Saisonauftakt 19/20 beim Bayerischen Staatsballett

Saisonauftakt mit Jewels und Anna Karenina

Das Ensemble des Bayerischen Staatsballetts startet am 21. September mit dem neoklassischen Dreiteiler Jewels von George Balanchine in die Spielzeit 2019/20. Inspiriert von den Smaragden, Rubinen und Diamanten einer Schmuckauslage auf der Fifth Avenue in New York gelang dem Gründer des New York City Ballets 1967 ein zeitloses abstraktes Werk. Eindrucksvoll zeigt es die unterschiedlichen Ballettraditionen Frankreichs (Emeralds), Amerikas (Rubies) und Russlands (Diamonds). In Rubies stellt sich die neue Erste Solistin Virna Toppi, die von der Mailänder Scala nach München gewechselt ist, an der Seite von Osiel Gouneo in ihren Haus- und Rollendebüt dem Publikum vor.

Am 3. Oktober hebt sich der Vorhang für eine weitere Serie von Anna Karenina. Es sind aufgrund auslaufender Lizenzrechte die vorerst letzten Vorstellungen von Christian Spucks Ballettadadaption nach Lew. N. Tolstois Ehebruchsgeschichte. Als Graf Wronski wird sich erstmals der neue Solist Denis Vieira präsentieren, für den Christian Spuck diese Rolle einst in Zürich kreiert hatte. Maria Baranova gibt ihr Rollendebüt als Kitty, die Titelpartie wird von Laurretta Summerscales gestaltet.

Erstmals Roland Petit in München

Neben den laufenden Repertoire-Vorstellungen bereitet sich das 73-köpfige Ensemble bereits auf die erste Premiere der Spielzeit vor: Am 20. Oktober nimmt das Bayerische Staatsballett mit Coppélia erstmals ein Werk des legendären französischen Choreographen Roland Petit ins Repertoire. Das 1975 kreierte Ballett stellt auf humorvolle Weise die Suche nach dem perfekten Menschen zur Schau. Auf E.T.A. Hoffmanns Erzählung Der Sandmann basierend steht in Roland Petits Adaption die Figur des Dr. Coppélius im Mittelpunkt: ein Professor zwischen Genie und Wahnsinn, der sich eine Holzpuppe namens Coppélia erschafft und diese sehnlichst zum Leben erwecken möchte. Mit Augenzwinkern erzählt der Choreograph, die sich zwischen Dr. Coppélius, dem jungen Liebespaar Swanilda und Franz und der Puppe entspinnende Täuschungs- und Verwechslungsgeschichte, bei der am Ende Dr. Coppélius alleine zurück bleibt. Seine Versuche, sich die perfekte Frau zu schaffen, sind zum Scheitern verurteilt.
Roland Petit (1924 bis 2011) war einer der produktivsten französischen Choreographen seiner Zeit. Er schuf, oft auf Basis literarischer Vorlangen, mehr als 170 Ballette, viele davon mit Handlungscharakter. Seine Coppélia ist das erste Werk aus seinem umfangreichen Oeuvre, das im Münchner Nationaltheater zu sehen sein wird. Derzeit studieren die Ballettmeister Gillian Wittingham und Luigi Bonino die umfangreichen Ensembleszenen und spielintensiven Solopartien ein. Luigi Bonino, seit langem selbst ein gefeierter Dr. Coppélius-Darsteller, wird diese Rolle auch in der Münchner Premiere interpretieren. An seiner Seite studieren unter anderem Laurretta Summerscales und Virna Toppi die Rolle der Swanilda und Osiel Gouneo und Yonah Acosta die Rolle des Franz ein.