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Ballett in zwei Akten und drei Bildern

Choreographie Frederick Ashton · Komponist Ferdinand Herold arrangiert von John Lanchbery

Freitag, 02. März 2018
19.30 Uhr – 21.45 Uhr
Nationaltheater

Dauer ca. 2 Stunden 15 Minuten · 1 Pause zwischen 1.+ 2. Bild und 3. Bild (ca. 20.35 - 21.05 Uhr)

Familienvorstellung: ab 6 Jahren · Kindereinführung: 18.45 Uhr

Preise G, € - /- /- /- /- /- /10 /7

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Besetzung

Musikalische Leitung
Myron Romanul
Choreographie
Frederick Ashton
Musikalische Einrichtung
John Lanchbery
Bühne und Kostüme
Osbert Lancaster

Lise
Laurretta Summerscales
Colas
Yonah Acosta
Witwe Simone
Norbert Graf
Alain
Konstantin Ivkin
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester
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Selige oder unselige Zeiten, als man junge Mädchen noch behüten konnte, wollte und musste, wie in dieser ältesten noch getanzten Balletterzählung aus dem späten 18. Jahrhundert. Frederick Ashton träumt diesen Zeiten nach in seinem heiter nachempfundenen Meisterwerk von 1960. Er erzählt die Geschichte der jungen Liebenden Lise und Colas, der Witwe Simone, des Farmers Thomas und seines reichlich tölpelhaften Sohnes Alain mit kunstvollster Einfachheit und virtuosester Naivität.

Wir sehen Heuwagen, Ponys, einen Hahn mit seinen Damen, man tanzt um den Maibaum und wird vom sommerlichen Gewitterregen überrascht. Gleichzeitig aber genießt man einen choreographischen Geniestreich, durch den all diese harmlos-zauberhaften Bilder mitsamt der süß-wohlklingenden Musik in blitzenden Tanz verwandelt werden. Wenige Ballette des 20. Jahrhunderts stellen an ihre Protagonisten solche Ansprüche an ihre klassische Technik. Und wenige Ballette können es wagen, mit so ironisch verschmitzter Freude einfach hübsch zu sein.

 

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1. Bild: Der Wirtschaftshof
Lise, die einzige Tochter der Witwe Simone, Besitzerin einer florierenden Landwirtschaft, ist in den jungen Landwirt Colas verliebt, doch ihre Mutter hat bedeutend ehrgeizigere Pläne.
Der Hahn und die ihn begleitenden Hennen verkünden den Morgen eines arbeitsreichen Tages. Lise ist enttäuscht, Colas nicht zu sehen. Sie läßt ein Band liegen, das sie, als Zeichen ihrer Liebe, zu einem »Knoten der Liebenden« gebunden hat. Colas findet es und bindet es an seinen Stab. Die Verliebten treffen sich, doch sie werden von Simone gestört, die ihrer Tochter befiehlt, sich an die Arbeit zu machen. Dorfmädchen laden Lise zum Spiel ein, aber Lises Gedanken sind anderswo. Da erscheint Thomas, der reiche und hochtrabende Weingutsbesitzer in Begleitung seines Sohnes Alain. Simone ahnt das Vorhaben der beiden und schickt Lise fort. Thomas bittet um die Hand ihrer Tochter für seinen Sohn. Der zurückkehrenden Lise gegenüber benimmt sich Alain ungeschickt und plump. Das Mädchen zeigt sich belustigt und in keiner Weise von Alain eingenommen. Alle brechen zur Ernte auf.

2. Bild: Das Getreidefeld
Es ist Erntezeit und die von Colas angeführten Schnitter entspannen sich von der Feldarbeit mit einem fröhlichen Tanz. Lise tanzt mit Alain, doch Colas tritt dazwischen und das junge Mädchen gibt ihm den Vorzug. Die Schnitter machen sich über Alain lustig, so daß ihn sein entrüsteter Vater vor den derben Späßen schützen muß. Triumphierend tanzt Colas mit Lise. Die allgemeine Ausgelassenheit wird plötzlich von Sturm und Regen unterbrochen.

