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BILDER EINER AUSSTELLUNG / AFFAIRS OF THE HEART / BEDROOM FOLK

Choreographie Alexei Ratmansky, David Dawson, Sharon Eyal · Komponist Modest Mussorgsky, Marjan Mozetich, Ori Lichtik | Neuproduktion

Sonntag, 11. Oktober 2020
17.00 Uhr
Nationaltheater

ab 12 Jahren

· Bilder einer Ausstellung (ca. 17.00 - 17.35 Uhr) · Pause (ca. 17.35 - 18.05 Uhr) · Dawson (ca. 18.05 - 18.30 Uhr) · Pause (ca. 18.30 - 19.00 Uhr) · Bedroom Folk (ca. 19.00 - 19.30 Uhr)

Familienvorstellung · Kindereinführung: 16.15 Uhr

Freier Verkauf · Saison-Abo 63

Preise H , € 88 / 77 / 63 / 50 / 35 / 23 / 11 / 8

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#BSBratmansky | #BSBdawson | #BSBeyal

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Termine & Karten

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Besetzung

Musikalische Leitung
Tom Seligman


BILDER EINER AUSSTELLUNG

Choreographie
Alexei Ratmansky
Musik
Modest Mussorgsky
Kostüme
Adeline André
Licht und Projektionen
Mark Stanley, Wendall K. Harrington


AFFAIRS OF THE HEART

Choreographie
David Dawson
Musik
Marjan Mozetich
Bühne
Eno Henze
Kostüme
Yumiko Takeshima
Licht
Bert Dalhuysen


BEDROOM FOLK

Choreographie
Sharon Eyal
Choreographische Mitgestaltung
Gai Behar
Musik
Ori Lichtik
Licht
Thierry Dreyfus
Kostüme
Rebecca Hytting

  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester

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RATMANSKY / DAWSON / EYAL

Pacific Northwest Ballet © Angela Sterling
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Pacific Northwest Ballet, Noelani Pantastico © Angela...
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Artists of Ballet BC in BEDROOM FOLK ©Michael Slobodian ...
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Alexei Ratmansky ist unbestritten einer der gefragtesten Choreographen unserer Zeit. Sein Talent für die Arbeit mit großen klassischen Compagnien beweist er sowohl in seinen Rekonstruktionen bedeutender Klassiker wie auch in seinen eigenen Handlungsballetten und abstrakten Neukreationen. 2014 kreierte er Bilder einer Ausstellung für das New York City Ballet zur berühmten gleichnamigen Komposition von Modest Mussorgsky in der Originalfassung für Klavier. Die Choreographie ist sensibel mit dem Charakter der jeweiligen musikalischen Nummer verwoben, mal feierlich glänzend, mal schwer melancholisch und dann wieder heiter, luftig und verspielt.

Der britische Choreograph David Dawson ist einer der wenigen zeitgenössischen Choreographen, die das klassische Ballett und seine Bewegungssprache mit ihren Arbeiten weiterentwickeln. In seinen narrativen wie abstrakten Balletten konfrontiert er den Tanz mit atmosphärisch aufgeladene Bühnenwelten und schafft so eine berührende Aktualität. Für seine Kreation am Bayerischen Staatsballett arbeitet Dawson mit der Musik des zeitgenössischen kanadischen Komponisten Marjan Mozetich. Affairs of the Heart ist ein Konzert für Violine und Streicher, eine lyrische wie dramatisch aufgeladene Komposition von treibender Kraft.

Mit Bedroom Folk präsentiert das Bayerische Staatsballett erstmals eine Arbeit der israelischen Choreographin Sharon Eyal. Mit ihrer unverwechselbaren choreographischen Sprache ist sie eine nicht mehr wegzudenkende Größe im zeitgenössischen Tanz. Sie entwickelte – zunächst als Hauschoreographin der einflussreichen Batsheva Dance Company, später mit der von ihr und ihrem künstlerischen Partner Gai Behar gegründeten Compagnie L-E-V –  einen radikalen Bewegungsstil, der berührt und verstört. Bedroom Folk entstand 2015 für das Nederlands Dans Theater 1. 

 

Die Choreographie Bilder einer Ausstellung hat Alexei Ratmansky 2014 für das New York City Ballet kreiert – eine Compagnie, die in der Tradition des neoklassischen Balletts George Balanchines steht, der aus dem Verhältnis zwischen Musik und Tanz eine gut funktionierende Ehe gemacht hat. Die Arbeiten von Ratmansky entstehen ebenfalls aus der Musik heraus, sie wickeln um den Finger, weil sie klug und frech sind, höchst anspruchsvoll und virtuos, aber immer tänzerfreundlich. Das heißt, dass sie die Tänzer herausfordern, an ihre Grenzen bringen – schließlich wollen Tänzer tanzen! –, aber nichts Absurdes von ihnen verlangen. Die Schönheit der klassischen Formensprache wird gewahrt. Die Sprache, die Ratmansky spricht, schöpft aus einem neoklassischen Vokabular, das die akademische Technik voraussetzt. Allerdings findet er immer wieder überraschende Wege, um eine scheinbar altbekannte Bewegungsabfolge zu variieren, auf den Kopf zu stellen. Aus der Distanz betrachtet, ist die Referenz klar – schaut man mit wachem Auge hin, erkennt man die Eigenartigkeit. Das ist charmant. In Bilder einer Ausstellung treffen zehn Tänzer aufeinander und gehen vor dem Auge des Betrachters eine lebendige Verbindung mit dem Bühnenbild ein: die sich ständig transformierenden Projektionen von Wassily Kandinskys Farbstudie - Quadrate und konzentrische Ringe geben dem Bühnengeschehen eine zusätzliche dynamische Ebene, während die Kostüme der Designerin Adeline André wiederum sichtbar von den Bildern Kandinskys inspiriert sind. So entsteht ein organisches, vollkommen aufeinander abgestimmtes Werk, das gerade hier in München, wo Kandinsky für einige Jahre gelebt und gearbeitet hat, zu neuem Leben findet.

