Presseinformation: Das waren die Münchner Opernfestspiele 2018

Presseinformation: Das waren die Münchner Opernfestspiele 2018

Am heutigen Dienstagabend gehen die Münchner Opernfestspiele 2018 mit Richard Wagners Parsifal zu Ende. Generalmusikdirektor Kirill Petrenko dirigierte die Neuinszenierung. Unter seiner Leitung standen außerdem Der Ring des Nibelungen und Il trittico. Mit dem Ende der Münchner Opernfestspiele verabschiedet sich das Pressebüro der Bayerischen Staatsoper in die Sommerpause. Dennoch blicken wir schon voraus auf den Herbst und die neue Saison.
 
Ab Beginn der Theaterferien gibt es das Angebot, die Virtual-Reality-Experience GELIEBT GEHASST UND 360° auch via eigenem Mobiltelefon anzusehen.
 

Die Münchner Opernfestspiele in Zahlen

Intendant Nikolaus Bachler beschließt die Festspiele in seiner zehnten Saison mit einer Gesamtauslastung von 98,04 Prozent. Die Auslastung bei den Opern- und Ballettvorstellungen im National- und Prinzregententheater betrugen dabei 99,52 Prozent. Insgesamt standen an 38 Tagen 70 Veranstaltungen auf dem Spielplan. Neben den Vorstellungen im Nationaltheater, dem Prinzregententheater und dem Cuvilliés-Theater bespielte die Bayerische Staatsoper im Rahmen der Festspiel-Werkstatt auch die Reithalle mit vier Produktionen (Auslastung 96,57%). Insgesamt wurden in dem Zeitraum vom 24. Juni bis 31. Juli über 83.500 Karten verkauft. Über 1.500 Karten gingen davon zum Preis von 10 Euro an Studierende und Schüler.
 

Die Höhepunkte der Münchner Opernfestspiele 2018

Premieren
Das Musiktheaterkollektiv HAUEN • UND • STECHEN interpretierte bei der ersten Festspiel-Werkstatt-Premiere Zeig mir deine Wunder die Oper Snegurotschka von Nikolai Rimski-Korsakow. Den nächsten Höhepunkt stellte die Premiere von Richard Wagners Parsifal in der Inszenierung von Pierre Audi und unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko dar. Das Bühnenbild entwarf mit Georg Baselitz einer der wichtigsten bildenden Künstler der Gegenwart. Nach der Premiere des szenischen Konzerts Match! mit Musik von u.a. Mauricio Kagel feierte Nikolaus Brass’ Die Vorübergehenden Uraufführung in der Reithalle. Salvatore Sciarrinos Vanitas war die vierte Premiere der Festspiel-Werkstatt. Zum Abschluss der Festspiele inszenierte der Filmemacher Axel Ranisch im Prinzregententheater Joseph Haydns Orlando Paladino.

Festspiel-Opernabende
Zusätzlich zu den sechs Neuinszenierungen der aktuellen Saison - Le nozze di Figaro, Il trittico, Les Vêpres siciliennes, Aus einem Totenhaus, Parsifal und Orlando Paladino gelangte Der Ring des Nibelungen unter der Leitung von Kirill Petrenko sowie fünf weitere Opernproduktionen zur Aufführung, darunter Der fliegende Holländer mit Wolfgang Koch in der Titelpartie. Als Arabella war Anja Harteros unter der musikalischen Leitung von Constantin Trinks zu hören. Joseph Calleja, Thomas Hampson und Angela Gheorghiu verkörperten in Tosca die Hauptpartien. Gaetano Donizettis L’elisir d’amore wurde mit Olga Kulchynska und Vittorio Grigòlo auf die Bühne gebracht. Diana Damrau gab in Verdis La traviata die verzweifelt Liebende.

Liederabende
Bei insgesamt sechs Liederabenden sangen Anja Harteros, Elisabeth Kulman, Christian Gerhaher, Günther Groissböck, Krassimira Stoyanova und Rolando Villazón. Darüber hinaus trat Edita Gruberova bei einem Gala-Abend auf.

Ballett
Das Bayerische Staatsballett zeigte neben der Festspiel-Premiere Junge Choreographen die Neuinszenierung der aktuellen Saison: Anna Karenina und Portrait Wayne McGregor.

GELIEBT GEHASST UND 360°

Die Bayerische Staatsoper hat im Rahmen ihres Jubiläums einen 3-minütigen Virtual-Reality-Film gedreht, der auf Original-Opernstühlen vom 9. Juli bis zum 31. Juli in ganz München zu erleben war – nach dem Motto: Wir bringen die Oper in die Stadt. An der Isar, an der Uni, im Hasenbergl - an insgesamt 40 Standorten in ganz München luden wir über 3500 Passanten dazu ein, Platz zu nehmen und in die Welt der Oper einzutauchen. Ob Alt oder Jung, Opernliebhaber oder Opernneuling, Tourist oder waschechter Münchner – unsere Einladung wurde bestens angenommen und hat für eine Menge Begeisterung, Überraschung und Staunen gesorgt. Auf www.staatsoper.de/360 steht der Film auch zur Ansicht auf dem eigenen Mobilgerät zur Verfügung.

