„Portrait Wayne McGregor“ für alle – Live-Stream und Video-on-demand der Neuproduktion am 23. Juni

 

Am 23. Juni 2018 übertragen wir die Vorstellung der Neuproduktion von Portrait Wayne McGregor live und kostenlos auf STAATSOPER.TV. 

Ein abenteuerlustiger Experimentierer, ein von Neugier getriebener Geist, der in seiner Arbeit am liebsten die technologischen Entwicklungen aller Gebiete in die Kunst integrieren will – um zu zeigen, wie sich das Leben und die Welt, wir und nicht zuletzt die Kunst selbst durch diese Entwicklungen verändern. Das ist Wayne McGregor. Erleben Sie den dreiteiligen Abend Portrait Wayne McGregor mit den Werken KairosSunyata und Borderlands bequem von zu Hause aus. 

Alle Infos im Überblick

Live-Stream Portrait Wayne McGregor
Sa, 23. Juni 2018, 19.30 Uhr CET
www.staatsoper.tv

Video-on-demand Portrait Wayne McGregor
für 24 Stunden
ab So 24 Juni 2018, 10.00 Uhr bis Mo, 25. Juni 2018, 10:00 CET
www.staatsoper.tv

Das Video-on-demand wird für 24 Stunden abrufbar sein. Sie können den Stream bis spätestens 10:00 Uhr am Sonntag starten und die komplette Aufführung sehen. Das Angebot ist wie immer kostenlos!

Trailer „Portrait Wayne McGregor“

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Inhalt

Borderlands ist das Ergebnis von Wayne McGregors Auseinandersetzung mit dem Bauhaus-Künstler Josef Albers, dessen farbenfrohe, geometrische Bilder mit der optischen Wahrnehmung des Betrachters spielen. McGregors Interesse gilt besonders dem liminalen Status zwischen zwei Farbbereichen und wie man diesen physisch umsetzen und erlebbar machen kann. Das Verhältnis von Tanz und Bildender Kunst ist dabei kein abbildendes – durch das Zusammenspiel von Licht, Kostüm und Musik, besonders aber durch seine choreographischen Übersetzungen gelingt McGregor ein temporeiches, hoch virtuoses Spiel mit der Wahrnehmung. Körper werden zu Gliedmaßen, Übergänge zu Transformationen, Oben wird Unten, und die Schwerkraft scheint es nicht mehr zu geben.

Kairos kommt einerseits mit schwer philosophischem Gepäck: Es geht um den Moment der Entscheidung, um den entscheidenden Augenblick und die darin enthaltene spezifisch gegenwärtige Zeiterfahrung. Andererseits meint der Begriff in aller Schlichtheit das Wetter. In Max Richters Bearbeitung von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ werden beide Kontexte eingeschmolzen. Gemeinsam mit dem Bühnenbild des Bildenden Künstlers Idris Khan entsteht ein Raum, der den Bewegungen der Tänzer ein kraftvolles Echo bietet. Die Choreographie McGregors dehnt den Körper als Augenblick, entzieht sich zuweilen den Blicken des Publikums und setzt scharf synchronisierte Sequenzen gegen ins Chaos tendierende Bewegungsbilder.

Sunyata, das McGregor am Bayerischen Staatsballett kreiert hat, arbeitet mit der Musik der zeitgenössischen finnischen Komponistin Kaija Saariaho. „Circle Map“ ist eine sowohl sphärisch verträumte als auch physisch konkrete Komposition, die auf sechs Gedichten des persischen Sufi-Mystikers Rumi basiert. Die vierzeiligen Gedichte inspirierten die Musik und schlagen sich auch in der Besetzung nieder: Sunyata ist ein Stück für je vier Tänzerinnen und Tänzer. Genau da setzt das buddhistische Konzept an, das sich hinter dem Titel Sunyata verbirgt, denn es bezieht sich auf einen Begriff von Leere, der nicht negativ konnotiert ist. Es geht um einen Raum, in dem sich alles gegenseitig bedingt, in dem alles aber auch nichts ist – ein Nichts, in dem das Potenzial zur Kreation steckt.