3. Bild: Das Innere des Landhauses
Mutter und Tochter sind vom Regen durchnäßt in ihr Haus zurückgekehrt. Sie setzen sich ans Spinnrad. Doch der Schlaf überwältigt Simone, und Lise, die Colas durch den Zaun erblickt hat, schickt sich an, der Mutter die Haustürschlüssel abzunehmen. Simone erwacht und versucht, um nicht wieder einzuschlafen, auf einem Tamburin Lise zum Tanz aufzuspielen. Bald jedoch wird sie wieder von ihrer Müdigkeit übermannt. Die heimkehrenden Schnitter wecken Simone auf. Colas tritt mit ihnen ein und versteckt sich hinter einem Strohhaufen. Simone bemüht sich um einen Trunk für die Schnitter. Lise, die sich alleine glaubt, träumt von den Freuden des Ehelebens. Da tritt Colas aus seinem Versteck hervor. Die Verliebten beteuern sich gegenseitig erneut ihre Gefühle. Als Simone erscheint, läßt Lise den jungen Mann in ihr Schlafzimmer verschwinden. Dennoch bemerkt die überaus wachsame Mutter, daß sich die Verliebten getroffen haben und schließt ihre Tochter sicherheitshalber ins Schlafzimmer ein, ohne zu ahnen, daß sich Colas dort befindet.
Alain und sein Vater kommen in Begleitung des Dorfnotars, um den Ehekontrakt aufzusetzen. Als die Unterschriften geleistet sind, übergibt Simone dem zukünftigen Schwiegersohn den Schlafzimmerschlüssel. Nach kurzer tolpatschiger Unschlüssigkeit schließt dieser die Tür auf und die Verliebten treten zur allgemeinen Bestürzung aus dem Zimmer. Sie bitten Simone um Vergebung und Segen. Der Raserei von Thomas und Alain trotzend, gibt Simone zur Freude des Paares und der anwesenden Dorfbewohner schließlich ihre Einwilligung.

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Biografien

In Baltimore geboren, gab Myron Romanul bereits im Alter von 11 Jahren sein Debüt als Solopianist mit dem Boston Symphony Orchestra.

Er studierte in Boston, wo er als Solist sowie als Mitglied des Boston Symphony Orchestra und des Boston Pops Orchestra mit Seiji Ozawa, Kurt Mazur, Arthur Fiedler, John Williams und anderen arbeitete. Im Jahr 1973 wurde Romanul mit dem New England Conservatory Ragtime Ensemble mit dem Grammy Award für "Best Classical Chamber Music" ausgezeichnet.

Nach Aufgaben als Assistant Music Director an der Boston Lyric Opera sowie als Erster Dirigent des Boston Ballet war er von 1985 bis 1990 Dirigent und Solopianist des Stuttgart Balletts. Danach arbeitete er als 2. Kapellmeister und Assistenz-Generalmusikdirektor am Badischen Staatstheater Karlsruhe (1990-1994), als 1. Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Stadttheater Mainz (1994-1997) sowie als 1. Kapellmeister am Aalto Theater Essen. Hinzu kamen Gastdirigate innerhalb Deutschlands und anderen Ländern. Zurzeit ist Myron Romanul Principal Conductor des Central Massachusetts Symphony Orchestra und Gastdirigent am Opera national du rhin und in Metz, beide in Frankreich und am His Majesty's Theater in Perth, Australien.

Seit 1987 hat Myron Romanul Aufführungen der Bayerischen Staatsoper und des Balletts geleitet. Für das Bayerische Staatsballett dirigierte Romanul unter anderem Der Widerspenstigen ZähmungOneginDon Quijote, Balanchines Brahms-Schönberg Quartett, Jacopo Godanis After DarkDer NussknackerRomeo und Julia und La Bayadère. Er übernahm darüber hinaus die musikalische Leitung zahlreicher Premieren wie Die Silberne RoseBombana/Simon/Godani und Le Corsaire, Terence Kohlers Helden, Den Abend Der gelbe Klang und Le Sacre du printemps.

(Stand: April 2018)

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