, Audio- und Videomaterial sowie Ausschnitte des Programmbuchs an. Bis zum Premierenabend werden diese Inhalte laufend ergänzt.
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Am Montag, 13. Dezember 2021, 19 Uhr, findet im Cuvilliés-Theater das 26. BMW Adventsbenefizkonzert statt.
Pavol Breslik, Günther Groissböck sowie Solo-Oboist Giorgi Gvantseladze, präsentieren mit dem Bayerischen Staatsorchester, unter der Musikalischen Leitung der Dirigentin Speranza Scappucci, eine Auswahl an Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Nepomuk Hummel und Georg Friedrich Händel.
Die Spenden kommen dem Zentrum für schwer brandverletzte Kinder der München Klinik, in dem Kinder mit starken Verbrühungen oder Verbrennungen behandelt werden, zu Gute.

DAS WERK

Die Spieloper Giuditta, 1934 an der Wiener Staatsoper uraufgeführt, wurde zu Franz Lehárs Eintrittskarte in die Welt der Oper und zu seinen Lebzeiten ein großer Erfolg: 120 Rundfunkstationen übertrugen die Vorstellung weltweit.
Heute ist das Werk ein wenig in Vergessenheit geraten. An der Bayerischen Staatsoper wird Giuditta nun von Christoph Marthaler neu interpretiert und als Spieloper in Szene gesetzt.

In der musikalisch opulenten Partitur des Komponisten sind die Protagonist:innen, Sängerin Giuditta und Hauptmann Octavio, bereits ambivalent beschrieben: Rauschhafte Melodien und Anleihen an den von Lehár verehrten Puccini und dessen tragisch liebende Figuren stehen neben operettenhafter Unverfänglichkeit.
Die zwei berühmten Schlager des Werkes „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ und „Freunde, das Leben ist lebenswert“ lassen einen optimistischen Ausgang der Handlung vermuten, ebenso wie das Genre Operette an sich.
Das Ende ist jedoch keineswegs heiter. Das Liebespaar Giuditta und Octavio geht getrennte Wege und der Hauptmann bleibt als gescheiterter Mann einsam zurück. Die Operette steht so nur scheinbar im krassen Kontrast zur gesellschaftlichen Gegenwart des aufkommenden Krieges in den 1930er Jahren.

DIE INSZENIERUNG

Operette, Oper, musikalische Komödie oder doch Spieloper?
Lehár selbst war sich bewusst, „dass Giuditta sich nicht leicht in eine der eingeführten Gattungen einreihen lasse“. Da ist zum einen Giudittas Schluss: Der ist alles, nur nicht heiter. Zudem liebäugelte Lehár mit der Dramatik von Giacomo Puccini, die er in sein Werk einfließen ließ. Giuditta gehörte seiner Überzeugung nach nicht in die Schublade der Operette. Sein neues Genre ist so wenig eindeutig. Der Verwirrung nicht genug, gibt es zudem eine fast unüberschaubare Anzahl von Schauplätzen: ein Ort in Süditalien, eine Villa in Libyen, ein koloniales Vergnügungslokal in Nordafrika und schließlich eine Bar in Italien. Franz Lehár und seine Librettisten bezeichneten Giuditta im Textbuch als „Musikalische Komödie“ oder „Spieloper“, wobei Lehár in einem Interview relativierte: „Ach, Name ist Schall und Rauch. Sagen wir: die Spieloperette, das Liederspiel oder die Liebesspieloperette, wie Sie wollen.“

Der Regisseur Christoph Marthaler greift die Ambivalenz der Figuren von Lehár auf, die zwischen Opulenz und Resignation, zwischen Euphorie und Abgrund schwanken. Er stellt Lehárs Operette radikal in den Kontext der 1920er und 1930er Jahre.
Dazu verschränkt Marthaler in seiner Fassung von Giuditta die Musik Lehárs mit Musik komponierender Zeitgenossen und öffnet das Werk für die Themen und vielfältigen kompositorischen Sprachen seiner Entstehungszeit. Er verknüpft Lehárs Musik mit Orchestermusiken von Béla Bartók, Erich W. Korngold oder Dmitri D. Schostakowitsch sowie mit Liedern von Viktor Ullmann, Hanns Eisler oder Alban Berg. Zudem fügt Marthaler eine frühe Komposition von Franz Lehár ein, die ein neues Licht auf den Operettenkomponisten wirft: Fieber, ein Werk aus der Tondichtung Aus eiserner Zeit für Tenor und Orchester aus dem Jahr 1915.

