500 Jahre Bayerisches Staatsorchester

Vor einem halben Jahrtausend begann die Geschichte des Bayerischen Staatsorchesters.
Schon 1523 gibt es die ersten Anstellungsvermerke, in denen die Gehälter der fest angestellten Hofmusiker dokumentiert sind. Aus kleinen Anfängen im höfischen Kontext wurde allmählich ein großes Opernorchester, das bald auch regelmäßig symphonische Werke aufführte und seit dem frühen 19. Jahrhundert im Rahmen der Musikalischen Akademie die erste öffentliche Konzertreihe in München veranstaltet. Bedeutende Werke wurden im Nationaltheater uraufgeführt, von Wolfgang Amadeus Mozart (Idomeneo) über Richard Wagner (Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg, Das Rheingold, Die Walküre) bis Krzysztof Penderecki (Ubu Rex), Aribert Reimann (Bernarda Albas Haus), Jörg Widmann (Babylon), Miroslav Srnka (South Pole) und Hans Abrahamsen (The Snow Queen).

Heute gehört das Bayerische Staatsorchester zu den internationalen Spitzenensembles mit Mitgliedern aus vierundzwanzig Nationen. Die Exzellenz und Vielseitigkeit dieses Klangkörpers, der im Orchestergraben genauso wie auf dem Konzertpodium zu Hause ist, wird weltweit geschätzt; seit 2013 wurde das Staatsorchester sieben Mal in Folge von 50 internationalen Kritikern in der Zeitschrift Opernwelt zum „Orchester des Jahres“ gewählt.

Im Jahr 2023 nun feiert es seine ersten 500 Jahre und blickt aus der Perspektive dieser ehrwürdigen Tradition in die Zukunft. Begangen wird das Jubiläum mit vielen verschiedenen Formaten und Veranstaltungen. Natürlich erhalten die etablierten Reihen wie die symphonischen Akademiekonzerte, die Kammerkonzerte in der Allerheiligen Hofkirche und die Festspiel-Kammerkonzerte im Cuvilliés-Theater einen besonderen Akzent. Neben dem amtierenden Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski sind seine Vorgänger eingeladen, ihr ehemaliges Orchester zu dirigieren; den Anfang macht in dieser Saison Zubin Mehta. Für die verschiedenen kammermusikalischen Formate haben sich die Orchestermitglieder prägnante Epochen und Künstlerpersönlichkeiten ausgewählt, mit denen sie jeweils bedeutende Kapitel der Ensemblegeschichte beleuchten. Ein Festakt im Nationaltheater wird das Jubiläumsjahr eröffnen, gefolgt von mehreren Sonderkonzerten unter freiem Himmel wie in glanzvollen Sälen. Die Kraft der Musik soll ausstrahlen in die nähere und weitere Welt, mit einer Tournee durch europäische Musikmetropolen ebenso wie bei Kooperationspartnern in der Stadt München und im Umland, um möglichst viele Menschen zu bereichern – Musik für alle auf höchstem Niveau.

Unplugged seit 500 Jahren

 
2005
2015
2013
2005
1911

Besondere Projekte rund um das Jubiläum

Neben einer großen Zahl von Konzerten wollen wir das ganze Jahr über auch abseits der Bühne oder des Orchestergrabens mit Ihnen zusammen unser 500-jähriges Bestehen feiern. Deshalb finden Sie hier eine Übersicht aller Gelegenheiten, an unserem Jubeljahr teilzunehmen. 

Jubiläums-Abonnement

Ein Abonnement, das Sie auf die Reise quer durch das vielfältige Repertoire des Bayerischen Staatsorchesters mitnimmt. Auf dem Programm stehen Werke von Komponisten, die das Orchester geprägt haben: Mit Orlando di Lasso gehen wir zu den Anfängen des Staatsorchesters zurück und mit Richard Strauss’ Alpensinfonie wird der Auftakt der Jubiläums gebührend gefeiert. Danach füllen wir zum ersten Mal die Isarphilharmonie mit dem einzigartigen Klang des Orchesters. Zu Ostern erwartet Sie mit Tschaikowski-Ouvertüren des Bayerischen Staatsballetts ein Abend, der die Exzellenz der Musiker:innen auch im Ballettbereich aufzeigt. Tristan und Isolde, ein Werk, das dieses Orchester zur Uraufführung brachte, ist der Opernhöhepunkt des Abos.

