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Ballett in zwei Akten und fünf Bildern

Choreographie Ray Barra / Marius Petipa · Komponist Ludwig Minkus
Musik vom Tonband

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Choreographie
Ray Barra
Choreographie
Marius Petipa
Bühne
Thomas Pekny
Kostüme
Silvia Strahammer

Don Quijote
Erik Murzagaliyev (11.01.2018, 13.01.2018, 14.01.2018) , Emilio Pavan (12.01.2018, 14.01.2018)
Sancho
N.N.
Dulcinea
Prisca Zeisel (11.01.2018, 13.01.2018, 14.01.2018) , Kristina Lind (12.01.2018, 14.01.2018)
Kitri
Ksenia Ryzhkova (11.01.2018, 13.01.2018, 14.01.2018) , Laurretta Summerscales (12.01.2018, 14.01.2018)
Basilio
Osiel Gouneo (11.01.2018, 13.01.2018, 14.01.2018) , Yonah Acosta (12.01.2018, 14.01.2018)
Matador
N.N.
Mercedes
N.N.
Camacho
N.N.
Manolo (Vater)
N.N.
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Das 1869 im Bolschoi-Theater in Moskau uraufgeführte Werk Don Quijote von Marius Petipa zur Musik von Ludwig Minkus gilt bis heute als eines der großen Handlungsballette des 19. Jahrhunderts. Seit 1991 befindet es sich im Repertoire der Münchner Compagnie, in einer vom amerikanischen Choreographen Ray Barra für das damals neugegründete Bayerische Staatsballett überarbeiteten Fassung. Zuletzt stand das Werk 2011 auf dem Programm, nun kehrt es nach siebenjähriger Pause auf die Bühne des Prinzregententheaters zurück.

Barra, der für das Bayerische Staatsballett auch Schwanensee und Raymonda adaptierte, näherte sich der choreographischen Überlieferung mit großem Respekt. So kann sich die von Petipa gewählte Episode aus dem Roman von Cervantes, die Liebesgeschichte zwischen dem Barbier Basilio und der Wirtstochter Kitri, wunderbar entfalten: Kitri soll auf Wunsch ihres Vaters den reichen Gamacho heiraten. Mit Witz und Raffinesse sowie einiger Hilfe durch Don Quijote ertrotzen sich die beiden Liebenden Kitri und Basilio aber schließlich die Heirat.

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Prolog – Biblioteca/Bibliothek
Don Quijote sitzt in seiner Bibliothek und hängt seinen Träumen nach, während sein Diener Sancho Pansa sich weltlichen Dingen widmet. Don Quijote hat eine Vision – Dulcinea von Toboso erscheint ihm. In ihren Dienst stellt er von nun an sein Leben.

1. Bild – La Plaza Major en El Toboso / Marktplatz von El Toboso
Auf der Suche nach ritterlichen Prüfungen gelangt Don Quijote mit seinem Diener nach El Toboso. Auf dem Marktplatz herrscht ein buntes Treiben. Er erfährt von der unglücklichen Liebe Kitris, der Gastwirtstochter, zu Basilio, dem Barbier. Sie darf ihn nicht heiraten, weil Manolo, ihr Vater, ihr bereits den reichen, alten Camacho zugedacht hat. Don Quijote nimmt es als seine Pflicht, den Liebenden den Weg zu bahnen. Antrieb und Kraft gibt ihm die Erscheinung seiner Angebeteten Dulcinea. Auch das Volk ist auf Seiten der Liebenden. Ihnen muß zur Flucht verholfen werden.

2. Bild – A Orillas del Camino / Unterwegs
Don Quijote und Sancho Pansa ziehen umher und treffen auf dem Felde auf eine Gruppe Zigeuner. Don Quijote erweist den Zigeunerinnen seine Ehrerbietung, sie fühlen sich geschmeichelt, wie Edelfrauen behandelt zu werden, machen sich aber auch über den seltsamen Kauz lustig. Das Liebespaar Kitri und Basilio trifft ein, auf der Flucht vor Camacho und Kitris Vater. Die Zigeuner verstecken sie, Don Quijote nimmt den Kampf gegen Camacho und den Vater auf. Während es den Liebenden gelingt, zu entkommen, steigert sich Don Quijote immer mehr in seine Visionen, die Flügel der Windmühlen werden ihm zu Riesen, gegen die er den aussichtslosen Kampf beginnt –

3. Bild – El Sueno / Der Traum
Don Quijote liegt verwundet am Boden. Da erscheint ihm Dulcinea, umgeben von den traumschönen Begleiterinnen. Ihre Welt ist schwerelos, überirdisch.