Auf textlicher Ebene verschränken Marthaler und sein Dramaturg Malte Ubenauf das Libretto von Fritz Löhner-Beda und Paul Knepler mit Auszügen aus Sladek oder Die Schwarze Armee von Ödön von Horváth aus dem Jahr 1928. Insbesondere das bei Lehár unverfänglich-buffonesque Paar Pierrino/Anita erhält hierdurch als Anna und Sladek eine völlig neue inhaltliche Wendung, die den Abend dramaturgisch prägt.

DIE BESETZUNG

Der Startenor Daniel Behle ist als Octavio zu erleben. Seine Partnerin ist Vida Miknevičiūtė. Beide geben ihre Debüts in diesen Rollen an der Bayerischen Staatsoper.

Christoph Marthaler gehört zu den wichtigsten, stilprägenden Regisseuren der Gegenwart, sowohl für die Theater- als auch für die Opernbühne. Für zahlreiche von Marthalers Arbeiten schuf Anna Viebrock die Raumentwürfe. Auch für Giuditta realisiert sie Bühne und Kostüme. Mit zum Team gehört seit Jahren auch der Dramaturg Malte Ubenauf. Er ist vorwiegend als freiberuflicher Schauspiel- und Musiktheaterdramaturg tätig und seit 2016 zudem Festival-Dramaturg der Münchener Biennale.
Wie auch bei dieser Neuproduktion, entstanden bereits in der Vergangenheit durch ihre Zusammenarbeit zahlreiche Musiktheater- und Schauspielarbeiten. An der Bayerischen Staatsoper widmeten sie sich zuletzt Lear in der Spielzeit 2020/21.
Der Dirigent Titus Engel gibt mit Giuditta sein Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper. Vom Magazin Opernwelt wurde Engel als Dirigent des Jahres 2020 ausgezeichnet. Mit Beginn der Spielzeit 2023-24 wird Engel als Principal Conductor der Basel Sinfonietta die Leitung des weltweit einzigen großen Orchesters für zeitgenössische Musik übernehmen.

Musikalische Leitung – Titus Engel
Inszenierung – Christoph Marthaler
Bühne und Kostüme – Anna Viebrock
Licht – Michael Bauer
Dramaturgie – Katharina Ortmann und Malte Ubenauf
 
In Rollendebüts bei dieser Produktion:
 
Giuditta – Vida Miknevičiūtė
Octavio – Daniel Behle
Antonio – Jochen Schmeckenbecher
Pierrino – Sebastian Kohlhepp
Anita – Kerstin Avemo
 
Weitere Darsteller
 
Bayerisches Staatsorchester

VORSTELLUNGEN

GIUDITTA
Spieloper in fünf Bildern von Franz Lehár (1932/33)
In einer Fassung von Christoph Marthaler und Malte Ubenauf

PREMIERE
Sa, 18.12.2021, 18.00 Uhr

WEITERE VORSTELLUNGEN
Mi, 22.12.2021, 19.00 Uhr
Mo, 27.12.2021, 19.00 Uhr
Fr, 31.12.2021, 19.00 Uhr
So, 2.1.2022, 18.00 Uhr
Do, 6.1.2022, 18.00 Uhr