TERMINE

Di 10.01.23  3. Akademiekonzert

Sa 25.03.23  Das Bayerische Staatsorchester zu Gast in der Isarphilharmonie

Sa 08.04.23  Tschaikowski-Ouvertüren

Mo 10.04.23 Tristan und Isolde

Sa 08.07.23 1. Jubiläumskonzert

So 23.07.23 2. Jubiläumskonzert

Preise in Euro

401 / 349 / 291 / 223 / 163

Alle Preise zzgl. 6€ Bearbeitungsgebühr

AUSVERKAUFT

Europa-Tournee

7.9.2023-23.09.2023

Das Bayerische Staatsorchester plant und programmiert neben den Akademiekonzerten im heimischen München auch seine Konzertreisen im Rahmen seiner Musikalischen Akademie in Eigenregie. Für das Orchester sind die Reisen eine willkommene Gelegenheit als musikalischer Botschafter des Freistaats Bayern sein Profil im In- und Ausland zu schärfen und sich als künstlerisches Kollektiv weiterzuentwickeln. Das Jubiläumsjahr wird das Orchester entsprechend nicht nur in München feiern, sondern auch auf einer großen Tournee – gemeinsam mit seinem Chefdirigenten Vladimir Jurowski, der Sopranistin Louise Alder, der Geigerin Vilde Frang und dem Pianisten Yefim Bronfman – in europäischen Musikmetropolen begehen. 

Im Gepäck haben die Musikerinnen und Musiker dann gleich drei Programme mit sehr abwechslungsreichem Repertoire, das auf die Tradition und große stilistische Bandbreite des Bayerischen Staatsorchesters verweist: Mit dem Vorspiel zu Wagners Tristan und Isolde – 1865 in München uraufgeführt – und der Alpensinfonie von Richard Strauss werden unter anderem zwei Werke der Hausgötter der Bayerischen Staatsoper erklingen. Zugleich steht neben Werken von Mahler und Schumann mit Écran ein Werk eines selten gespielten Komponisten des 20. Jahrhunderts, Anatol Vieru, auf dem Programm.

Stationen der Tournee sind: Südtirol Festival Merano, Kursaal Meran; Lucerne Festival, KKL Luzern; Hamburg, Elbphilharmonie; Musikfest Berlin, Philharmonie Berlin; George Enescu Festival, Bukarest, Sala Palatului; London, Barbican Centre; George Enescu Festival, Bukarest, Sala Palatului; London, Barbican Centre; Paris, Théâtre des Champs-Élysées; Brucknerfest Linz, Brucknerhaus Linz; und in Wien, Wiener Konzerthaus.

Begegnungen: Wer wir sind

Kommen Sie mit den Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters ins Gespräch, wenn sie sich nach ausgewählten Vorstellungen und einem kurzen Musikbeitrag im RHEINGOLD bar-bistro Ihren Fragen widmen.

