Kirill Petrenko dirigiert „Tannhäuser“

Kirill Petrenko beim Applaus (Foto: Wilfried Hösl)
Kirill Petrenko beim Applaus (Foto: Wilfried Hösl)

Am 21. Mai 2017 feierte unsere neue Wagner-Produktion Tannhäuser Premiere.

Zum ersten Mal übernimmt Generalmusikdirektor Kirill Petrenko die musikalische Leitung der romantischen Oper. Unter seinem Dirigat sind mittlerweile eine Reihe aufsehenerregender Wagner-Interpretationen entstanden, wie etwa Tristan und Isolde in Lyon, Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen oder jüngst an der Bayerischen Staatsoper Die Meistersinger von Nürnberg. Bei der Neuproduktion von Tannhäuser möchte Petrenko weitgehend den letzten dokumentierten Willen des Komponisten umsetzen: „Unsere Idee ist es, die gesamte Beschäftigung Wagners mit dem Stoff und der Partitur zu präsentieren.“ Kirill Petrenko orientiert sich hierbei an der Wiener Aufführung von 1875, die letzte vom Komponisten betreute Produktion.

Trailer zu „Tannhäuser“

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Der italienische Künstler Romeo Castellucci übernimmt die Inszenierung der Neuproduktion. Bereits bei den Münchner Opernfestspielen 2012 gestaltete Romeo Castellucci die Installationen „Dämmerung“ und „Nothung“ anlässlich der Neuinszenierung von Der Ring des Nibelungen. Nun gibt er als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner mit Tannhäuser sein Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper. Nach Parsifal in Brüssel (2011) erarbeitet Romeo Castellucci mit Tannhäuser zum zweiten Mal eine Oper von Richard Wagner. Ihm geht es in seiner Arbeit nicht um eine lineare Wiedergabe des Stücks, sondern um eine symbolhafte Interpretation sowie bildgewaltige Transformation. Auch bei Tannhäuser denkt er radikal und sieht keine illustrative Herangehensweise vor: „Es wird kein definiertes Ambiente geben, das man zeitlich oder räumlich verorten kann. Es werden Seelen-Landschaften sein.“

Lesen Sie ein Porträt über Romeo Castellucci (aus MAX JOSEPH 3 – 2016/17)

Klaus Florian Vogt gehört zu den führenden Tenören der Welt und gibt in der Titelpartie sein Rollendebüt: „Tannhäuser ist ein Mensch, der hin- und hergerissen ist zwischen dem, wo er weltlich verankert ist, und dem, wo er sich hingezogen fühlt. Dieses Spannungsfeld zu bedienen, wird sicher interessant sein.“ Seine Geliebte Elisabeth wird von Anja Harteros verkörpert. Christian Gerhaher übernimmt die Partie des Wolfram. In weiteren Rollen sind Elena Pankratova als Venus und Georg Zeppenfeld als Hermann zu erleben.

„Tannhäuser“ in den Medien


STAATSOPER.TV
Kostenloser Live-Stream von Tannhäuser via www.staatsoper.de/tv

So, 9. Juli 2017, 16.00 Uhr (im Rahmen von Oper für alle)

BR-Klassik
Die Premiere wurde live auf BR-Klassik übertragen.

30 Minuten vor Vorstellungsbeginn live aus dem Foyer des Nationaltheaters: Foyer, die Sendung zur Neuproduktion mit Gesprächen und Reportagen

Podcast zu „Tannhäuser“

Tannhäuser entsteht während Wagners Revoluzzerjahren; Jahren des Sturm und Drang eines hochtrabenden Künstlers. Der Dresdener Maiaufstand 1849, an dem sich Wagner aktiv beteiligen wird, steht noch bevor. Die ungebremste Euphorie, das stürmische Aufbrausen eines kreativen Geistes sprechen auch aus dieser nunmehr fünften Oper Wagners und ihrer Titelfigur - einer ruh- und rastlosen Künstlernatur. Erfahren Sie Hintergründe zur Entstehung der Oper:

Romeo Castelluccis Bildwelten

Bilder und Seelenlandschaften statt der Abbildung einer linearen Erzählung: Unseren neuen Tannhäuser inszeniert Künstler und Regisseur Romeo Castellucci in faszinierenden Tableaus. In vier verschiedenen Episoden bringt er uns seine Bildwelten näher. Sehen Sie hier schon die Episoden 1 und 2: