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Choreographie Marius Petipa / Ray Barra · Komponist Alexander Glasunow

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Alle Besetzungen

Musikalische Leitung
Michael Schmidtsdorff
Choreographie
Marius Petipa
Neueinstudierung
Ray Barra
Bühne und Kostüme
Klaus Hellenstein
Licht
Christian Kass
Musikalische Einrichtung
Maria Babanina

Raymonda
N.N.
Graf Jean de Brienne
N.N.
Abderakhman
N.N.
Die Weisse Dame
N.N.
Clémence, 3 Akt Grand Pas
N.N.
Henriette, 3. Akt Grand Pas
N.N.
Bernard de Ventadour, 3. Akt Grand Pas
N.N.
Béranger, 3. Akt Grand Pas
N.N.
Gräfin Sybille
N.N.
  • Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
  • Bayerisches Staatsorchester
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Raymonda, uraufgeführt 1898 im Kaiserlichen Marientheater zu St. Petersburg, ist das letzte große Werk des Choreographen Marius Petipa, des Schöpfers von Dornröschen, Nussknacker und Don Quijote. Zur Musik von Alexander Glasunow steht dieses Ballett gleichrangig neben den großen Tschaikowsky-Werken. War Petipa bei der Kreation von Raymonda ein weltberühmter Künstler in seiner letzten Schaffensphase, so hatte sich der 32-jährige Alexander Glasunow gerade einen Namen als junges Nachwuchstalent gemacht. Zusammen schufen sie den späten Höhepunkt der zaristischen Ballettära St. Petersburgs, der unseren Begriff von Ballettklassik bis heute prägt.

Bei der ersten Ballettgala unter Igor Zelensky mit Stars des Staatsballetts präsentierten sich im Januar 2017 bereits die Erste Solistin Ksenia Ryzhkova und Halbsolist Alexander Omelchenko im Grand Pas Hongrois, einem der choreographischen Höhepunkte von Raymonda. Im Mai 2018 kehrt das vollständige Werk nach achtjähriger Pause auf die Bühne des Nationaltheaters zurück. Der Choreograph Ray Barra, der in München bereits Schwanensee und Don Quijote bearbeitete, zeichnet auch für die Raymonda-Adaption beim Bayerischen Staatsballett verantwortlich. Er hat die choreographische Überlieferung von Marius Petipa bewahrt, dabei aber das Drama um die Titelheldin intensiver herausgearbeitet. Raymonda steht zwischen zwei Männern: dem ihr seit früher Jugend verlobten Kreuzritter Jean de Brienne und dem sarazenischen Kalifen von Córdoba, Abderakhman, der sie umwirbt und zu entführen versucht. Zwar wird Abderakhman von Jean im Kampf getötet, so dass ein prunkvolles Hochzeitsfest zum Höhepunkt des Balletts werden kann. Aber Raymonda wird die Begegnung mit Abderakhmans verstörender erotischer Urkraft und den tiefen Konflikt, durch den sie gehen musste, nicht vergessen.

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Südfrankreich, das Schloss von Raymonda, Gräfin von Doris. Man feiert Raymondas Namenstag, gleichzeitig damit den Namenstag der Beschützerin des Hauses von Doris, die als Weiße Dame geisterhaft allgegenwärtig ist. Mit dabei sind Raymondas Freundinnen Clémence und Henriette, die am Hofe weilenden Troubadoure Bernard und Béranger sowie Gräfin Sybille, Raymondas Tante. Und nicht zuletzt Graf Jean de Brienne, dem Raymonda standesgemäß verlobt ist. Die Männer bereiten sich auf den nächsten Kreuzzug vor. Der König von Ungarn, Andreas II., ist im Lande, um zusammen mit Jean ein Kreuzfahrerheer zu rekrutieren.

 

ERSTER AKT

  1. Bild: Der Namenstag

Gartenterrasse im Schloss der Gräfin Doris

Alles wartet auf Raymonda. Auch Jean, der ihr als Abschiedsgeschenk vor dem nächsten Kreuzzug einen seidenen Schal überreichen wird. Als Jean ihr den Schal über die Schultern legt, glaubt sie die Symbolkraft dieses Liebesgeschenkes zu spüren. Aber sie spürt auch schmerzlich, dass Jean nicht wirklich tief für sie empfindet und sich leichthin von ihr in seine Männerwelt von Kampf, Turnieren und Kreuzzügen trennen wird. Die Festgesellschaft versucht Raymonda mit einem großen Walzer aufzuheitern, und Raymonda lässt sich sogar zu einem Solo überreden, mit dem sie ihre melancholische Stimmung zu überwinden sucht.

Unerwarteter Festbesuch bricht in Gestalt des Sarazenenfürsten Abderakhman ein. Er will Raymonda mit Geschenken überhäufen, die sie zunächst nicht annimmt. Sie akzeptiert schließlich doch – im tiefsten fasziniert von der sinnlichen Kraft des Fürsten – die Geste, mit der Abderakhman ihr einen Jasminzweig überreicht. Das Fest geht zu Ende, doch Raymonda ist wie gebannt, verwirrt durch den Einbruch einer erotischen Urgewalt in ihr scheinbar so sicheres Glück mit Jean. Clémence, Henriette und die beiden Troubadoure wollen sie aufheitern. Raymonda versucht, sich in einem Tanz mit Jeans Schleier ihrer Liebe wieder zu versichern.

Sie verabschiedet sich von den Gefährten und versinkt in Schlaf. Umnebelt vom Duft des Jasminzweigs, die Schultern eingehüllt in Jeans Seidentuch – ein Symbol der formvollendeten Welt des Hofes – beginnt sie zu träumen.

