BALLETTFESTWOCHE VOM 23. BIS 31. MAI 2020

Tänzer des Ballet BC in "Bedroom Folk", Foto von Michael Slobodian

Den Auftakt bildet dieses Jahr der dreiteilige Ballettabend Ratmansky / Dawson / Eyal , gefolgt von Christopher Wheeldons Alice im Wunderland und Roland Petits Coppélia. Außerdem zu sehen ist die Premiere der letzten Spielzeit Jewels, der Ballettklassiker Schwanensee sowie John Neumeiers Die Kameliendame und Yuri Grigorovichs Spartacus. Auch 2020 ist die jährliche Frühjahrsmatinee der Heinz-Bosl-Stiftung Teil der Ballettfestwoche.

Der dreiteilige Abend beinhaltet zwei Arbeiten der Choreographen Alexei Ratmansky und Sharon Eyal, die beim New York City Ballet im Jahr 2014 bzw. beim Nederlands Dans Theater 1 im Jahr 2015 uraufgeführt wurden. Der britische Choreograph David Dawson wird eine neue Kreation für das Bayerische Staatsballett erarbeiten.

Ratmanskys Bilder einer Ausstellung wurde zur gleichnamigen Komposition von Modest Mussorgsky kreiert. Die Musik tritt in eine Verbindung mit dem Bühnenbild ein, das aus Projektionen von Wassily Kandinskys Werk Farbstudie – Quadrate und konzentrische Ringe besteht. Auch die Kostüme der Designerin Adeline André greifen Motive von Kandinskys Werk auf und tragen zur organischen Vollkommenheit des Balletts bei.

In Sharon Eyals Bedroom Folk steht die Gruppe Im Vordergrund. Das Stück ist fast frei von Partnering, die Gruppe der Tänzer wird wie von einer unsichtbaren Macht zusammengehalten. Die Musik stammt von Ori Lichtik und bei den geloopten Musiksequenzen werden die Körper hin und wieder zum Anfang zurückgeworfen, wobei die ungestörte Gruppendynamik umso eindrucksvoller erscheint. Für das Bayerische Staatsballett wird Eyal ihre ursprünglich für vier Tänzerinnen und für vier Tänzer konzipierte Arbeit erweitern.

Der britische Choreograph David Dawson hat für seine Neukreation am Bayerischen Staatsballett die Musik des kanadischen Komponisten Marjan Mozetich gewählt. Affairs of the Heart ist ein Concerto für Violine und Streicher und eine lyrisch aufgeladene Komposition. Dawson schafft es immer wieder das klassische Ballett neu zu entdecken und ist von der zeitgenössischen Choreographenszene nicht weg zu denken.

Außerdem zeigt das Bayerische Staatsballett weitere Stücke aus dem aktuellen Repertoire

Christopher Wheeldons farbenfrohes Ballett Alice im Wunderland steht auch im Programm der Ballettfestwoche. Zur Musik von Joby Talbot entfaltet sich die wundersame Welt, in die sich Alice hineinträumt und in der sie einer Reihe seltsamer Charaktere begegnet. Das erste abendfüllende Werk Wheeldons wurde am Royal Ballet uraufgeführt und entwickelte sich rasch zum Hit.

Für Humor und Augenzwinkern sorgt Roland Petits Coppélia. Nach E.T.A. Hoffmanns literarischer Vorlage Der Sandmann entwickelte Petit eine Geschichte, die die Suche nach dem perfekten Menschen hinterfragt und humorvoll zur causa perduta erklärt. Die Handlung spielt in einer Garnison des 19. Jahrhunderts ab und lässt die perfekt synchronen Formationen der Soldaten auf die spielerische Koketterie der Frauen treffen.

George Balanchines Jewels zeichnet den Bogen um die Welt des klassischen Balletts und präsentiert die Balletttraditionen Frankreichs, Russlands und der USA. Es wird funkt und glitzert in jedem der drei Teile seines Werks, die nach unterschiedlichen Juwelen benannt sind: Emeralds, Rubies und Diamonds.
Zur Musik von Gabriel Fauré gibt Emeralds den Auftakt auf sanfte, lyrische Weise. Igor Strawinskys jazzige Komposition Capriccio for Piano and Orchestra untermauert den zweiten Teil – Rubies. Die schnellen, flinken Bewegungen werden mit hoher Präzision und Dynamik ausgeführt. Vollendet wird der Abend mit Diamonds, zur Musik von Peter I. Tschaikowsky. Ganz im Sinne des großen Balletts des zaristischen Russlands stehen hier die Opulenz und die Technik auf aller höchstem Niveau im Mittelpunkt.

Der Ballettklassiker Schwanensee feiert sein Comeback beim Bayerischen Staatsballett. Ray Barra orientiert sich an Lew Iwanow in seiner Version, lässt dabei aber Prinz Siegfried als labilen jungen Mann erscheinen, der sich in Traumwelten flüchtet. In seiner Vorstellung erscheinen ihm seine Geliebte Odette, sowie ihr böses Double Odile als Schwäne bis die Grenzen von Realität und Traumwelt so weit verschwimmen und ihn letztlich in den Tod treiben.

Einen energiegeladenen Abend garantiert Spartacus. Yuri Grigorovichs Werk basiert auf der Geschichte des Gladiators Spartacus und ist durch marschartige Rhythmen und höchste Ausdauer gekennzeichnet. Als erste westeuropäische Compagnie brachte 2016 das Bayerische Staatsballett Spartacus auf die Bühne.

John Neumeiers Die Kameliendame basiert auf Alexandre Dumas Werk La dame aux camélias, das auch für die Oper La Traviata als literarische Vorlage diente. Durch filmische Strukturiertheit gekennzeichnet dreht sich das Ballett um die erschütternde Geschichte der lungenkranken Kurtisane Marguerite Gautier. Zur dramaturgischen Dichte trägt auch die Musik Fréderic Chopins bei, die sich durch ihren romantischen Impetus auszeichnet.

Abgerundet wird die Woche durch die Matinée der Heinz-Bosl-Stiftung, wobei die jungen aufstrebenden Talente der Heinz-Bosl-Stiftung und der Ballettakademie der Hochschule für Musik und Theater ihr Können zeigen.

Programmübersicht

RATMANSKY / DAWSON / EYAL

Sa, 23.05.20 19:30 Uhr und Mo, 25.05.20 19:30 Uhr

Russischer Volkstanz. (Foto: Charles Tandy, Design: IntoBranding)
MATINEE HEINZ-BOSL-STIFTUNG

So, 24.05.20 11:00 Uhr

ALICE IM WUNDERLAND

Di, 26.05.20 19:30 Uhr

COPPÉLIA

Mi, 27.05.20 19:30 Uhr

Jewels: Diamonds, Ensemble
JEWELS

Do, 28.05.20 19:30 Uhr

SCHWANENSEE

Fr, 29.05.20 19:30 Uhr

SPARTACUS

Sa, 30.05.20 19:30 Uhr

Die Kameliendame: Anna Laudere, Edvin Revazov
DIE KAMELIENDAME

So, 31.05.20 19:30 Uhr

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