Heino Hallhuber im März verstorben

Heino Hallhuber war in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts die herausragende männliche Solistenpersönlichkeit des Balletts der Bayerischen Staatsoper. Geboren 1927 in München, hervorgegangen aus der Kinderballettschule der Staatsoper, profilierte er sich 1949 zum ersten Mal solistisch, um danach in einer unüberschaubaren Zahl von großen Rollen fünfundzwanzig Jahre lang die Münchner Ballettszene zu prägen. Beispielhaft unter unzähligen Rollen sei sein Porträt des Joseph in „Josephslegende“ erwähnt. Mit der Ankunft von John Cranko 1967 zog er sich tänzerisch mehr ins Charakterfach zurück. Beispielhaft dafür sein Tybalt in der „Romeo“-Premiere, eine Partie, mit der er sich dann am 23. September 1975 auch endgültig von der Bühne des Nationaltheaters verabschiedete. Eine glanzvolle Karriere als Schauspieler und Choreograph für Film und Schauspielbühne schloss sich an. Allein am Residenztheater verkörperte er in den folgenden Jahren neunhundertmal den Erzengel Michael im „Brandner Kaspar“. Ingmar Bergmanns Münchner Arbeiten am Residenztheater begleitete er als Choreograph, er stellte auch für dessen Film „Schlangenei“ die Tanzszenen und wirkte selbst als Tänzer mit. Im November 2008 kehrte er für einen letzten Gastauftritt in der Galavorstellung zum 40. Jahrestag der München-Premiere von John Crankos „Romeo und Julia“ als Herzog von Verona auf die Bühne des Nationaltheaters zurück. 

Heino Hallhuber, 2008 bei der Galavorstellung zum 40. Jahrestag der München Premiere von John Crankos ROMEO UND JULIA