4. Bild – En la Venta / In der Dorfschenke
Kitri und Basilio sind ins Dorf zurückgekehrt und sitzen in der Schenke. Ihre Freunde und Freundinnen sind da, auch der berühmte Trianero, der Matador, mit seiner Geliebten Mercedes. Camacho und der Vater kehren ebenso von ihrer Suche zurück ins Dorf und finden Kitri und Basilio. Der Vater zwingt Kitri, Camacho zu heiraten. Basilio ersticht sich vor Kummer vor aller Augen. Im Todeskampf bittet er den bestürzten Vater, Kitri heiraten zu dürfen. Manolo stimmt endlich zu – da steht Basilio unversehrt auf und alle freuen sich mit dem Paar – auch Don Quijote und Sancho Pansa.

5. Bild – La Fiesta en la Plaza Major / Hochzeitsfest auf dem Marktplatz
Das ganze Dorf feiert mit den Liebenden. Abseits von allem Trubel hat Don Quijote noch einmal seine Vision. Dulcinea, die Reine, Edle, Schöne erscheint ihm – und diesmal sieht sie auch Sancho Pansa ganz kurz. Er hat verstanden, worum es seinem Herrn ging. Die beiden setzen ihren Weg fort...

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Biografien

Raymond Martin Barallobre Ramirez wurde am 3.1.1930 in San Francisco als Sohn spanischer Eltern geboren.

Wie so viele amerikanische Kids lernte er steppen, sah einen Film mit Fred Astaire und Gene Kelly und wusste, daß er Tänzer werden möchte. Nach dem Studium an der San Francisco School for Ballet und der American Ballet Theater School war er zunächst im San Francisco Opera Ballet engagiert. Im American Ballet Theater avancierte er zum Solisten und tanzte dann in Stuttgart unter Nicholas Beriozoff das gesamte klassische Repertoire. Als John Cranko 1961 Beriozoff ablöst, gehörte Barra zu der kleinen Gruppe von Tänzern, die in das neue Ensemble übernommen wurden. In so epochemachenden Balletten wie Crankos Romeo und Julia (1962), Schwanensee (1963), Feuervogel (1964) und Onegin (1965) kreierte er die Hauptrollen, aber auch in Las Hermanas (1963) und Das Lied von der Erde, das Kenneth Mac Millan für Stuttgart choreographierte.

Ray Barras Werdegang fiel mitten hinein in die zweite Hälfte des 20.Jahrhunderts, mitten in die Ära Balanchine, in der das klassische Ballett seine neoklassische Ausweitung erfuhr; eine Epoche, in der sich – nach langer Anfeindung – schließlich das klassische Ballett und Modern Dance gegenseitig befruchteten. Und nicht zuletzt wurde Barra Zeuge, Instrument, ja sogar kreativer Mitwirkender bei Crankos Erneuerung des traditionellen Handlungsballetts.

1966 beendete ein Probenunfall, eine gerissene Achillessehne, abrupt Ray Barras Tänzerlaufbahn. Ein schmerzhafter Einschnitt in einem bis dahin erfolgreichen, aber auch menschlich reichen Leben. Mit einem starken Lebenswillen fing sich Barra jedoch wieder, wurde Ballettmeister unter MacMillan an der Deutschen Oper Berlin (1966-70), dann in Neumeiers Ballett der Hamburgischen Staatsoper (1973-76).

Als Choreograph hatte Barra sich schon Mitte der 60er Jahre im Rahmen der legendären Matineen der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft profiliert. Später choreographierte er in Stuttgart, Berlin, Frankfurt, München, Wien und San Francisco für Oper, Operette und Musical-Produktionen.

1985 holte ihn Maria de Avila, damals Direktorin des Madrider Ballet Nacional de Espana-Clásico, als Gastchoreographen. Barra nahm nach anfänglichem Zögern schließlich auch die von de Avila angebotene Position des künstlerischen Leiters an. Nach fünf Jahren wurde er wieder freischaffend und konnte Choreographie-Angebote annehmen wie Don Quijote (1991) und Schwanensee (1995) beim Bayerischen Staatsballett. 1994 folgte er einem Notruf seines alten Freundes Götz Friedrich, des Intendanten der Deutschen Oper Berlin, und übernahm dort bis 1997 die Ballettdirektion. Seitdem wohnt Barra mit seinem langjährigen Lebensgefährten Massimo Barra wieder im spanischen Marbella. Von Zeit zu Zeit kehrte er für besondere Herausforderungen in die Theaterwelt zurück. 2001 erarbeitete er mit der Münchner Erstaufführung von Raymonda seine dritte Klassikerneufassung fürs Bayerische Staatsballett. Fürs Griechische Nationalballett kreierte er zunächst Canto General nach Gedichten von Pablo Neruda und zur Musik von Mikis Theodorakis und 2010 eine revidierte Fassung seiner Berliner Schneekönigin zur Musik von Glasunow. Eine abendfüllende Version von Carmen entstand 2007 für das Ballett des Staatstheaters Karlsruhe unter der Direktion von Birgit Keil. Im Januar 2012 leitete er die Münchner Neueinstudierung von Kenneth MacMillans Las Hermanas, einem Meisterwerk, das kurz nach seiner Uraufführung 1963 mit Barra in der von ihm kreierten Hauptrolle auch fürs englische Fernsehen verfilmt wurde.

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