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Ballett in zwei Akten nach William Shakespeare

Choreographie John Cranko · Komponist Kurt-Heinz Stolze nach Domenico Scarlatti

Sonntag, 08. Oktober 2017
19.30 Uhr – 22.00 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten · 1 Pause zwischen 1. Akt und 2. Akt (ca. 20.30 - 21.00 Uhr)

Freier Verkauf · Serie 16

Preise G, € - /- /- /- /- /- /10 /7

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Besetzung

Musikalische Leitung
Myron Romanul
Choreographie
John Cranko
Bühne und Kostüme
Jürgen Rose

Katharina
Natalia Osipova
Petrucchio
Sergei Polunin
Baptista
N.N.
Bianca
N.N.
Lucentio
N.N.
Gremio
N.N.
Hortensio
N.N.

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Wenn zum Spielzeitauftakt im September die Wiederaufnahme von John Crankos berühmter Shakespeare-Adaption auf dem Programm steht, kehrt nach fünfjähriger Pause eine der erfolgreichsten Ballettkomödien der Tanzgeschichte ins Nationaltheater zurück. Shakespeares Stück aus dem Jahr 1595 diente dem Südafrikaner als literarische Vorlage für das abendfüllende Handlungsballett, das 1969 in Stuttgart uraufgeführt und 1976 ins Repertoire des Bayerischen Staatsballetts übernommen wurde.

In Der Widerspenstigen Zähmung ist alles ein bisschen anders, als es zunächst den Anschein hat. Die kratzbürstige Katharina wird am Ende die Zahme, zwei Huren springen als Ehefrauen ein und Katharinas zunächst zurückhaltende Schwester Bianca entpuppt sich letztlich als ausgemachtes Biest. Und das kommt so: Bevor Bianca heiraten darf, muss ein Ehemann für die willensstarke, widerspenstige Katharina gefunden werden. Dafür engagieren Biancas Verehrer den Draufgänger Petrucchio. Dieser schafft es zur allgemeinen Überraschung nicht nur, der aufmüpfigen Katharina Contra zu geben, sondern es gelingt ihm letztlich sogar, Katharinas eigentlich sanftes und liebenswertes Wesen zum Vorschein zu bringen. Der unterhaltsame Geschlechterkampf endet schließlich in einer gleichberechtigten und auf Liebe beruhenden Partnerschaft.

Die Ballettkomödie feiert im Herbst 2017 Wiederaufnahme im Nationaltheater.

 

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I. Akt

1. Vor Baptistas Haus: Der Geck Hortensio, der launische Student Lucentio und der alte Roué Gremio sind verliebt in Baptistas jüngere Tochter Bianca. Sie bringen ihr ein Ständchen dar, werden aber überrascht durch ihre misslaunige ältere Schwester Katharina. Baptista erklärt, dass vor Bianca erst Katharina unter die Haube kommen müsse. Die Nachbarn protestieren lärmend gegen die nächtliche Störung.

2. In einer Taverne: Die erfolgreichen Freier ziehen sich in eine Schenke zurück, wo sie Petrucchio entdecken, dessen Geld von zwei Dirnen gestohlen worden ist. Die Freier schlagen ihm vor, Katharina zu heiraten, die eine beachtliche Mitgift zu erwarten hat. Petrucchio stimmt zu.

3. Im Hof von Baptistas Haus: Petrucchio hält bei Baptista um die Hand Katharinas an. Die drei Freier – als Gesangs-, Musik- und Tanzlehrer verkleidet – nützen die Gelegenheit, um mit Bianca zu flirten. Katharina willigt nach einer stürmischen Auseinandersetzung in die Heirat ein.

4. Katharinas Hochzeit: Während der Hochzeitsfeier benimmt sich Petrucchio abscheulich und entführt schließlich Katharina vor den Gästen.