88.800 Zuschauer bei Oper für alle 2018

Oper für alle fand in diesem Jahr zum 21. Mal mit Unterstützung des langjährigen Partners der Münchner Opernfestspiele, BMW München, bei freiem Eintritt statt. Richard Wagners Parsifal unter der Leitung von Kirill Petrenko wurde am 8. Juli live auf die Großleinwand vor dem Opernhaus und auf STAATSOPER. TV übertragen. Bei strahlendem Sonnenschein kamen 10.000 Menschen im Laufe des Abends auf den Max-Joseph-Platz. Den Stream auf STAATSOPER.TV verfolgten weitere 73.000 Zuschauer. Das Oper-für-alle-Festspielkonzert fand am 21. Juli unter der Leitung von Michele Mariotti auf dem Marstallplatz statt. Trotz wechselhaftem Wetter kamen 5.800 Zuschauer.

Ausblick auf den Herbst und Winter 2018

Mit „ALLES WAS RECHT IST“ ist die kommende Spielzeit überschrieben und die Bayerische Staatsoper läutet die neue Saison anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Nationaltheater/100 Jahre Bayerische Staatsoper vom 21. September bis zum 3. Oktober 2018 mit der Festwoche GELIEBT GEHASST UND VORHANG AUF ein.
 
Seit jeher ist die Bayerische Staatsoper ein Ort, der regelmäßig für Diskussionen sorgt, für Ablehnung, für Zustimmung, doch hoffentlich nie für Gleichgültigkeit. Sie wird geliebt und gehasst – abwechselnd, gleichzeitig, meist für ein ganzes Leben lang. Dies alles und das Doppeljubiläum gilt es unter dem Titel GELIEBT, GEHASST UND PUNKT PUNKT PUNKT zu feiern.

GELIEBT GEHASST UND VORHANG AUF

Im Fokus der Festwoche stehen die drei prägenden Komponisten des Hauses: Richard Strauss, Richard Wagner und Wolfgang Amadeus Mozart. Den Anfang macht ein Festkonzert mit Musik von Richard Strauss und Ludwig van Beethoven , bei dem auch Drei Märchenbilder aus der Schneekönigin des dänischen Komponisten Hans Abrahamsen zur Uraufführung kommt. Kirill Petrenko dirigiert Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg und die Bayerische Staatsoper bietet einen kostenlosen Live-Stream auf STAATSOPER.TV an. Außerdem steht Mozarts Le nozze di Figaro unter der Leitung von Ivor Bolton und eine Liedermatinee mit Christian Gerhaher auf dem Programm. Am 29. September kann man bei GELIEBT, GEHASST - IM GANZEN HAUS besondere Einblicke hinter die Kulissen erhalten und sogar selbst auf der Bühne des Nationaltheaters auftreten: Egal ob singen, tanzen, Gedichte schreiben oder Musik machen – für diese „Open Stage“ konnte sich jeder bis 31.7.2018 bewerben. Als Publikum ist ebenfalls jeder herzlich willkommen. Die Festwoche schließt mit zwei Vorstellungen von Anna Karenina des Bayerischen Staatsballetts.
 

GELIEBT, GEHASST UND TROTZDEM TREU

Unter dem Titel GELIEBT, GEHASST UND TROTZDEM TREU wird ab 30. Oktober August Everdings Inszenierung von Die Zauberflöte vom Performance-Kollektiv Frl. Wunder AG genauer auf Erfahrungen und Gefühle, die die Kunstform Oper ermöglicht haben, erforscht werden. Gemeinsam mit dem Münchner Opernpublikum soll ein Musiktheaterprojekt in zwei Teilen entstehen: ein installativer Stationen-Parcours zum Erfahrungsraum Oper in den Foyer-Räumlichkeiten und eine anschließende musikalisch-theatralen Lecture-Opern-Version der Zauberflöte.

Premieren bis Ende des Jahres

Generalmusikdirektor Kirill Petrenko dirigiert die erste Premiere: Giuseppe Verdis Otello mit Jonas Kaufmann und Anja Harteros. Außerdem leitet der Generalmusikdirektor das 2. Akademiekonzert. David Bösch kehrt für die zweite Neuproduktion der Saison an die Bayerische Staatsoper zurück: Bedřich Smetanas komische Oper Die verkaufte Braut unter der Leitung von Tomáš Hanus. Das Bayerische Staatsballett feiert bereits im Oktober mit George Balanchines Jewels Premiere.