  1. Bild: Der Traum

Die Weiße Dame führt Raymonda in eine fremde Welt, jenseits allen gegenständlichen Seins. Ein Wirbel märchenhafter Mädchen zieht Raymonda in seinen tänzerischen Bann, an dessen Ende sie sich mit Jean zu einem gleichsam magischen Adagio zusammenfindet. Auf dem Höhepunkt des Traums, der sich in den Formen des klassischen Balletts bewegt, erblickt Raymonda an Stelle von Jean den Sarazenenfürsten Abderakhman, dessen Faszination, Verführungskraft und sexuell unverblümter Attacke sie zu erliegen droht. Nur das Dazwischentreten der Weißen Dame verhindert das Äußerste. Raymonda erwacht in höchster Verwirrung, Jasminzweig und Seidenschal in Händen.

 

ZWEITER AKT

  1. Bild: La Cour d’amour

Innenhof im Schloss der Gräfin von Doris

Man findet sich zusammen zur standesgemäßen Festlichkeit, zum „Minnehof“, bei dem sich eine formbewusste Gesellschaft schmeichelnder Troubadoure und eleganter Frauen selbst feiert. Auch Jean, in Atem gehalten durch die Rekrutierung des Kreuzzugheeres, wird erwartet, scheint sich aber zu verspäten. Stattdessen kommt Abderakhman, zum Entsetzen, aber auch zum Entzücken von Raymonda. Er passt sich im Tanz mit Raymonda mit vollendeter Höflichkeit den Formen der höfischen Festlichkeit an.
Die Entourage des Sarazenenfürsten unterhält die Gesellschaft mit exotischen Tänzen, die in ein Bacchanale münden, auf dessen Höhepunkt Abderakhman in entfesselter Liebeswut die Entführung von Raymonda befiehlt.

 In diesem Augenblick erscheinen Jean de Brienne und König Andreas II. Der König bewegt die beiden Rivalen, ihre Auseinandersetzung in der höfischen Form des Zweikampfes auszutragen, der unentschieden zu verlaufen scheint, bis die Weiße Dame erscheint und Jean die Kraft verleiht, Abderakhman eine tödliche Wunde zuzufügen. Der Sarazene stirbt zu Raymondas Füssen. Sie ist tief erschüttert und kann nicht anders, als in Jean seinen Mörder zu sehen.

Jean spürt Raymondas Konflikt, ihre Abwehr. Er wirbt aufs Neue und eigentlich zum ersten Mal wirklich um ihre Liebe. Es gelingt ihm, ihr Vertrauen zurückzugewinnen.

  1. Bild: Die Hochzeit von Raymonda und Jean de Brienne

Festsaal im Schloss der Gräfin von Doris

Das Hochzeitsfest besiegelt die Liebe zwischen Raymonda und Jean de Brienne. Die südfranzösische Gesellschaft gibt und kleidet sich zu Ehren des ungarischen Königs im ungarischen Stil. Man tanzt Czardas, und schließlich einen Pas classique hongrois. Raymondas Solo kündet von Größe und der heimlichen Melancholie überwundenen Schmerzes.

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Biografien

Michael Schmidtsdorff wurde in Hamburg geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt und in Wien Dirigieren. Nach Assistenzen an der Hamburgischen Staatsoper und am Deutschen Nationaltheater Weimar wurde er als erster Kapellmeister und stellvertretender Musikdirektor ans Theater Lüneburg verpflichtet.

1998 übernahm er erstmals ein Dirigat beim Hamburg Ballett John Neumeier und begleitete die Compagnie über die Jahre auf Gastspiele weltweit. Von 2002 an wirkte er als Dirigent beim Berliner Staatsballett, beim Pariser Ballet de l'Opéra, beim Ballett der Sächsischen Staatsoper Dresden, beim Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen und beim Ballett des Teatro Massimo in Palermo (hier in 2015  zusammen mit der Martha Graham Dance Company New York). Darüber hinaus führten ihn zahlreiche Gastspiele unter anderem nach St. Petersburg, Japan, San Francisco, Muscat (Oman) und nach Cagliari.

Seit 2005 dirigiert Michael Schmidtsdorff regelmäßig Vorstellungen beim Bayerischen Staatsballett. Im Februar 2017 dirigierte er die Gastvorstellungen des Bayerischen Staatsballetts in Hongkong.

Repertoire beim Bayerischen Staatsballett

Die Kameliendame (F. Chopin/J. Neumeier)
Schwanensee (P. Tschaikowsky /P. Bart/M. Petipa)
Brahms-Schönberg Quartett (G. Balanchine)
Große Fuge (L. van Beethoven / H. van Manen)
Le Corsaire (L. Minkus /M. Petipa /I. Liška)
Raymonda (A. Glasunow / M. Petipa /R. Barra)
Onegin (P. Tschaikowsky/J. Cranko)
Illusionen - wie Schwanensee (P. Tschaikowsky/J. Neumeier)
Giselle (A. Adam/M. Ek)
Ein Sommernachtstraum (F. Mendelssohn Bartholdy/J. Neumeier)
Sinfonie in C /In the Night /Adam is (G. Bizet/F. Chopin/G. Balanchine/ J. Robbins/ A. Barton)
La Bayadère (L. Minkus/M. Petipa/P. Bart) Paquita (A. Ratmansky/M. Petipa)
Terpsichore- Gala IX & X („Die Welt der Ballets Russes“, 20. Jubiläumsspielzeit des Staatsballetts)

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