Unsere zweite Festspielpremiere: „Oberon, König der Elfen“

Am 21. Juli feiern wir im Prinzregententheater unsere zweite Festspielpremiere mit Carl Maria von Webers romantischer Feenoper Oberon, König der Elfen. Die Inszenierung wird der Wiener Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan übernehmen. Habjan zeigte u. a. Arbeiten am Schubert Theater in Wien, dem Staatstheater Mainz und dem Wiener Burgtheater. Die Musikalische Leitung übernimmt der britische Barockspezialist Ivor Bolton, der schon bei den letzten Münchner Opernfestspielen Les Indes galantes dirigierte. In den Hauptpartien treten Julian Prégardien als Oberon, Annette Dasch als Rezia und Brenden Gunnell als Hüon von Bordeaux auf.

Oberon, König der Elfen ist Webers letzte Oper, die 1826 in London uraufgeführt wurde. Die romantische Oper war eine Auftragsarbeit für den damaligen Direktor des Covent-Garden-Theaters, der ihm zwei Stoffe zur Auswahl gab: Faust und Oberon. Weber entschied sich für letzteren und wählte als Vorlage Christoph Martin Wielands Oberon. Ein romantisches Heldengedicht in vierzehn Gesängen, in dem die Handlungen von William Shakespeares Midsummer Night's Dream und die des Ritterbuches von Huon de Bordeaux verschmelzen.  Weber hatte zu dieser Zeit auch in Großbritannien durch den Freischütz einen Ruf als romantischer Komponist erlangt. Bei der Komposition des Stoffes passte sich Weber zum Teil den Gepflogenheiten des britischen Theaters an. So enthielt das Libretto von James Planché sehr viel mehr gesprochene Dialoge als Weber es aus dem deutschsprachigen Raum gewohnt war. Die Uraufführung überlebte Weber nicht lange, er starb noch in London im selben Jahr.

Die Rahmenhandlung von Oberon, König der Elfen ist ganz erstaunlich: Nachdem sich der Elfenkönig Oberon mit seiner Gattin Titania verstritten hat, sollen es ausgerechnet Menschen wieder richten. Denn Titania will sich nur wieder versöhnen, wenn ein Menschenpaar auf Leben und Tod die Wahrhaftigkeit der Liebe unter Beweis stellt. Oberons Diener Puck hat auch schon jemanden im Auge: den Kreuzritter Hüon von Bordeaux, der die Kalifentochter Rezia liebt. Doch deren Liebe, die einen Europäer mit einer Orientalin verbindet, ist kulturbedingt bedroht – zweimal soll Rezia zwangsverheiratet werden, und dazwischen wird sie von Seeräubern entführt und auf dem Sklavenmarkt verkauft. Selbst der mutige Hüon kann aus eigener Kraft den Gefahren nicht begegnen – Oberons Zauberhorn kommt den beiden Liebenden in äußerster Not zu Hilfe, entreißt sie gar dem Tod. Titania scheint nichts gegen diese Einflussnahme zu haben: Sie erscheint am Ende der Oper versöhnt an der Seite ihres Gatten Oberon – zwei Dei ex machina, die beweisen, dass die Welt der Phantasie mit der Realität der Welt fest verbunden ist, und das über alle kulturellen Grenzen hinweg.

Regisseur Nikolaus Habjan nimmt in der Inszenierung dieses magischen Stoffes selbst gestaltete Puppen zu Hilfe. „Puppenspiel ist an sich schon sehr musikalisch“, sagt Habjan in einem Interview mit MAX JOSEPH PDF-Dokument. „Man meint diese Art von Theater wäre nur für Kinder geeignet. Dabei gibt es eine starke Tradition von Puppentheater für Erwachsene.“ Habjan intepretiert den Streit und die darauf folgende Wette zwischen Oberon und Titania als Menschenversuche. So versetzt er die Handlung in eine Art Menschen-Labor der 1950er Jahre. „Wir arbeiten mit Rorschachtests, Bildern aus der Psychiatrie aus dieser Zeit“, so Habjan.

Die Premiere am 21. Juli wird von BR-Klassik übertragen. Die Vorstellung am 30. Juli 2017 übertragen wir als Live-Stream auf STAATSOPER.TV.

Termine

Oberon, König der Elfen
Fr, 21. Juli 2017, 19.00 Uhr Premiere (ausverkauft)
Mo, 24. Juli 2017, 19.00 Uhr (ausverkauft)
Do, 27. Juli 2017, 18.00 Uhr (ausverkauft)
So, 30. Juli 2017, 18.00 Uhr (ausverkauft), Übertragung auf STAATSOPER.TV

Eine Einführung findet jeweils eine Stunde vor Beginn im Gartensaal des Prinzregententheaters statt.

Trailer zu „Oberon, König der Elfen“

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Podcast zu „Oberon, König der Elfen“

In unserem Podcast erfahren Sie interessante Hintergründe zur Entstehung der Oper Oberon, König der Elfen von Carl Maria von Weber.

Nach Webers Geniestreich Der Freischütz und dem Erfolg seiner Euryanthe will auch London eine Oper des gefeierten Komponisten haben. Und Oberon soll zu Webers Schicksalswerk werden. Als er zu den Vorbereitungen nach London reist, ist er schon schwer erkrankt und er stirbt nur wenige Wochen nach der triumphalen Uraufführung ...

Zum Podcast:

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