Nationaltheater

STREAM
Mi, 26.01.2022
STAATSOPER.TV

„GIUDITTA" DIGITAL

Neben dem für die Presse verfügbaren Medien-Paket stellt die Bayerische Staatsoper auch ein öffentliches Digital-Angebot der Neuproduktion zur Verfügung.
Unter den sogenannten Giuditta.Files werden mit Beginn der Proben anhand von verschiedenen Formaten wie Artikeln, Bildergalerien, den Podcasts, wie „HOW TO OPER – der Podcast für Neulinge und Neugierige“, und verschiedenen Videos täglich neue Eindrücke der Inszenierung dokumentiert.
Zudem hat Alexander Kluge als Hommage an Christoph Marthaler exklusiv für Programmheft und Website Material, u. a. Kurzfilme, erstellt, die die Themen Marthalers aufgreifen und Lehárs Spieloper kontextualisieren.
Dieses Angebot ermöglicht es dem Publikum, einen Blick hinter die Kulissen der verschiedenen Produktionen zu werfen.

Das Medien-Paket für Pressezwecke sowie die Giuditta.Files werden bis zur Premiere am Samstag, 18. Dezember 2021 laufend erweitert.

26. BMW ADVENTS-BENEFIZKONZERT

Am Montag, den 13. Dezember 2021, veranstaltet die BMW Niederlassung München ihr 26. Advents-Benefizkonzert zugunsten benachteiligter Kinder und Jugendlicher.
Auch dieses Jahr wird das Konzert als Live-Übertragung auf STAATSOPER.TV ausgestrahlt.

Die gesammelten Spenden kommen dem Zentrum für schwer brandverletzte Kinder der München Klinik, in dem Kinder mit starken Verbrühungen oder Verbrennungen behandelt werden, zu Gute.
 
Pavol Breslik, Günther Groissböck sowie Solo-Oboist Giorgi Gvantseladze, präsentieren mit dem Bayerischen Staatsorchester, unter der Musikalischen Leitung der Dirigentin Speranza Scappucci, eine weihnachtliche Auswahl, wie Wolfgang Amadeus Mozarts Ave verum oder Werke von Johann Nepouk Hummel und Georg Friedrich Händel.
 
Informationen zum Spendenvorgang finden Sie unter:
www.bmw-muenchen.de/de/ueber-uns/kultur-events/bmw-advents-benefizkonzert-2021/

ADVENTS-BENEFIZKONZERT
Mo, 13.12.2021, 19.00 Uhr
Cuvilliés-Theater
 
Das Konzert wird live und kostenfrei auf STAATSOPER.TV übertragen.
 
 
 
PROGRAMM
 
Wolfgang Amadeus Mozart, Symphonie (g-Moll)
 
Johann Nepomuk Hummel, Introduktion, Thema und Variationen op. 102
Oboe: Giorgi Gvantseladze
 
Wolfgang Amadeus Mozart, Ave verum
Pavol Breslik
 
Georg Friedrich Händel, Ouverture, Auszüge aus Messiah
Günther Groissböck
 
Francesco Tosti, Ridona mi la calma
Pavol Breslik
 
Sizilianische Volksweise (vor 1780), O du fröhliche
Pavol Breslik
Günther Groissböck

AUF EIN WIEDERSEHEN – IN GEDENKEN AN WILLI BRUMMER

Der langjährige Statist der Bayerischen Staatspoper, Willi Brummer, ist am 7. Dezember 2021 im hohen Alter von 94 Jahren verstorben. Seit 1947 war er, oft mehrmals pro Woche, an der Bayerischen Staatsoper zu erleben – bis zu seinem Ruhestand als Besucher im Zuschauerraum, danach als Statist auf der Bühne, über 30 Jahre lang, in unzähligen stummen, aber oft tragenden Rollen: zum Beispiel in Die Frau ohne Schatten, in Salome oder zuletzt in der Neuinszenierung von Tristan und Isolde. Mit dieser Produktion hat er am 31. Juli 2021 seine Abschiedsvorstellung im Nationaltheater gegeben. Die Mitglieder der Bayerischen Staatsoper werden ihn sehr vermissen.