II. Akt

1. Die Reise zum Haus Petrucchios: Durch Sturm und Regen führt Petrucchio sein widerspenstiges Weib nach Hause.

2. Petrucchios Küche: Katharina kommt hungrig und durchnässt an. Unter dem Vorwand, die Mahlzeit wäre für seine Frau nicht gut genug, weist Petrucchio das vorbereitete Essen zurück und lässt sie hungern.

3. Karneval: Lucentio überredet die beiden Dirnen, sich als Bianca zu verkleiden. Hortensio und Gremio lassen sich durch die Maskeraden täuschen und heiraten die Dirnen.

4. Petrucchios Haus: Katharina hungert und friert. Als Petrucchio selbst an ihren Kleidern Mängel auszusetzen hat, bricht ihr Widerstand allmählich zusammen.

5. Die Reise zu Biancas Hochzeit: Allmählich freundet sich Katharina mit Petrucchios heiterem Wesen an.

6. Biancas Hochzeit: Während Katharina und Petrucchio ein liebevoll harmonisierendes Paar bilden, scheinen die Ehe von Lucentio und Bianca sowie die Verbindungen von Gremio und Hortensio mit den beiden Dirnen unter keinem guten Stern zu stehen.

Kurt-Heinz Stolze über die Musik

Domenico Scarlatti (1685 – 1757), Sohn des großen Alessandro und Zeitgenosse Bachs, hat uns neben einigen Opern über 550 Klavier-Sonaten hinterlassen. Der Gedanke, nach Musik von ihm „Der Widerspenstigen Zähmung“ zu choreographieren, kam von Erich Schäfer.
„Nach Scarlatti“ sei hier in einem weiten Sinn verstanden. Zuweilen werden Themen seiner Sonaten variiert, dann wieder ganz allgemein für Scarlatti typische formale Schemata aufgegriffen. Manchmal ging es auch lediglich um eine Anlehnung an das Klangidiom des italienischen „Concerto grosso“ jener Zeit. In jedem Fall gab seine farbig vielfältige, vitale Musik gerade für eine solche Ballettkomödie die ideale Anregung.

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Biografien

In Baltimore geboren, gab Myron Romanul bereits im Alter von 11 Jahren sein Debüt als Solopianist mit dem Boston Symphony Orchestra.

Er studierte in Boston, wo er als Solist sowie als Mitglied des Boston Symphony Orchestra und des Boston Pops Orchestra mit Seiji Ozawa, Kurt Mazur, Arthur Fiedler, John Williams und anderen arbeitete. Im Jahr 1973 wurde Romanul mit dem New England Conservatory Ragtime Ensemble mit dem Grammy Award für "Best Classical Chamber Music" ausgezeichnet.

Nach Aufgaben als Assistant Music Director an der Boston Lyric Opera sowie als Erster Dirigent des Boston Ballet war er von 1985 bis 1990 Dirigent und Solopianist des Stuttgart Balletts. Danach arbeitete er als 2. Kapellmeister und Assistenz-Generalmusikdirektor am Badischen Staatstheater Karlsruhe (1990-1994), als 1. Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Stadttheater Mainz (1994-1997) sowie als 1. Kapellmeister am Aalto Theater Essen. Außerdem ist Myron Romanul seit 1985 musikalischer Direktor des Fairbanks Summer Arts Festivals und erster Gastdirigent des Central Massachusetts Symphony Orchestra sowie seit 1999 Gastdirigent des Staatstheaters in Ankara.

Für das Bayerische Staatsballett dirigierte Romanul unter anderem Der Widerspenstigen Zähmung, Onegin, Don Quijote, Balanchines Brahms-Schönberg Quartett, Jacopo Godanis After Dark, Der Nussknacker, Romeo und Julia und La Bayadère. Er übernahm darüber hinaus die musikalische Leitung zahlreicher Premieren wie Die Silberne Rose, Bombana/Simon/Godani und Le Corsaire, Terence Kohlers Helden, Den Abend Der gelbe Klang und Le Sacre du printemps

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