Sa 14.01.23 Eugen Onegin

Sa 04.02.23 Dido and Aeneas / Erwartung

Sa 25.02.23 Manon Lescaut

Sa 11.03.23 Die Teufel von Loudun

Sa 01.04.23 Ein Sommernachtstraum

Sa 22.04.23 Der Freischütz

Sa 13.05.23 Coppélia

Sa 10.06.23 Das schlaue Füchslein

Ausstellung 

Die Geschichte des Bayerischen Staatsorchesters ist durch eine Ausstellung in der Eingangshalle Nord des Nationaltheaters zu erleben. Ein besonderer Dank geht hier an die Freunde des Nationaltheaters e. V., die diese Präsentation möglich machen. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt – neben der Historie des Klangkörpers – auf dem Handwerkszeug seiner Mitglieder: den Musikinstrumenten. Viele von ihnen, erworben zunächst durch das bayerische Königshaus und später vom Freistaat Bayern, sind seit Jahrzehnten im Besitz des Bayerischen Staatsorchesters, dessen unverwechselbarer Ensembleklang eng mit ihnen verbunden ist. Knapp 80 Streichinstrumente sind darunter, von denen einige mehrere hundert Jahre alt sind, und jedes einzelne hat seinen eigenen Charakter oder – wie Musiker es empfinden – gar eine eigene Seele. Musikinstrumente verändern sich auch im Lauf der Zeit, werden weiterentwickelt oder von Neuerfindungen verdrängt, gelegentlich auch eigens für ein bestimmtes Stück nach den Klangvorstellungen eines Komponisten maßgeschneidert. Im Jubiläumsjahr werden Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters einige außergewöhnliche Instrumente, die bei Aufführungen im Jahr 2023 zum Einsatz kommen, im Zusammenhang mit den jeweiligen Opernvorstellungen und Konzerten präsentieren und im Freunde-Foyer ihre Geschichte und ihre Besonderheiten dem interessierten Publikum darlegen.
 

FRANZ STRAUSS-HORN

3. Akademiekonzert 09./10.01.23

STROHFIEDEL, PORTH-PAUKE

Salome 01./04./ 08.03.23

HOLZTROMPETE, BASSKLARINETTE IN A

Tristan und Isolde 06./10./15.04.23

AIDA-TROMPETEN (FANFAREN)

Aida 18./21./24.05.23

Weitere Termine in der Spielzeit 2023–24:

VIOLA NR. 1, GUARNERI-BASS

05./09./12.11.23 

KLAVIATURGLOCKENSPIEL, PAPAGENO-FLÖTE 

17./19./21.12.23

Das Buch zum Jubiläum

Das Bayerische Staatsorchester ist eines der ältesten und zugleich führenden Klangkörper der Welt. Im Laufe seiner Geschichte erlebte das Ensemble viele ruhmreiche Momente, aber auch gewaltige historische Umbrüche. Bereits im 15. Jahrhundert war die Musik ein kulturelles Aushängeschild des Münchner Hofes. Für den ersten systematischen Ausbau der Hofmusik zeichnete Ludwig Senfl verantwortlich. Dessen Bestellung 1523 zum Hofkomponisten durch Herzog Wilhelm IV. ist sicherlich einer der ersten Wendepunkte in der Geschichte des Klangkörpers.
Dieses Jahr nimmt das Bayerische Staatsorchester zum Anlass, sein 500-jähriges Bestehen zu feiern und auf seine bewegte Geschichte zurückzublicken. Das Buch zum Jubiläum, herauszugeben von Florian Amort, spürt der Entwicklung des Klangkörpers von einer herzoglichen Hofkapelle hin zu einem großen, vielseitig aktiven Opern- und Symphonieorchester nach und enthält vertiefende Beiträge, aktuelle Reportagen und kaum bekanntes Bildmaterial zu ausgewählten Aspekten der Orchestergeschichte, die aufs engste mit bedeutenden Persönlichkeiten der europäischen Musikgeschichte verbunden ist. Ob Orlando di Lasso, Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Richard Strauss oder die Generalmusikdirektoren neuerer Zeit: sie alle prägen das Selbstverständnis des Orchesters und ihre Klangkultur bis heute.

500 Jahre gelebte Tradition: Das Bayerische Staatsorchester
Herausgegeben von Florian Amort in Zusammenarbeit mit der Musikalischen Akademie des Bayerischen Staatsorchesters e. V. Bärenreiter-Verlag

Erscheinungstermin: Sommer 2023

39,95€

Vorbestellungen möglich über das Formular möglich.


Mit freundlicher Unterstützung von MUKA – Freunde und Förderer der Musikalischen Akademie des Bayerischen Staatsorchesters e. V.

Feste feiern, wie sie fallen

Wir erobern den Stadtraum, musizieren und feiern – gemeinsam mit allen Münchner:innen. Spannende Formationen und Ensembles des Bayerischen Staatsorchesters machen sich auf den Weg in die Stadt und spielen im öffentlichen Raum, in Unterkünften, Stadtteilzentren und im Bellevue di Monaco. Kulturelle Teilhabe aller, unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund, steht im Mittepunkt. Im Vorfeld finden partizipative Workshops vor Ort zum Thema Gesang, Stimme, Bewegung und Wahrnehmung statt. Tanzen, singen und Ohren spitzen – wir feiern die Feste, wie sie fallen.