Bedroom Folk, 2015 für das Nederlands Dans Theater 1 entstanden, ist eine rauschhaft pulsierende Arbeit. Sharon Eyal und Gai Behar haben einen Kosmos geschaffen, der die Tänzer und das Publikum gleichermaßen in einen trance-haften Zustand versetzt, uns die Zeit vergessen lässt. 
Als eine Gruppe von Verschworenen erscheinen sie uns, nach vorne hin ausgerichtet und doch ganz in sich gekehrt, von den Beats geführt, unaufhaltsam von einem Fuß auf den anderen setzend, vielleicht einem geheimnisvollen Ruf folgend. Etwas Unerklärliches, fast Unheimliches haftet dieser Gruppe an und so auch ihrer Bewegungssprache: verquere Verrenkungen der Arme, zerstückelt scharfe Bewegungspattern, aber auch schlängelnd katzenhafte Loops. Der Ausdruck ist kühl und anmutig, es gibt fast kein Partnering, nur die Dynamiken der Gruppe als zusammengehöriger Schwarm, aneinandergeschmiegt, auseinanderdriftend und einzeln herauslösend, um sich individuell charakterisiert zu zeigen. Eyal zitiert und verarbeitet, sampelt quasi klassisches Schrittmaterial und Volkstanz-ähnliche Elemente. Immer wieder verfangen sich die Körper in den geloopten Musiksequenzen, werden zum Anfang der Bewegung zurückgeworfen – in der Wiederholung sind das Momente von betörender Banalität. Pausen, Stillstand und gedehnte Momente sind rar und deshalb umso wirkungsvoller. Die verstörend schöne Merkwürdigkeit gipfelt in ritualhaft aufgeladene Szenen, die mit Club- und Rave-Verausgabung vor orange-rot leuchtender Lichtwand kontrastiert werden. Dieser Strudel ist ein Rausch, dem wir mistrauen, den wir auf seine Echtheit hin befragen. Was wir spüren ist die unauflösbare Spannung aus völliger Hingabe und absoluter Kontrolle – und die Radikalität der Körper.

Für das Bayerische Staatsballett überarbeitet Sharon Eyal Bedroom Folk, das sie ursprünglich für vier Tänzerinnen und vier Tänzer dimensioniert hat, und erweitert es auf eine aktuell noch unbestimmte Größe. 

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Biografien

Tom Seligman lebt in Berlin und London und beschäftigt sich mit einem breiten Spektrum an Projekten.

Er debütierte 2010 am Royal Opera House, Covent Garden, und wurde seitdem regelmäßig als Dirigent des Royal Ballet eingeladen, u.a. Dornröschen, Coppélia, Don Quijote, Wayne McGregors Chroma und Obsidian Tear, Liam Scarletts Frankenstein und Christopher Wheeldons Alice's Adventures in Wonderland und The Winter's Tale. Seine Vorstellungen von Nussknacker und The Winter's Tale wurden in Kinos der ganzen Welt aufgeführt. Er dirigierte Jewels und Nussknacker für New York City Ballet, The Winter's Tale für das National Ballet of Canada und Dornröschen, Coppélia und La fille mal gardée für Birmingham Royal Ballet. Für das English National Ballet dirigierte er Schwanensee und Romeo und Julia in der Royal Albert Hall und Le Corsaire in China und Singapur. In der Spielzeit 2018-19 gab er Debüts in Brisbane, Amsterdam, München, Dresden und Kopenhagen. 2019-2020 kehrt er nach Covent Garden und an die Dresdener Semperoper zurück.

Er dirigierte Inszenierungen von The Rake's Progress und The Beggar's Opera für Edinburgh Studio Opera, Le nozze di Figaro für Opera East und Die Zauberflöte beim Opernfest Berlin. Weitere Opernaufführungen waren Händels Theodora und Semele, Verdis Un giorno di regno, Janáčeks Das schlaue Füchslein und Jenůfa und Humperdincks Hänsel und Gretel. Er hat regelmäßig mit dem London Symphony Chorus zusammengearbeitet und war Chorleiter des Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado bei den BBC Proms 2007. Als Gastchorleiter des Hallé-Chors gewann er 2011 den Gramophone Award für die beste Choraufnahme. Zu den Projekten mit dem BBC Symphony Chorus gehörten Konzerte in der Barbican and Royal Albert Hall, eine Chandos-Aufnahme von Berlioz Roméo et Juliette und „Last Night of the Proms“ 2016.

Zwischen 2008 und 2012 leitete er das Festival ‚Musique-Cordiale‘ in Südfrankreich, und ist seit 2007 Chefdirigent des Kensington Chamber Orchestra. Tom ist außerdem künstlerischer Leiter von Five Senses Music und führt durch interaktive Projekte und Veranstaltungen in London und Berlin ein Publikum aller Altersgruppen näher an Orchester- und Opernmusik heran.

Mit dem Dirigat von Christopher Wheeldons Alice im Wunderland gab Tom Seligman 2018/19 sein Debüt beim Bayerischen Staatsballett.

(Stand: Dezember 2019)

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