Zum Auftakt 2020-21: Weißer Tüll mit Abstandsregeln

Das Bayerische Staatsballett startet am 9. September 2020 mit einer modifizierten Version von Ray Barras Schwanensee in die Spielzeit 2020-21 und präsentiert nach sechsmonatiger Pause wieder ein Handlungsballett. Nur zehn Tage später, am 19. September 2020, folgt mit einer ebenfalls adaptierten Fassung von Giselle ein weiterer Klassiker. Die geplante Tanznacht als Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten „30 Jahre Bayerisches Staatsballett“ wird pandemiebedingt auf das zweite Halbjahr verschoben.

Klassiker zum Saisonbeginn

Ursprünglich hätte Ray Barras Schwanensee bereits im März 2020 nach zehnjähriger Pause seine Wiederaufnahme im Nationaltheater feiern sollen. Doch diese musste wenige Tage vor der Premiere aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Nun startet das Münchner Ensemble am 9. September 2020 mit einer adaptierten Fassung dieses Klassikers und einem umfangreichen Hygienekonzept in die neue Spielzeit. Mit Einverständnis des Choreographen wird der leitende Ballettmeister Thomas Mayr das Werk an die geltenden Richtlinien anpassen, dabei aber so nahe wie möglich am Original bleiben: „Wir reduzieren die Anzahl der Tänzerinnen und Tänzer in den Gruppenszenen, die Kinderstatisterie kommt nicht zum Einsatz, auch erhöhen wir wo nötig die Abstände in den Gruppenszenen. Der Zuschauer wird trotz kleinerer Kürzungen den Münchner Schwanensee von Ray Barra sehen, das Wesen des Werkes bleibt erhalten“, so Thomas Mayr.

Welche Auswirkungen die neuen Vorgaben für den Vorstellungsbetrieb und den Arbeitsalltag des Ensembles haben und welche Vorkehrungen getroffen werden, um größtmögliche Sicherheit für alle Beteiligten zu ermöglichen, lesen Sie hier in einem Blogbeitrag.

Auch der Klassiker Giselle, Inbegriff romantischer Tanzkunst, kehrt auf die Bühne des Nationaltheaters zurück. Ab 19. September 2020 zeigt das Bayerische Staatsballett eine ebenfalls modifizierte Version des originären Werkes von Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa. Giselle wurde dabei bewusst zum Spielzeitauftakt in das Programm genommen, markierte das Werk doch schon vor 30 Jahren den Beginn einer eigenständig gewordenen Münchner Ballettcompagnie unter dem Namen Bayerisches Staatsballett. Die anlässlich der Jubiläumsspielzeit geplante Tanznacht und Jubiläumsfeier im Anschluss an diese erste Giselle-Vorstellung werden auf die zweite Spielzeithälfte verschoben. Der weitere Spielplan wird, sofern erforderlich, an die jeweils aktuellen Gegebenheiten angepasst und etwaige Änderungen und veränderte Vorverkaufsmodalitäten zeitnah über den Presseverteiler und die Website bekannt gegeben.

Über die Besetzung mit bekannten und neuen Gesichtern

Wie im Frühjahr proben in Schwanensee Prisca Zeisel und Laurretta Summerscales die Doppelrolle der Odette/Odile, an ihrer Seite tanzen Jinhao Zhang und Emilio Pavan. Das Corps-de-ballet-Mitglied Matteo Dilaghi freut sich, mit dem Magier Rotbart eine Solorolle einstudieren zu dürfen.
Die Besetzung von Giselle verspricht neue und (alt-)bekannte Gesichter: Die Titelpartie werden neben Laurretta Summerscales auch Ksenia Ryzhkova und Madison Young einstudieren. Ksenia Ryzhkova kehrt gemeinsam mit ihrem Partner Jonah Cook nach einem Jahr beim Zürich Ballett an die Isar zurück. Die gebürtige US-Amerikanerin Madison Young verstärkt nach drei Jahren beim Wiener Staatsballett in München ab sofort die Riege der Solistinnen.

Darüber hinaus wechselt Halbsolist Vladislav Kozlov vom San Francisco Ballet zum Bayerischen Staatsballett. Das weibliche Corps de ballet verstärken Melissa Chapski und Rhiannon Fairless.
Aus München verabschiedet haben sich Virna Toppi und Henry Grey: Die Erste Solistin kehrt nach ihrem Sabbatical aus privaten Gründen an die Mailänder Scala zurück. Henry Grey freut sich über einen Solistenvertrag beim Finnischen Nationalballett und tanzt ab dieser Spielzeit in Helsinki.